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KlimagipfelUNO-General Guterres: "Stehen am Rande des Abgrunds"

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres verlangte von den Staats- und Regierungschefs der Welt im Rahmen eines virtuellen Klimagipfels mehr konkrete Schritte im Kampf gegen die Klimakrise. Die USA, Japan und die EU wollen aufs Tempo drücken.

Die Gipfelteilnehmer in der Video-Konferenzschaltung
Die Gipfelteilnehmer in der Video-Konferenzschaltung © (c) AP (Lee Jin-wook)
 

US-Präsident Joe Biden hat zum Auftakt seines Online-Klimagipfels mit Dutzenden Staats- und Regierungschefs zu entschiedenem und schnellem Handeln zur Eindämmung der Erderwärmung gemahnt. "Die Zeichen sind unübersehbar. Die Wissenschaft ist nicht zu leugnen. Die Kosten des Nichtstuns werden immer höher", sagte Biden am Donnerstag im Weißen Haus. "Wir müssen uns bewegen. Wir müssen schnell handeln, um diese Herausforderungen zu meistern."

Biden warb dafür, in Klimaschutzmaßnahmen auch die wirtschaftlichen Chancen zu sehen: Die Energiewende, der Ausbau der Elektromobilität und Infrastrukturmaßnahmen böten die Gelegenheit, Millionen gut bezahlte Jobs zu schaffen. "Kein Land kann diese Krise allein lösen", sagte Biden und mahnte zu ehrgeizigeren Zielen bei der Drosselung klimaschädlicher Treibhausgas-Emissionen. "Jeder von uns und besonders diejenigen von uns, die die größten Volkswirtschaften der Welt repräsentieren: Wir müssen uns anstrengen."

Die Zeichen sind unübersehbar. Die Wissenschaft ist nicht zu leugnen. Die Kosten des Nichtstuns werden immer höher.

US-Präsident Joe Biden

Die USA wollen bis zum Ende des Jahrzehnts ihre Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 2005 halbieren. Biden bekräftigte sein Ziel, die USA auf den Pfad bringen zu wollen, dass sie spätestens 2050 ihre CO2-Emissionen auf netto null drücken.

Virtueller Klimagipfel

40 Staats- und Regierungschefs kommen auf Einladung Bidens am Donnerstag und Freitag mit ihm zu einem Online-Klimagipfel zusammen. Als erste große außenpolitische Initiative innerhalb der ersten 100 Tage seiner Amtszeit unterstreicht Biden damit, dass seine Regierung den Klimawandel ins Zentrum der US-Außen- und Sicherheitspolitik stellen will.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres verlangte von den Staats- und Regierungschefs der Welt mehr konkrete Schritte im Kampf gegen die Klimakrise. Nötig sei eine globale Koalition für Treibhausgasneutralität bis Mitte des Jahrhunderts, und beteiligt werden sollte "jedes Land, jede Region, jede Stadt, jedes Unternehmen und jede Branche", sagte Guterres beim virtuellen Klimagipfel des Weißen Hauses.

Die nächsten zehn Jahre müssten zu einem "Jahrzehnt der Transformation" werden, sagte er. Alle Länder müssten sich ehrgeizigere Ziele setzen, unter anderem brauche es Steuern auf den Ausstoß von CO2. Kohle und Öl dürften nicht mehr subventioniert werden und müssten in den Industrieländern bis 2030 auslaufen. "Wir stehen am Rande des Abgrunds. Wir müssen sicherstellen, dass der nächste Schritt in die richtige Richtung geht", so Guterres.

Biden hat 40 Staats- und Regierungschefs zu dem Online-Klimagipfel eingeladen. Das Spitzentreffen soll die Dringlichkeit und den wirtschaftlichen Nutzen von stärkeren Klimaschutzmaßnahmen auf dem Weg zur Klimakonferenz der Vereinten Nationen im November in Glasgow unterstreichen. An dem zweitägigen Gipfel nehmen unter anderem der russische Präsident Wladimir Putin, Chinas Staatschef Xi Jinping und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel teil.

Kurz vor Beginn des virtuellen Spitzentreffens hat auch Japan am Donnerstag neue ehrgeizigere Klimaziele angekündigt. Das Land werde bis 2030 seinen Treibhausgas-Ausstoß um 46 Prozent im Vergleich zu 2013 reduzieren, kündigte Premier Yoshihide Suga am Donnerstag an. Das bisherige Ziel lag bei 26 Prozent und wurde seit langem von Klimaschützern kritisiert. Auch die neue US-Regierung übte nach Informationen aus Verhandlungskreisen Druck aus.

Am gestrigen Mittwoch hatten sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments endgültig auf eine Verschärfung des Klimaziels für 2030 geeinigt. Bis dahin sollen die Treibhausgase der Europäischen Union um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 gesenkt werden. Bisher galt ein Ziel von minus 40 Prozent.

