Im Oktober Höchster Wert seit 13 Jahren: Inflation auf 3,7 Prozent

Schon im September hatte die Inflation einen Höchststand von 3,3 Prozent erreicht. Wohnen, Energie und Treibstoffe sorgen auch im Oktober wieder für einen neuen Rekord von 3,7 Prozent. Auch der Wocheneinkauf wird um 8,5 Prozent teurer.

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Inflation kletterte im Oktober auf 3,7 Prozent © maho - stock.adobe.com
 

Derzeit scheint es bei den Preisen nur eine Richtung zu geben, nämlich die nach oben. Alleine der Vergleich von August bis Oktober zeigt deutliche Sprünge. Von August auf September waren es 0,5 Prozent, von September auf Oktober sind es 0,4 Prozent. Und mit 3,7 Prozent ist es der höchste Oktoberwert seit 13 Jahren.

Preistreiber sind vor allem Wohnen, Energie und Treibstoffe. Und Experten rechnen wegen der zuletzt explodierenden Energiepreise im Großhandel mit einer Weitergabe an die Endverbraucher bis zum Jahreswechsel. Viele Energieversorger - auch in Kärnten und in der Steiermark haben ja schon erhöht.

Die Ausgaben für Treibstoffe und Heizöl waren für weit mehr als ein Drittel der Inflation verantwortlich. Die Heizölpreise stiegen im Oktober um 60,8 Prozent im Jahresabstand. Treibstoffe wurden um 32,8 Prozent teurer. Strom verteuerte sich um 9,6 Prozent, Gas um 15,6 Prozent. Für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke musste man durchschnittlich um 1,1 Prozent mehr bezahlen.

Gemüse deutlich teurer

Nur Gemüse verteuerte sich um 4,8 Prozent deutlich. Die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse stiegen um 1,8 Prozent, für Fleisch um 0,8 Prozent sowie für Obst um 0,4 Prozent. Milch, Käse und Eier hingegen verbilligten sich insgesamt um 0,4 Prozent. Alkoholfreie Getränke waren mit plus 0,2 Prozent fast preisstabil. 

Mobiltelefone wurden günstiger

Billiger wurde die Nachrichtenübermittlung (Telefondienste u.a.), sie kostete durchschnittlich um 2,6 Prozent weniger. Mobiltelefongeräte wurden um 4,9 Prozent günstiger. Auch für die Übernachtung im Ausland musste man um 1,2 Prozent weniger bezahlen. Bekleidung und Schuhe wurden im Schnitt um 0,9 Prozent billiger.

Die Statistik ermittelt auch die Kosten für den täglichen Einkauf und die wöchentlichen Anschaffungen. Die Teuerung beim täglichen Einkauf fiel etwas geringer aus als die Gesamtinflation, der Wocheneinkauf war hingegen deutlich teurer. Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, stieg im Jahresvergleich um 3,3 Prozent. Der Miniwarenkorb, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, wurde im Jahresabstand um 8,5 Prozent teurer.

Inflation im EU-Schnitt bei 4,4 Prozent

Zum Vormonat September stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,6 Prozent. Die massive Teuerung ist kein Phänomen das sich auf Österreich beschränkt. Im gesamten Euroraum erreicht die Inflation Höchstwerte. In Spanien beispielsweise lag sie im Oktober bei 5,4 Prozent, in Deutschland bei 4,6 Prozent. In der Eurozone generell ist die Inflation auf 4,1 Prozent gesprungen. Das ist laut der EU-Statistikbehörde Eurostat der höchste Wert seit Mitte 2008. Im gesamten EU-Schnitt stieg die Inflation im Oktober auf 4,4 Prozent. Im September waren es noch 3,6 Prozent.

Kommentare (5)
Miraculix11
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2
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Mieten - 1,7%

Wie kommen die darauf? Wer zahlt jetzt weniger Miete als vor 1 Jahr? Für selbe Haus/Wohnung natürlich...also nicht jemand. der aus einer 5 Zimmer-Wohnung in eine 2 Zimmer-Wohnung umgezogen ist.

stadtkater
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Statistik Austria rechnet die Mieten nicht pro m2,

sondern als durchschnittlichen Absolutbetrag der Mietkosten je Wohnung. Wenn viele neue Kleinstwohnungen (ca. 30 m2) dazukommen, können die durchschnittlichen Mieten je Wohnung durchaus auch sinken.

anda20
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Herrlich

der Aufschrei der Experten bei Lohnabschlüssen unter der Inflation und den damit verbundenen Kaufkraftverlust.

Alles kein Problem auf der anderen Seite-muss man einfach verstehen.

Vielen Dank

Leo2307
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3,7% pro Jahr?

beziehen sich die 3,7% nur auf den Monat Oktober oder ist das auf eine Jahresinflationsrate hochgerechnet?

menatwork
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6
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Das ist immer im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahrs

Wenn wir diese Steigerungen von Monat zum nächsten Monat hätten, müssten wir bald wieder Koffer und Reisetaschen zur Bank mitnehmen.