Abschlussarbeiten an Hochschulen fristen nach ihrer Einreichung nicht selten ein dunkles Dasein, vergessen und verstaubt in Schubladen. Damit ihrer Masterarbeit nicht dasselbe Schicksal droht, haben sich Michael Käfinger und Marcel Santner vom Studiengang Medical Engineering & Analytics der FH Kärnten ein klares Ziel gesetzt: „Wir wollten etwas auf die Beine stellen, an dem wir auch nach dem Abschluss an der FH noch weiterarbeiten können. Etwas, das Bestand hat.“
Auf der Suche nach einem nachhaltig relevanten Thema stießen die beiden auf eine Online-Umfrage unter Klagenfurter Jugendlichen: Die monierten großteils fehlende Freizeitmöglichkeiten und Veranstaltungen in der Landeshauptstadt und im Bundesland generell. „Als Studierende hatten wir einen ähnlichen Eindruck, wussten aber auch, dass eigentlich viel los ist in Kärnten – es wird nur nicht zielgruppengerecht kommuniziert“, so Käfinger. Es fehle an einer zentralen Plattform, die die vielen individuellen Eventkalender von Kommunen und Eventplattformen übersichtlich zusammenfasst. Vor allem auf Online-Riesen wie Instagram oder Facebook würde nur mehr ein Bruchteil des potenziellen Publikums angesprochen werden. „Aufgrund der zersplitterten Informationslandschaft würden viele glauben, dass nichts los wäre in ihrer Umgebung“, so Santner.
Im Medizintechnik-Studiengang wurde auch die mentale Gesundheit von Jugendlichen zum Thema gemacht. Vielfach war da die Rede von einer Generation, die zwar über digitale Medien viele Kontakte pflegt, aber kaum soziale Begegnungen in der realen Welt zustande bringt. Käfinger und Santner sehen im Smartphone die Wurzel des Problems und die Lösung zugleich: Im Rahmen ihrer Masterarbeit entwickelten sie eine App, die umfassende Übersicht über Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten im nahen Umfeld bietet. „Ein Algorithmus im Hintergrund bringt Vorschläge, die den jeweiligen Nutzer höchstwahrscheinlich interessieren. Damit reduzieren wir die Zeit, die man am Smartphone verbringt“, sagen die Entwickler.
Ein Jahr haben sie in die Arbeit gesteckt, im Mai gingen erste Tests mit 30 Nutzern über die Bühne. Unterstützt wird das Vorhaben vom Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds KWF und vom Build! Gründerzentrum, sowie der Gründergarage der FH Kärnten. Der Titel der App, die Menschen im echten Leben zusammenbringen soll, steht schon fest: „FlinkUp“.