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In ÖsterreichNeue Prognose: 2022 stärkstes Wirtschaftswachstum seit 50 Jahren

Trotz verschärftem Lockdown: Konjunkturstimmung hat sich stark verbessert. Aufwärtsentwicklung wird von allen Wirtschaftssektoren getragen, zeigt der neueste UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator.

Auch die langsame Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt hat die Konjunkturstimmung in Österreich aufgehellt.
Auch die langsame Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt hat die Konjunkturstimmung in Österreich aufgehellt. © m.mphoto - stock.adobe.com
 

Trotz der Verschärfung der Lockdown-Bestimmungen hat sich die Konjunkturstimmung in Österreich mit Frühlingsbeginn stark verbessert. Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator stieg im März auf 1,5 Punkte. "Angeführt von der anhaltenden Erholung in der Industrie wurde die Aufwärtsentwicklung in diesem Monat von allen Wirtschaftssektoren getragen. Erstmals seit einem Jahr liegt der Indikator wieder im positiven Bereich und signalisiert damit ein Auslaufen der Rezession, die mit der zweiten Infektionswelle im Spätherbst 2020 eingesetzt hat“, sagt UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer.

Weiter Herausforderungen für Tourismus & Co.

Im Durchschnitt des ersten Quartals liegt der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator trotz der aktuellen Verbesserung allerdings noch knapp im negativen Bereich, jedoch deutlich über dem Wert des Schlussquartals 2020. „Die österreichische Wirtschaftsleistung ist im abgelaufenen Quartal zwar erneut gesunken. Mit knapp über 1 Prozent zum Vorquartal sollte der Rückgang von Jänner bis März jedoch geringer als zum Jahresende 2020 ausgefallen sein.

Beschleunigte Erholung

Nach schwachem Start beschleunigte Erholung im zweiten Halbjahr zu erwarten.

Trotz der Verlängerung des Lockdowns in den östlichen Bundesländern ist für das zweite Quartal 2021 keine Fortsetzung der Rezession der österreichischen Wirtschaft mehr zu erwarten.

Der Beginn der Erholung wird angesichts der im Vergleich zum Frühjahr 2020 geringeren Effiizienz der Lockdownmaßnahmen seit Herbst, die längere Beschränkungen erwarten lassen, noch relativ verhalten ausfallen – zumal die Durchimpfung der Bevölkerung mit geringerem Tempo vorankommt als geplant.

Die Ökonomen der UniCredit Bank Austria erwarten für 2021 nach dem schwachen Start noch ein Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent.

"Während die Industrie mit internationaler Unterstützung auf Wachstumskurs zurückgekehrt ist, waren viele Dienstleistungsbranchen, wie der Tourismus, der Handel und persönliche Dienste, im ersten Quartal 2021 mit noch größeren Herausforderungen konfrontiert“, meint Bruckbauer. Während die Rezession im Frühling ein Ende gefunden haben dürfte, liegt die Wirtschaftsleistung aktuell noch klar hinter dem Vorjahr zurück. Der Rückstand hat sich allerdings im Vergleich zum Winter verringert, zumal das erste Quartal 2020 bereits von der beginnenden Coronakrise gekennzeichnet war.

Verbesserung der Stimmung überraschend kräftig

Angesichts der Verschärfung des Lockdowns in der Ostregion rund um Ostern fiel die Verbesserung der Konjunkturstimmung im März überraschend kräftig aus. Dies ist stark auf den anhaltenden Rückenwind für die heimische Industrie durch die globale Erholung zurückzuführen.

Angetrieben vom Aufschwung im asiatischen Raum und der Erholung in den USA hat sich die mit den österreichischen Handelsanteilen gewichtete internationale Industriestimmung auf den höchsten Wert seit drei Jahren verbessert. Mit dem günstigeren Wetterbedingungen hat sich bei anhaltend solider Auftragslage auch der Optimismus am Bau erneut gesteigert.

Leichte Entspannung am Arbeitsmarkt

Trotz der stärker einsetzenden Erholung in der zweiten Jahreshälfte wird die Entspannung der Lage am Arbeitsmarkt vorerst noch verhalten ausfallen.

Die Ökonomen der UniCredit Bank Austria erwarten für 2021 einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf 9,2 Prozent, der sich 2022 mit der stärkeren Erholung auf 8,4 Prozent beschleunigen sollte.

Dennoch wird die Situation am Arbeitsmarkt Ende 2022 noch deutlich angespannter als vor der Coronakrise sein, während dagegen die Wirtschaftsleistung das Vorkrisenniveau bereits überschritten haben dürfte.

Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass die Erholung von der kapitalintensiveren Industrie angeführt wird und zum anderen die Unternehmen der Steigerung der Produktivität verstärkt Priorität einräumen.

„Während sich der Aufschwung in den Produktionsbereichen erwartungsgemäß im März fortgesetzt hat, verbesserte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor überraschend stark und trug entscheidend zum kräftigen Anstieg unseres Konjunkturindikators bei. Die zwischenzeitlichen Lockerungen im Handel und bei persönlichen Dienstleistungen haben in Kombination mit den Impffortschritten auch das Konsumentenvertrauen positiv beeinflusst“, so Bruckbauer. Auch die langsame Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt hat die Konjunkturstimmung in Österreich aufgehellt.

Stärkstes Wirtschaftswachstum seit 50 Jahren

"Für 2022 erwarten wir einen deutlichen Anstieg des BIP um fast 6 Prozent und damit das stärkste Wirtschaftswachstum seit rund 50 Jahren. Das Jahr 2022 wird damit das Jahr der Erholung aus der Coronakrise sein“, so Bruckbauer.

Die Erholung in Österreich wird auch 2022 viel Rückenwind durch den globalen Wirtschaftsaufschwung erhalten, mit positiven Impulsen für die exportorientierte Industrie. Neben der Exportwirtschaft wird 2022 aber voraussichtlich vor allem die Inlandsnachfrage die treibende Kraft der Erholung sein, gestützt auf jene Dienstleistungsbereiche, die von der Krise besonders stark betroffen waren, wie der Tourismus, das Gastgewerbe und der Handel.

Allerdings werden auch in diesen Bereichen anfangs noch einige Herausforderungen bestehen, was das Tempo des Aufholprozess begrenzen wird. Während die gesamte Wirtschaftsleistung in Österreich im Verlauf des Jahres 2022 über das Vorkrisenniveau ansteigen wird, dürfte diese Marke in vielen Dienstleistungsbranchen, unter anderem im Tourismus, Ende 2022 noch nicht erreicht werden.

 

 

Kommentare (3)
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aToluna
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Stärkstes Wirtschaftswachstum seit 50 Jahren

Anstieg des BIP um fast 6 Prozent. Das der BIP 2020 um 6,6 % gefallen ist, sollte dazu gesagt werden. Wieviel minus es heuer werden .....!
Wir werden 2022 mit dem BIP noch immer im minus sein.

wintis_kleine
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Ist ja schön und auch wichtig

Aber das sind immer Jahresvergleiche und dass 2020 und 2021 nicht gerade Burner im beug auf das BIB waren ist wohl jedem klar.
Also gut das es so ist, aber es ist eben nur ein statistischer Wert der von sehhhr niedrigem Niveau ausgeht.

AndiK
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Und dann

kommt die neue Mutation mit der 7. oder 8. Welle........;-)