Kleine Kärtchen, auf denen Gefühle stehen: Damit können Schülerinnen und Schüler, ohne dabei viele Worte zu verlieren, ihren Lehrerinnen und Lehrern signalisieren, wie es ihnen gerade geht. „Das klingt im ersten Moment banal, besitzt aber dennoch großes Potenzial, dass sich Kinder in der Schule zu ihrem Befinden äußern und so eine Möglichkeit finden, auch negative Emotionen zu verbalisieren“, sagt Karin Sonnleitner. Die Erziehungswissenschaftlerin und Juristin an der Pädagogischen Hochschule Kärnten leitet das Projekt „Wohlfühlzone Schule in Kärnten“, das sich gezielt um die psychosoziale Gesundheit im Bildungsbereich bemüht. Emotions-Kärtchen zur leichteren Kommunikation sind nur ein Puzzlestück.

Prävention ist ein weiterer, zentraler Bestandteil des Projekts: Besonders nach Lockdowns und Schulschließungen in der Pandemie war es um die psychische als auch um die emotionale Balance der Schülerinnen und Schüler schlecht bestellt. Im Rahmen des Schwerpunktthemas psychosoziale Gesundheit stellt der Fonds Gesundes Österreich der Pädagogischen Hochschule Kärnten Geld für Projektarbeit zur Verfügung. „Wir wollen Unterstützung bedarfsorientiert an Schulen bringen. Dabei sollen die Schulen partizipativ mitüberlegen, in welchen Bereichen sie besonders gestärkt werden wollen“, sagt Sonnleitner.

So soll es einen Überblick über die möglichen Initiativen und Institutionen geben, die Lehrer in Krisenfällen beratend zur Seite ziehen können. Spezielle „Stärken-Tage“, die an 15 Schulen abgehalten werden sollen, vertiefen die Themen Prävention und psychosoziale Gesundheit.

Die dritte und letzte Phase des auf drei Jahre angelegten Projekts fördert sechs Kärntner Schulen speziell mit Schulentwicklungsberatung, die auch mit finanziellen Mitteln für Materialien oder Coachings einhergeht. Sonnleitner: „Wichtig ist das Zuhören. Auch das klingt wieder leicht, ist aber im fordernden Alltag von Lehrern schwer umzusetzen, weil es Zeit erfordert. Aber nur so lassen sich Eskalationen eindämmen.“

Diese Seite erscheint in Kooperation mit der Kärntner Hochschulkonferenz. Die redaktionelle Verantwortung liegt ausschließlich bei der „Kleinen Zeitung“.

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