Experten sind sich einig, dass sich bis 2030 weltweit viel mehr tun muss, wenn die Erderwärmung, wie 2015 von knapp 200 Staaten in Paris vereinbart, deutlich unter zwei Grad bleiben soll. Denn schon jetzt hat sich die Erde um rund 1,2 Grad erwärmt, im Vergleich zur vorindustriellen Zeit.

Kommentare (26)
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Hapi67
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Wir lösen ein

Problem durch Vollgasproduktion von Produkten in eine vermeintlich umweltfreundliche Zukunft.

In Wirklichkeit geht es um weiteres Rekordwachstum für die Wirtschaft und Wohlstandsvermehrung einer niemals satten Bevölkerung.
Themen wie Verzicht, Reduktion oder eine immense stetig wachsende Überbevölkerung als Ursachengrundlage sowie entsprechende Massnahmen werden nicht mal angedacht.

Mit neuen Mitteln, schönen Worten und Rekordtempo in Richtung Abgrund.

Vielen Dank

Hapi67
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Und nachdem es der KLZ

keine Meldung wert ist, gratuliere ich der UNO mit Herrn Guterres zur UN-Aufnahme von Iran und Pakistan in die UN-Frauerrechtskommission, die das Wohl und die Gleichstellung von Frauen behandeln.
Bitte den Vorsitz noch an die Türkei übergeben und herzliche Gratulation an die UNO für die Toleranz.

Vielen Dank

Ratte
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Ja, das klingt wie ein schlechter Scherz,...

...und ist doch nur symptomatisch für die Gesinnung der Linken.

scionescio
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"Biden warb dafür, in Klimaschutzmaßnahmen auch die wirtschaftlichen Chancen zu sehen: Die Energiewende, der Ausbau der Elektromobilität und Infrastrukturmaßnahmen böten die Gelegenheit, Millionen gut bezahlte Jobs zu schaffen."

Wenn er tatsächlich glaubt, dass der Ausbau der Elektromobilität mit dem "Lokal emissionsfrei" Schmäh (das CO2 entsteht halt schon früher beim Bau der Akkus) gegen den globalen Klimawandel auch nur irgendetwas Positives bewirken kann, sieht man, was die Lobbyisten der Energieversorger, Atomkraftwerke, etc für gute Arbeit geleistet haben.

USA, China und Indien produzieren mehr als die Hälfte des globalen (menschenverursachten) CO2 - unsere 55% Einsparungen in Europa wird die Konsumenten einiges kosten, die Wirtschaft massiv bremsen und bringen absolut gesehen (und das ist das Einzige, was im Kampf gegen den Klimawandel wirklich zählt) viel weniger, als wenn die Hauptverursacher auch nur ein paar Prozent einsparen würden.

Wenn Europa und die USA es ernst meinen würden, müssten sie nur China mit Zöllen, Embargos, etc. zum tatsächlichen Einsparen zwingen (die bauen immer noch fröhlich Kohlekraftwerke, damit sie genug Energie für den Bau von Akkus haben ...) und würden nicht MIllionen von Arbeitslosen in Europa riskieren.

melahide
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Der Klimawandel

raubt uns und unseren Kindern die Lebensgrundlage. Nur damit Sie einmal eine Relation zu ihrer Wirtschaft haben ...

selbstdenkerX
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@melahide: Was genau

"raubt uns und unseren Kindern die Lebensgrundlage"?
Ötzi, der auf gletscherfreien Alpen wanderte, hat nie erfahren, in einer Klima"katastrophe" gelebt zu haben. Der Glückliche.

Ratte
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Unseren Kinder raubt etwas ganz anderes...

..die Zukunft und die Lebensgrundlagen. Aber das soll man ja nicht an die große Glocke hängen....

scionescio
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@Meli: und wer bestreitet das?

Aber selbst wenn ich mich auf der Stelle umbringe und damit meinen CO2 Fußabdruck auf Null stelle, wird das den Klimawandel nicht aufhalten, wenn China und die USA nicht sofort auf europäisches Niveau kommen.
Genauso wenig bringt es, wenn Europa Millionen von Arbeitslosen riskiert, um einen in Relation zu China/USA beinahe bedeutungslosen Beitrag bei der CO2 Reduktion zu leisten.
Jetzt verstanden?
Übrigens: auch wenn sich alle Österreicher auf der Stelle umbringen, wird das nichts bringen ...

Wenn ich finanzielle Probleme habe, bringt es nichts, bei der Zahnpaste zu sparen und auf der anderen Seite 10.000 Euro für einen Urlaub auf den Malediven auszugeben- das wird meine finanzielle Situation nicht entscheidend verbessern und zusätzlich zum finanziellen Ruin habe ich noch verfaulte Zähne...

