Für einen regelrechten Hype hat zum Anfang des Jahres die Home Bakery am Eisernen Tor gesorgt – vor allem auf Instagram, sind die Speisen in der Vitrine doch richtige Hingucker.

Im Februar eröffnete in St. Leonhard der Schanzlwirt neu – eine gelungene Rückkehr zu den Wurzeln des Gasthauses beim Landeskrankenhaus, das eines der ältesten Wirtshäuser der Stadt ist. Und das „Weiße Kreuz“ in der Heinrichstraße hat das junge Team der Underground Kitchen übernommen, dabei aber bewusst den Charme des alten Wirtshauses behalten. In der Zinzendorfgasse wurde aus der ehemaligen Pastaria das „Hao Chi“, ein Asia-Schnellrestaurant.

Ende Februar, Anfang März tat sich am Kaiser-Josef-Platz kulinarisch einiges: Alexander Posch, zuvor Vier-Hauben-Koch in der „Goldenen Birn“ im Parkhotel, startete in der Genießerei am Markt neu durch. Und mit dem Cielo wurde ein spanisches Tapas-Lokal eröffnet. Im März eröffnete die Pizzeria Napo einen Uni-Ableger auf den Inffeldgründen, im Dezember wurde das Haupt-Restaurant am Kapistran-Pieller-Platz dann noch um neue Räume erweitert.

Eröffnung Stubenberghaus, Schöckl, am 5. 4. 2025.
Wiedereröffnung im Stubenberghaus © Alexander Danner

Im April sperrte das Stubenberghaus am Schöckl unter neuen Betreibern wieder auf. In der Kärntner Straße wurde das Balkan-Restaurant „duo“ eröffnet.

Einen Neustart gab es im Mai beim „Steirer“ – neben einem Umbau feierte auch das Imbisskonzept „Senf&Söhne“ ein Comeback. Am Lendplatz gibt es seit Mai ein neues Marktstandl namens „Indigo“, das indisches, steirisches und überhaupt internationales Essen mischt. In der Smart City gab es einen Neuzugang mit dem „Tistou“, ein Bowl-Lokal. In der Abfahrtshalle des Grazer Hauptbahnhofs hat Martin Auer eine zweite Filiale im Gebäude eröffnet, der ehemalige Hubert-Auer-Standort hinter der Rolltreppe war zuvor lange leer gestanden. Die Pastaria ist aus dem Univiertel an den Stadtrand, nach Straßgang, gezogen – im Mai sperrte man in der Ankerstraße auf. Noch eine Neueröffnung im Mai: In der Kaiserfeldgasse folgte auf das La Meskla der Kaiser Greißler, ein Stadtheuriger, in dem Steirisches modern interpretiert auf die Teller kommt.

Neue Eigentümer Lottis's Cafe, Albrechtgasse 4, 8010 Graz, am 26.6. 2025.
Lottis's Cafe in der Albrechtgasse © Alexander Danner

Der Juni brachte einen Neuzugang in der Albrechtgasse: Lotti‘s Café folgte auf das Thirsty Heart, statt Craft Beer gibt es nun Croissants und Cappuccino. In der Reitschulgasse, wo früher die Bäckerei Regula zu finden war, eröffnete eine Filiale der ukrainischen Konditorei Vatsak. Und am Lendplatz 7 hat das junge, aber hoch professionelle Gastroduo Bianca Heiling und Stefan Medwenitsch das „Hommage“ eröffnet.

Zwei jahrelange Leerstände wurden im Bereich Sporgasse überraschenderweise wieder mit Leben gefüllt: In der Färbergasse füllte der weststeirische Pizzaiolo Marco Urbano die Lücke in der früheren Pony Lodge – im „La Corte“ gibt‘s nun vorgebackene römische Pizzastücke zum Mitnehmen oder Vor-Ort-Essen. Die Goldene Pastete, eines der ältesten Gasthäuser der Stadt, war noch länger leer gestanden, doch plötzlich wurde drinnen doch wieder gebrutzelt: Im Alley 28 bieten Zhang Mei Hui und Ye Xiaolin authentisches chinesisches Streetfood – das Lokal wurde vor allem von jungen Gästen geradezu gestürmt.

