Neues Jahr, neue Location: Das haben sich Eva und Hannes Michetschläger gedacht, die mit Jahresbeginn 2024 mit ihrem „PEP. deli vom Land“ umgezogen sind: Statt in Eggenberg sind sie nun mitten in der Grazer Innenstadt, nämlich im Joanneumsviertel, zu finden. Das Konzept mit Hausmannskost, aufgetischt im modernen Gewand, blieb gleich.
Mit Ende Jänner hat am Schloßbergplatz das französische Lokal „La Mur“ seinen Gästen „Adieu“ gesagt. Ein Nachfolger sperrte mit dem „Das Markus“ erst im August wieder auf.
In der Herrengasse hat sich nach gut fünf Jahrzehnten der „Nordsee“ verabschiedet, das Geschäftslokal an prominenter Adresse blieb nicht lange leer – „Mei Shi“ folgte als Mix aus Buffet-Restaurant und Asiashop.
Mit Februar ist in der Conrad-von-Hötzendorf-Straße, wo davor die „Goldene Banane“ zu finden war, ein Bowl-Lokal eingezogen: Im „Alpoke“, einem Ableger des gleichnamigen Bowl-Lokals in Salzburg, gibt es putzige Lama-Verwandte an den Wänden und eine große Auswahl an Bowls.
Die Bäckerei Sorger eröffnete im März den Pavillon bei der Radetzkybrücke, zuvor ein Blumengeschäft und eine Teppichhandlung, als Café neu, dazu folgten neue Filialen am Lendplatz und in der Zinzendorfgasse (frühere Filialen von Hubert Auer) sowie in Straßengel – dafür schloss man allerdings im Dezember den größten „Sorger“, jenen am Jakominiplatz – nach gut 50 Jahren.
Der Fürstenstand ist zurück
Im April ist zudem ein Stück Griechenland innerhalb von Geidorf umgezogen: Die „1 Mediterranean Food Bar“ hat die Räumlichkeiten der früheren Amsel in der Körösistraße übernommen.
Ebenfalls im April öffnete „Mel+Koffie“ am Jakominiplatz seine Türen – besonders beliebt ist die Bäckerei aus Wien für ihre Zimtschnecken.
Die Griesgasse hat mit „Dook‘s“ seit Mai einen neuen Coffeeshop. Er folgte in den Räumlichkeiten des „Parks Art“.
Eine große Neuerung gibt es am Plabutsch: Hier ist ja nach vielen Jahren wieder der Fürstenstand eröffnet worden – mit einem hochmotivierten Team, das auch den größten Wanderer-Ansturm packt.
Im Juni überraschte Haubenkoch Didi Dorner mit einem Würstelstand am Jakominiplatz – wo er früher schon einmal ein Pasta-Standl betrieb, bietet er nun mit „Hunger&Durst“ klassische Würstl mit ausgetüftelter Rezeptur. Die noch weitaus größere Überraschung folgte Ende des Jahres: Dorner zieht sich aus dem Spitzenlokal „Magnolia“ zurück.
Seit Juni ist Turner‘s Café nicht nur am Dorfplatz von Stattegg, sondern auch ganz zentral am Grazer Karmeliterplatz zu finden – besonders setzt man hier auf Familienfreundlichkeit.
Rochaden beim Kastner und noch mehr Burger-Zugänge
Mehrere Rochaden gab es in den Häusern von Kastner & Öhler: Kurzfristig betrieb man die Dachterrasse bei Gigasport als [vju:] selbst, dann folgte das Paradiso, das man vom Paradeishof hier hinauf siedelte. Das große Lokal im Hof betreibt indes im November ein externer Gastronom: Didi Chen, der hier ein „World of Asia“ aufsperrte.
Im Herbst bekam das Gastro-Angebot rund um die Neue Technik wieder Zuwachs: Wo bis kurz davor das „North&South“ zu finden war, eröffnete das „Jössas“, ein Lokal der drei jungen Brüder, die auch hinter dem „Platzhirsch“ am Kaiser-Josef-Markt stecken.
Aufregung gab es am Uni-Campus, wurde doch kurz vor Semesterbeginn bekannt, dass die Mensa am Sonnenfelsplatz sowie jene auf den Inffeldgründen geschlossen werden. Dafür gab es aber auch Neuzugänge: Das frühere Milchstandl wurde zu einem modernen Foodtruck, betrieben von The Underground Kitchen, das Resowi-Café hat das vegane Café Erde als KF Erde übernommen.
Auch Burger-mäßig hat sich im Herbst einiges getan: Binnen weniger Tage eröffneten „Smash up!“, ein Mini-Fastfood-Lokal, das sich auf den Trend „Smash Burger“ konzentriert, und gleich ums Eck am Jakominiplatz kehrte nach langem Rechtsstreit Burgerista wieder zurück.
Eine Rückkehr gab es im Oktober auch am Mehlplatz zu feiern: Dort wurde aus dem früheren Eckstein, das zwischendurch auch „Moin“ und „Rostmary“ hieß, jetzt der Glockenspielkeller – somit ist auch der alte Name des Lokals wieder zurück.
Das Kabuff am Lendkai wurde von der Bar zum kleinen Bistro: Ein junges Team serviert hier ganz moderne, reduzierte, Gerichte zum Teilen.
Der Schillerplatz bekam im Oktober mit der COR Coffee Bar ein neues, kleines, feines Café.
Bistro und Funkelburg
Seit November ist der ehemalige „Werner‘s Elektroladen“ am Franziskanerplatz auch zum Lokal geworden: Das Ehepaar Gauster hat mit dem Bistro „Francis“ Lokal Nummer drei eröffnet.
Eine funkelnde Premiere gab es im Advent hoch über den Dächern von Graz: Die Geschwister Rauch verwandelten das derzeit leer stehende M1 zur „Funkelburg“ in Pop-up-Form. Die Termine waren samt und sonders ausreserviert.
Und im Dezember sperrte im Herz-Jesu-Viertel das „Baradeis“ als Nachfolger der „Loge“ auf – am Wochenende gibt‘s Brunch, abends Drinks und kleine Gerichte.
Was 2025 für die Grazer Gastro bringt
Das nächste Jahr wird spannend für die Spitzengastronomie: Am 21. Jänner erscheint der Guide Michelin erstmals seit vielen Jahren wieder österreichweit. Kann ein Grazer Lokal einen Stern holen? Zu den Favoriten zählt Didi Dorner, der im Magnolia 2025 nach einer Winterpause ab 7. Jänner weitermacht, im Parkhotel ist allerdings Alexander Posch gegangen, hier hat Jan Eggers die Gesamtverantwortung in der „Goldenen Birn“ übernommen.
Für Februar stehen außerdem schon zwei Neueröffnungen in den Startlöchern – in beiden Fällen handelt es sich um Übernahmen von Traditionsgasthäusern. Das Weiße Kreuz, jetzt betrieben von The Underground Kitchen, war im Dezember schon als Pop-up geöffnet, der Schanzlwirt soll ab Mitte Februar wieder zurück zu seinen Wurzeln kehren.