VH7F
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Das Welt-Panikorchester

alle paar Wochen Klimakrise, alle paar Wochen Wirtschaftskrise, alle paar Wochen Gesundheitskrise, Krise, Krise, Krise... Das Klimaproblem kann nur gewonnen werden, wenn quasi 100% auf der Welt mitmachen, wie vor 30 Jahren bei den FCKW. Wenn ein, zwei Große sich weigern, wird das Scheitern.

Stemocell
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Wen interessiert schon

die Umwelt und das Klima, wenn wir ein tödliches Virus haben, an dem 0,23% der Infizierten versterben?
Sooo schlimm kann das mit dem Klimawandel nun auch wieder nicht sein...

Ratte
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Ist es eh nicht.

In erster Linie ist es ein gutes Geschäft.

GordonKelz
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Denke eher wir stehen schon im Sumpf !

Gordon Kelz

pescador
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Klimawandel

Das Problem sind nicht jene Länder die das Problem erkennen und handeln. Da hat sich zum Glück viel getan in letzter Zeit.
Das Problem sind Länder wie Russland oder China usw. Hier wiegen andere Interessen wesenlich mehr als der Klimaschutz.

Laser19
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Das österreichische Problem ist

wir gehören nicht zu den Ländern die das Problem erkennen und handeln.

Ratte
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Na, und Sie ....

....haben doch wohl schon angefangen, oder?

100Hallo
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Wahrheit

Unser Problem ist wie kann man den Bürger noch mehr melken.

scionescio
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@Lichterl: wenn China und die USA so gut wie Österreich wären ...

... hätten wir kein Klimawandelproblem auf diesem Planeten.

Wir wollen sinnlos Musterschüler sein und gefährden damit unsere sozialen Standards, die Wirtschaft und damit die Arbeitsplätze und zocken die Konsumenten ab.

GeraldDobernig
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Können Sie das mit Fakten belegen?

Der österreichische Overshoot-Day war heuer der 4. April. Wenn die ganze Welt so leben würde wie der durchschnittliche Österreicher, wären alle in einem Jahr regenerierbaren Ressourcen am 4. April verbraucht.

Wenn die ganze Welt voll von solchen Musterschülern wäre, gäbe es uns heute schon nicht mehr.

Ratte
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Lustig...

Je nach Berechnung ist der ominöse Tag irgendwann von Juni bis September. Mit April haben Sie gerade einen neuen Rekord aufgestellt.

scionescio
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@Gerald: Ich habe auf ein Statement zum CO2 Ausstoß geantwortet..

... und sie reden von erneuerbaren Ressourcen...Finde den Fehler ;-)

leserderzeiten
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Bla bla bla

Sofort Umwelt Nobelpreis verleihen.

Mezgolits
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USA wollen Treibhausgase bis 2030 halbieren

Vielen Dank - ich meine: Vielleicht mit Luxus-E-Kfz und neuen Atomstromwerken? ESM

Pablo63
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Ich meine:

Mezgolits sollte nicht nur ständig herumnörgeln sondern kostruktive Vorschläge machen.

scionescio
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@Pauli: So wie ich Herrn Mezgolits verstehe, plädiert er für kleine, leistungsschwache Dieselfahrzeuge, die einfach Mittel zu Zweck sind ...

... und gegen große, schwere und ressourcenfressende Protz-BEVs wie der kleine Pauli sie immer bewirbt und selbst fährt - ich finde das zielführend und konstruktiv... aber ich bin ja auch kein naiver Fanbub, hab kein Statusproblem und muss auch nicht vom BEV Verkauf leben...

Mezgolits
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Vielen Dank - ich meine:

Mein 4-türiger VW Golf 2 Behörden-Diesel Baujahr 1988 schaffte mit seinem 4 Gang
Schaltgetriebe und 37 kW Motorleistung meine selbst gewollte Dauerhöchstgeschwin-
digkeit von 140 km/h. Der ebenfalls 4-türige VW Golf 2 Behörden-Diesel Baujahr 1991
von meiner Ex schaffte ebenfalls mit seinem 4 Gang Schaltgetriebe und 40 kW Motor-
leistung meine selbst gewollte Dauerhöchstgeschwindigkeit von 140 km/h schneller.
Trotz Wirbelkammer-Diesel und einseitigen Einlass- und Auspuffkanälen waren etwa
900 bis 1.000 km mit 50 Liter Diesel möglich. Und was gibt es heute? Gibt es Taxiautos
mit einer Standheizung und Standkühlung = egal, ob es unter -10 oder über 30 Grad
Außentemperatur hat - ohne - Antriebsmotor = aus einem Akku? Für mich, sind die
Benzin und E-Autos, als Taxiautos, immer uninteressanter geworden. Stefan

kukuro05
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der einzige konstruktive Vorschlag wäre:

Verzicht in allen Lebensbereichen und Reduktion auf das Nötige und Geburtenreduktion.

Aber das will niemand hören!