Neuzugang in der Welscher Stub‘n
Neuzugang in der Welscher Stub‘n © Welscher Stub’n / Allinone Creative

Seit Juli verstärkt der ehemalige Laufke-Wirt Markus Neuhold das Team der Welscher Stubn als Küchenchef. Und ausgerechnet im heißesten Monat des Jahres gingen in der Herrengasse gleich zwei Imbisse an den Start, bei dem sich alles um Kaiserschmarren dreht – Kulttürsteher Isi Kolcu legte mit seinem „Der Kaiserschmarrn von Graz“ direkt vor der Buchhandlung Moser los, wenige Wochen später folgte eine Filiale der Kette „Kaiser‘s“ in der Herrengasse 13. Und im ehemaligen Freigeist am Glacis gibt es seit Juli endlich auch ein koreanisches Lokal in Graz – Gogi Go wurde am Tag der Eröffnung komplett leer gegessen, auch in den ersten Tagen konnte man Schlangen beim Eingang beobachten.

Der August brachte eine Wiedereröffnung nach großem Umbau: Das Kupferdachl ist kaum mehr wiederzuerkennen, Daniel Edelsbrunner eröffnete parallel das nach ihm benannte Gourmetlokal – und räumte damit auch gleich im Gault&Millau-Restaurantführer groß ab. Im Augartenhotel folgten Christian Bernhard und Michael Stafford mit ihrem „Rauch & Rebe“ auf das Magnolia. Und in der Herrengasse legte das Café Herzog als Nachfolger des Sacher los – für eine Weiterführung des Traditionscafés in den Räumlichkeiten des Rathauses sorgten die ehemaligen Sacher-Mitarbeiter.

Wechsel im Café Kaiserfeld
Wechsel im Café Kaiserfeld © Gabriel Ortet Boll

Im September wurde aus dem Café Kaiserfeld „Das Kaiserfeld“. Simon Lackner übergab das von seinem Vater Rudi vor mehr als 20 Jahren eröffnete Kaffeehaus an einen neuen Betreiber: Markus Schlojer rückt nun die Kulinarik stärker in den Fokus. In der Schmiedgasse startete das erste fixe Geschäft von „Amore Loui“ – die Grazer Marke, mit deren Hilfe jedermann und jederfrau auf den Geschmack von Pizze Napoletana gebracht werden soll, auch zum Fertigbacken für daheim. 

Der Oktober und der November brachten gleich zwei neue Thai-Lokale, noch dazu mit sehr ähnlichen Namen: An der Ecke Alber- und Lessingstraße lockt das Bangkok-Eck mit Papayasalat und Masaman-Curry in die thailändische Mega-Metropole, in der Hans-Sachs-Gasse das „Bangkok Vibes“ – dahinter steckt das Team des früheren Easy Asia am Griesplatz. Im Dezember kam das legendäre Ortweinstandl in neue Hände.

Auch im Fastfoodbereich hat sich einiges getan: Ende des Jahres bekam der Raum Graz zwei brandneue McDonald‘s-Filialen in St. Peter und in Lieboch, am Jakominiplatz eröffnete KFC im ehemaligen Kaffeehaus der Bäckerei Sorger. Einen spannenden Neuzugang gibt es auch mit Loop in der Annenstraße – hier wird Kebab neu gedacht.

Auch in Graz-Umgebung tat sich kulinarisch einiges: In Seiersberg eröffnete das GAL – Gastro, Ambiente, Lifestyle. Der Technopark Raaba hat mit den Henriks ein neues Lokal bekommen. Und das Koya ist aus der Grazer Kärntner Straße nach Kalsdorf gezogen.

