Ob Wandern oder Skifahren: Auf der Hütte darf der Kaiserschmarrn als süßer Abschluss nicht fehlen. Und auch in Restaurants wird die beliebte Mehlspeise, deren Namen sich auf Kaiser Franz Joseph I. bezieht, regelrecht zelebriert – wie etwa beim Mohrenwirt mit Zwetschkenröster, Mohneis und Rumrosinen um 18 Euro oder auch in der Welscher Stubn mit Vanilleeis um 13 Euro. In beiden Fällen heißt es eine gute halbe Stunde warten auf die süße Köstlichkeit.

Nicht so beim Kaiserschmarrn to go, der sich gerade immer größerer Beliebtheit erfreut. In Wien startete im Dezember 2021, mitten in der Pandemie, K.u.K. Hofzuckerbäcker Demel mit einem in der Pfanne frisch gebackenen Kaiserschmarrn in der kleinen Kartonschachtel zum Mitnehmen. Wenige Monate davor hatte auch das Franchise „Kaiser’s“ mit einer ersten Filiale im Wiener Donauzentrum gestartet, das seither stark expandiert – 20 Stores hat man inzwischen in Österreich und Deutschland eröffnet, 15 sind derzeit in Planung. Im November 2024 war die erste steirische Filiale in der Shoppingcity Seiersberg an der Reihe. Seit ein paar Tagen kündigt mitten in der Herrengasse ein gelbes Geschäftslokal samt „Kaiser‘s“-Logo und den Worten „Coming Soon“ eine bevorstehende Eröffnung an. „.... Even Mozart loved it“ wird dazu unter einem stilisierten Mozart-Kopf samt Sonnenbrille behauptet – dass der Kaiserschmarrn erst ein halbes Jahr nach dem Tod des Komponisten populär wurde: geschenkt.

An der Adresse der Herrengasse 13, zwischen s‘Fachl und New Yorker, steht die Eröffnung eines Kaiserschmarrn-to-go-Lokals bevor
An der Adresse der Herrengasse 13, zwischen s‘Fachl und New Yorker, steht die Eröffnung eines Kaiserschmarrn-to-go-Lokals bevor © KLZ / Nina Müller

Ein genaues Datum will die knallgelbe Kaiserschmarrn-Kette noch nicht für die Eröffnung bekannt geben, aber nur wenige Schritte weiter ist ihnen ein Grazer Duo zuvorgekommen: „Der Kaiserschmarrn von Graz“ heißt der neue Imbissstand von Onik Pongratz und Isi Kolcu, auch bekannt als der Kult-Türsteher der Grazer Nachtlokal-Szene. Vor ein paar Tagen haben die beiden im historischen Kiosk vor der Buchhandlung Moser am Eisernen Tor, der jahrzehntelang eine Trafik und zuletzt Kernölprodukte beheimatete, die Pfannen angeworfen. Wahlweise mit oder ohne Rosinen gibt es ein Schächtelchen Kaiserschmarrn „to go“ um 8,70 Euro mit Zucker oder Zimt, für einen Euro extra dazu Toppings wie Apfelmus, Zwetschkenröster, Nutella und Vanillesauce. Als Luxus-Topping um 25 Euro extra bietet man auch etwas Blattgold an. „Das haben zu unserer Überraschung viel mehr Leute als erwartet bestellt, wir warten erst auf die neue Lieferung“, so Kolcu. Der seiner Konkurrenz nur wenige Meter weiter Richtung Hauptplatz gelassen entgegensieht: „Das belebt das Geschäft, außerdem stellen wir den Schmarrn frisch aus Mehl, Zucker und Eiern her, wie bei der Oma. Und wir sind kein Franchise.“ Mit der Oma meint Kolcu freilich nicht seine eigene, denn Pongratz und er sind keine gebürtigen Österreicher – und genau deshalb würden sie sich noch mehr anstrengen, nur perfekt zubereiteten Schmarrn zu verkaufen: „Vor der Tradition haben wir großen Respekt, Fehler würde uns dabei niemand verzeihen.“

Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster bei „Der Kaiserschmarrn von Graz“
Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster bei „Der Kaiserschmarrn von Graz“ © Klz / Stefan Pajman

Die ersten Tage sei es jedenfalls trotz der meist sommerlichen Temperaturen sehr gut gelaufen, das Feedback der Gäste sei durchwegs gut. „Wenn alles klappt, könnten wir uns vielleicht einen zweiten Standort vorstellen“, so Kolcu. Geöffnet ist übrigens täglich von 10 bis 22 Uhr.