Insgesamt 4335 Lehrerinnen und Lehrer sowie 266 Schulleiterinnen und Schulleiter der Sekundarstufe I (Unterstufe und Mittelschule) sind zu Wort gekommen. Anlass war die TALIS-Studie (siehe Infobox), die zuletzt 2018 in den Ländern der OECD durchgeführt wurde und sich den Sichtweisen von Lehrpersonen und Schulleitungen widmet. „Untersucht wurden Lehr- und Lernbedingungen, die berufliche Entwicklung von Lehrkräften, die Rolle der Schulleitung, der Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer sowie der Einsatz digitaler Ressourcen und künstlicher Intelligenz“, sagt Dagmar Unterköfler-Klatzer. Die Vizerektorin der PH Kärnten war gemeinsam mit ihrer Kollegin Corinna Koschmieder (PH Steiermark) für die Durchführung und Auswertung der Studie verantwortlich.
Dabei zeigten sich einige interessante statistische Veränderungen gegenüber 2018. Zunächst der sich abzeichnende Generationswechsel: „Die Lehrerinnen und Lehrer in Österreich sind im Durchschnitt 2,5 Jahre jünger als noch 2018, als der Altersschnitt bei 44,9 Jahren lag. Im Erhebungsjahr 2024 betrug er nur mehr 42,4 Jahre“, sagt Almut Thomas, die auf Seiten der PH Kärnten im Projektteam mitarbeitete. Interessant auch der Vergleich auf EU-Ebene, wo der Altersschnitt des Lehrpersonals 46,1 Jahre ausmacht. In einem anderen Aspekt befindet sich Österreich allerdings im Hintertreffen: Während sich 43 Prozent der Lehrpersonen im EU-Durchschnitt durch Stress stark belastet fühlen, betrifft das in Österreich mehr als die Hälfte – nämlich 54 Prozent. Dass diese Belastung im späteren Berufsleben ihren Tribut zollt, lässt sich an einer anderen Zahl aus der Studie erahnen: „Ein Viertel der befragten Lehrpersonen gibt an, den Beruf wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich vor dem sechzigsten Lebensjahr aufzugeben“, berichtet Co-Autorin Marie Bilalovic.
Sie hat aber auch gute Nachrichten: „Das Schulklima an österreichischen Schulen wird von Lehrpersonen durchweg positiv bewertet: 82 Prozent der Lehrpersonen bestätigen eine gemeinschaftliche Schulkultur, die durch Unterstützung und Zusammenarbeit gekennzeichnet ist – ein starkes Zeichen für ein kollegiales Miteinander.“
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