Von Menschen mit Demenz bis hin zu Studienanfängern zieht sich ein Schwerpunkt durch das Forschungsinteresse von Eva Mir: das Bemühen um die Gesundheit von Gruppen, auf die vom Versorgungssystem großteils vergessen wird. „Das sind Zielgruppen, die unbedingt an Bord geholt werden müssen, wenn es um Gesundheitsförderung geht“, sagt die Fachhochschulprofessorin für Psychologische Gesundheitsförderung und Prävention an der FH Kärnten. Ihr jüngstes Forschungsfeld: die Kindertagesbetreuung.

„Diese Form der Betreuung ist gekennzeichnet durch ein Alleinkämpfertum. Tagesmütter betreuen bis zu sechs Kleinkinder in ihrem häuslichen Umfeld und müssen sich zusätzlich zu dieser Arbeit auch jeden Tag aufs Neue überlegen, wie sie die Kinder schnell und gesund verpflegen“, sagt Mir. Sie rief das Pilotprojekt „EriKa“ ins Leben, das die systematische Betrachtung und Verbesserung von Ernährung bei den Kleinsten in den Mittelpunkt stellt. „Gerade in den ersten Lebensjahren werden entscheidende Weichen für die gesundheitliche Entwicklung gestellt. Während Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen Ernährung aktiv fördern, fehlt es in der Kindertagesbetreuung noch an spezifischem Wissen und Konzepten“, so Mir.

Eine Bedarfsanalyse unter den rund 100 in Kärnten beschäftigten Tagesmüttern ergab, dass in ihrer Ausbildung gesunde Ernährung kaum thematisiert wird. Vor allem auch nicht unter finanziellen Aspekten: Tagesmüttern bleibt nur ein überschaubares Budget, mit dem sie ihre Schützlinge versorgen können. Mir: „Auch die Kommunikation zu Ernährungsthemen mit den Eltern kommt für viele Tagesmütter zu kurz. In der Erstbefragung wussten nur 26 Prozent der Eltern über den Speiseplan Bescheid.“

Das hat sich dank der Projektmaßnahmen geändert: Fortbildungen und ein Newsletter liefern regelmäßig Rezeptideen, Tipps zur Speiseplangestaltung und -kalkulation sowie Impulse zur Ernährungsbildung in der Arbeit mit den Kindern. „Außerdem suchen wir mit ‚EriKa on Tour‘ die Tagesmütter vor Ort auf und vermitteln beim gemeinsamen Kochen wichtiges Ernährungswissen“, sagt Mir.

Diese Seite erscheint in Kooperation mit der Kärntner Hochschulkonferenz. Die redaktionelle Verantwortung liegt ausschließlich bei der „Kleinen Zeitung“.

© Fh/helge Bauer

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