Zu weit weg, schwer erreichbar, überfüllt vom großen Besucherandrang: Mit solchen Ausreden kann man sich erfolgreich vor einem Museumsbesuch drücken, auch wenn man sich eigentlich für das kulturelle Angebot interessieren würde. Die FH Kärnten arbeitet daran, dass solche Ausflüchte passé werden – mit Funktechnologie, die einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellungsräume möglich macht. „Und zwar in höchster Qualität und immersiv, wie ein Live-Museumsbesuch, und nicht mit Videos aus der Konserve“, sagt Helmut Wöllik. Der FH-Professor für Mobilkommunikation und Mobilnetzwerkplanung vertritt die FH Kärnten im Forschungsprojekt MINERWA, das sich auf gleich mehreren Ebenen mit der Attraktivierung von Museumsangeboten beschäftigt.
Zum einen soll mit wissenschaftlichen Methoden erhoben werden, wie sehr einzelne Institutionen einen Mehrwert für die Gesellschaft generieren und wie dieser verstärkt werden kann. Zum anderen wollen die Projektbeteiligten den Zugang zu Museen und Wanderausstellungen erleichtern: mittels moderner Kommunikationstechnologien.
Hier kommt das Know-how ins Spiel, das an der FH schon seit Jahrzehnten aufgebaut wird. „Wir haben ein Gerät entwickelt, das ohne großen technischen Aufwand in jedem Museum platziert werden kann und dort eine drahtlose Kommunikationsinfrastruktur über das 5G-Mobilfunknetz aufbaut“, erklärt Wöllik. Seine Funkstation ermöglicht es, dass Museumsführer ihre Tour ins Internet übertragen – und zu Hause eine interaktive Führung mitverfolgt werden kann, bei der man von der Wohnzimmercouch aus auch ins Gespräch mit dem Führer vor Ort treten und Fragen zu den Exponaten stellen kann.
VR-Brillen lassen zu Hause in eine virtuelle Realität eintauchen, die das Gefühl gibt, im Museum live vor Ort zu sein. „Wir wollen die höchste Qualität vom Museumsbesuch nach außen transportieren. Ein erstes Demonstrationsgerät wird bereits vom museum.kärnten getestet“, sagt Wöllik. Ende 2026 soll das Projekt abgeschlossen sein.
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