Kolumne vom BörsenparkettLogbuch eines Börsianers: Preishoch bei Kaffee und auslaufende US-Anleihen

In seinem wöchentlichen „Logbuch eines Börsianers“ bilanziert der erfahrene Kapitalmarktexperte Josef Obergantschnig das aktuelle Börsengeschehen.

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Josef Obergantschnig
Josef Obergantschnig © © Ethico
 

Josef Obergantschnig ist Präsident des Wirtschaftsethikklubs Ethico und allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Bank- und Börsenwesen. In seinem „Logbuch eines Börsianers“ schildert der erfahrene Kapitalmarktexperte für die „Kleine Zeitung“ seine persönlichen Eindrücke und Erlebnisse in diesem – auch auf dem Börsenparkett – ereignisreichen Zeiten und zieht jeweils eine Wochenbilanz.

Samstag, 22. Jänner: Anleihen und das Pulverfass

Nach meinem ersten Espresso verlangt meine Maschine neue Kaffeebohnen. Schockiert stelle ich fest, dass sich mein Vorrat dem Ende zuneigt. Da ist dringender Handlungsbedarf gegeben. Die Zeit des morgendlichen Kräutertees rund um den Jahreswechsel war kurz und intensiv. Sie ist aber auch definitiv vorbei! Als ich so darüber nachdenke, stelle ich mir die Frage, wie sich der Kaffeepreis eigentlich entwickelt hat. Die wichtigste Kaffeesorte ist Coffea Arabica, auf die mehr als 60% des Kaffeeangebots entfällt. Wussten Sie, dass Kaffee nach Rohöl als wichtigster Exportstoff gilt? An den Börsen in London und New York kann man auch mit Kaffee handeln. Finanzakteure kaufen und verkaufen natürlich wesentlich größere Mengen als jene, die selbst ein Espresso-Liebhaber wie ich in meinem ganzen Leben benötigen werden. Aber kommen wir zurück zur Preisentwicklung an den Börsen.

Der an der Börse gehandelte Kaffeepreis hat sich im letzten Jahr nahezu verdoppelt! Na bravo, da hätte ich wahrscheinlich schon früher meine Vorräte aufstocken sollen. An den Finanzmärkten ist das Jahr nach wie vor sehr ruppig angelaufen. Irgendwie scheint es, als kommen wir nicht so recht vom Fleck. Die konstant anhaltenden Inflationssorgen, eine Verschärfung auf der Corona-Front und Gewinnmitnahmen einiger Marktteilnehmer sorgen für spürbare Zurückhaltung.

Für Investoren in sichere US-Staatsanleihen bedeutet der Zinsanstieg einen Verlust von etwas mehr als 4,5%.

Josef Obergantschnig

Die Zinsen für 10-jährige US-Staatsanleihen sind 2022 bereits um 0,5% gestiegen. Heuer laufen mehr als ein Viertel aller Staatsanleihen aus. Dadurch muss die USA rund 6,5 Billionen US-Dollar refinanzieren. Eine Refinanzierung in Form einer 10-jährigen Staatsanleihe kostet den US-Bürger heuer bereits 32,5 Milliarden US-Dollar mehr als Ende Dezember. Das sind jährlich stolze 100 Dollar pro Kopf und Nase. Für Investoren in sichere US-Staatsanleihen bedeutet der Zinsanstieg einen Verlust von etwas mehr als 4,5%. Gerade die Anleiheninvestoren sitzen auf einem Pulverfass, sofern die Renditen weiter ansteigen. Die steigenden Preise sind mittlerweile für jeden spürbar. Laut einer Analyse der Eurostat sind die Erzeugerpreise und Großhandelspreise im Vergleich zum Vorjahr um 12% gestiegen. Das ist deutlich mehr als die ohnehin schon besorgniserregende Inflationsrate für die Euro-Zone, die aktuell bei 5% liegt.

Kommentare (11)
robertrr
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Phillips Kurve

Die Nachfrage nach Arbeitskräften, die auch wirklich wertschöpfend sind, wird spätestens nach der Corona Krise explodieren. Das ist ein gesellschaftliches Problem, dass wir keine Leute mehr finden die echte Arbeit verrichten.

TrailandError
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Wie deppert is die Menschheit

geworden..... die da alle spekulieren bilden sich nich ein das sei reelle Arbeit und trägt zur gesunden Wirtschaft bei?! Einige Wenige bekommen viel Geld auf Kosten vieler Sparer-abartig!!!

melahide
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Das ist

die Welt die sich die „Mächtigen“ erschaffen haben. Und immer wenn von Links jemand schreit „höhere Steuern auf Kapitalerträge, Vermögen“ nimmt der brave Hackler die armen Aktionäre, die sich an seiner Arbeitskraft dumm und dämlich verdienen, auch noch in Schutz! „Brauch ma nicht“

LaPantera69
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Marktanalyse

Ich würde mir eher eine wöchentliche Analyse des Marktes erwarten, und keinen Schwank aus dem Leben...

duerni
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Sell in May and go away ........

. das kann ich aber erst, wenn ich vorher gekauft hatte. Aktien und Anleihen sind aktuell ohnehin das einzige Mittel gegen Kaufkrafteinbuse des Ersparten. Dass Aktien etc. immer mit Risiko verbunden sind und die Börse 2020 - covidbedingt - ohnehin alle Regeln ausser Kraft gesetzt wissen wir.
Dieser Artikel ist entbehrlich - er sagt nur Triviales, das jeder weiß, der sich mit der Börse beschäftigt. Was wichtig wäre ist, der Bevölkerung ein Grundwissen über die Geldanlage an der Börse zu vermitteln, um Angst vor Verlusten zu nehmen.
Das sollte in der Mittelschule beginnen!

joiedevivre
17
10
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Fondsparen ist das Stichwort

Das Sparbuch ist tot. Wer Geld durch die Inflation verlieren möchte der kann es dort anlegen.
An investieren in Aktien, breit gestreut in einem Fonds führt kein Weg vorbei.

Als Tipp sei hier das Fintech Startup Own360 genannt.

melahide
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Own360

Hab ich auch seit ähhh… 2019 hab ich das probiert. Geht immer schön rauf und runter. Man weiß dann bald, wann man kaufen und wann man verkaufen muss …

zweigerl
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Zockergeneration

Diese "Bildung" scheint mir gleichfalls entbehrlich, da sie das Zeug hat, nicht mehr wirkliche Bildung zu vermitteln, sondern eine Zockergeneration zu züchten, die wirklich des Glaubens ist, nicht die Real-, sondern die Börsenwirtschaft besitze eine ökonomische Effizienz.

pescador
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zweigerl

Geld in Aktien zu veranlagen hat mit zocken nichts zu tun. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, braucht es eben Finanzbildung.

heku49
5
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Sehr richtig! Aber sich ein breites Basiswissen vor dem Handeln mit Aktien

aneignen ist wichtig!
Etwas leichter der Einstieg ins Fondssparen.....aber zum Aufbau eines kleinen Vermögens gut geeignet....und der Start ist mit 30 Euros im Monat möglich....

melahide
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30 Euro im Monat

möglich. Dann lege Sie im Jahr heiße 360 Euro auf die Seite. Ein sehr kleines Vermögen ..