Adiós, Adieu, Baba: Wer 2025 leider geschlossen hat

Verabschiedet haben sich im vergangenen Jahr einige Lokale. Das wohl prominenteste davon ist das Café Sacher in der Herrengasse, das von Mitarbeitern übernommen und als Café Herzog wieder aufgesperrt wurde. Eine nur kurze Episode gab es für das Legüm, das in der Bürgergasse Kaffee um nur 50 Cent anbot und damit für viel Aufsehen gesorgt hat, aufgrund behördlicher Auflagen aber nach wenigen Monaten geschlossen werden musste.

Das Hungry Heart in Gratkorn wurde geschlossen, in der Mariahilferstraße gibt es aber weiterhin Streetfood vom früheren Haubenkoch Philipp Carstanjen. Das El Pincho im Lendviertel hat sich im März ebenfalls verabschiedet.

Im April sagten Claudia und Julia Günzberg nach zwölf Jahren der Kaiserfeldgasse „Adiós“: Das La Meskla wurde geschlossen, am Lendplatz geht es aber weiter. Spitzenkoch Didi Dorner sagte im Sommer dem „Magnolia“ Augartenhotel Adieu und ist fortan noch in seinem Würstelstand zu finden.

Sommergespräch, La Meskla, Claudia und Julia, Kaiserfeldgasse Graz am 18.07.2024
Claudia und Julia Günzberg schlossen ihr „La Meskla“ © Klz / Stefan Pajman

Sehr kurz war das Zwischenspiel an der Ecke Goethestraße und Harrachgasse, wo im September dem Cofeba das vegane Lokal „Prachthof“ folgte. Aus privaten Gründen wurde das Lokal aber im Dezember schon wieder geschlossen, 2026 folgt aber das „Lagom“ als Café und queer friendly space, vegane Optionen sollen weiterhin eine große Rolle spielen.

Mehrere Insolvenzen trafen in der zweiten Jahreshälfte Lokale in Graz – Thomawirt, fridda&maxx und Glockenspielkeller bleiben aber wie Wiki Wiki Poke offen. Die Swing Kitchen musste aber geschlossen werden.

Noch bis Ende Jänner offen ist das „Limes Café Graz“, dann wollen sich die beiden Römerinnen Roberta und Giulia aber verabschieden. Am Karmeliterplatz hat sich Turners Café verabschiedet, in Stattegg bleibt das familienfreundliche Lokal aber geöffnet. In der Jungferngasse, ums Eck der Herrengasse, hat sich mit dem Jahresende das für Macarons bekannte Café Mészáros verabschiedet. Am Franziskanerplatz ist im Dezember die Ära des „Coffee Ride“ zu Ende gegangen, Inhaberin Eva geht ein ganz neues Kapitel an und will Mitte Jänner zu einem Backpacking-Abenteuer durch Europa aufbrechen, natürlich per Fahrrad.

Was 2026 kommt

Im „Steingarten“, dem Innenhof beim Jakominiplatz, hat man rund ums Aufsteirern wieder aufgetischt – als Probelauf für fixes Lokal ab 2026. Ein Neustart ist auch hoch über dem Jakominiplatz geplant, das „Area 5“ sperrt mit 5. Jänner zu, im März soll nach dem Umbau ein neues Lokal mit neuem Konzept folgen.

Bereiten gerade die Neueröffnung vor: Ishak Ceylan, seine Tochter Zelal Ceylan und Engin Karabacak (von links)
Bereiten gerade die Neueröffnung vor: Ishak Ceylan, seine Tochter Zelal Ceylan und Engin Karabacak (von links) © Rodriach

Im Februar soll in den früheren Räumlichkeiten des Easy Asia in der Albert-Schweitzer-Gasse ein „richtiges“ türkisches Restaurant namens Nivan eröffnen. Der Umbau läuft bereits, dahinter steckt Ishak Ceylan, der seit 2009 das Restaurant „Galliano“ im Grazer Univiertel führt. Die zuerst für November 2025 geplante große Eröffnung von Martin Auers „RYE“ in New York hat sich aufs Frühjahr 2026 verschoben.

Spannend wird es wohl bei der Vollpension – das Wiener Generationencafé will ja den Sprung nach Graz schaffen, ein Crowdfunding verlief sehr positiv, Ende 2025 war man bereits auf Standortsuche.