Das „kleine“ Wolfsberg auf der großen, europäischen Landkarte. Das ist inzwischen längst kein Novum mehr. Denn heute (19.30 Uhr, ORF ON Livestream) beginnt das bereits fünfte internationale Abenteuer der Wölfe in Griechenland, wo PAOK Saloniki auf die Lavanttaler wartet. Vor zehn Jahren und 22 Tagen war es übrigens erstmals so weit. Damals schoss Jacobo Ynclan den WAC in Soligorsk zum 1:0 im Hinspiel der zweiten Qualirunde, daheim folgte ein 2:0, was in Runde drei das Duell mit Borussia Dortmund (0:1, 0:5) brachte. 2015 wie heute war der Trainer bekanntlich Didi Kühbauer, „und das Heim-Duell mit Dortmund im ausverkauften Stadion in Klagenfurt war auch bis dahin meine größte Partie als Trainer, die Kulisse war unglaublich“, blickt der Cupsieger-Coach von 2025 zurück.
2019 folgte dann der erste Einzug in die Gruppenphase der Europa League unter Christian Ilzer, der allerdings zur Wiener Austria abwanderte und an Gerhard Struber übergab. Unter Struber gewann man geschichtsträchtig 4:0 in Gladbach, holte zwei Remis gegen AS Rom, schied dennoch - aber erhobenen Hauptes - nach Pleiten gegen Gladbach und zweimal Basaksehir Istanbul aus. „Da sitzt du dann schon mit einem Lächeln in der Kabine“, erinnert sich Ex-Kapitän Michael Liendl an die Heldentat von Gladbach und fügt an: „Das war bis heute der größte WAC-Auftritt in Europa.“
Und das, obwohl im Folgejahr der erste und einzige Einzug in die K.o.-Phase realisiert werden konnte. Unter Ferdinand Feldhofer und dank zweier Siege über Feyenoord sowie eines Erfolgs und eines Remis über ZSKA Moskau ging es hinter Gruppen-Primus Dinamo Zagreb ins Sechszehntelfinale gegen Tottenham (1:4, 0:4). „Da waren wir chancenlos und überrascht, dass sie uns schon im ersten Spiel so ernst genommen haben“, weiß Feldhofer, der danach auch noch lange Kontakt zu Gegenüber, Spurs-Coach Jose Mourinho, pflegte. Gespielt wurde das Hinspiel, weil Briten ob der Coronaregelungen nicht nach Österreich einreisen durften, ja nicht in Klagenfurt sondern in Budapest. „Eine verrückte Zeit, in der man viel so hinnahm, weil wir auch einfach froh waren, spielen zu können“, so Feldhofer.
Über Saloniki zurück in den Olymp?
Der letzte WAC-Übungsleiter, der im Europacup immerhin vier Partien coachte, war übrigens Robin Dutt 2022, der nach einem Gesamt-4:0 über Gzira (Malta) danach im Play-off der Conference League an Molde scheiterte (1:0, 0:4). In eben dieses Play-off käme der WAC übrigens heuer auch, wenn PAOK die Wölfe aus der Europa-League-Quali schießen sollte. Bei einem Weiterkommen, wäre eine Ligaphase schon fix. Denn dann steht der WAC im Europa-League-Play-off, scheidet man dort aus, steigt man fix in die Conference League um. Ein Hauptbewerb soll es auf jeden Fall wieder werden. Und schon über Saloniki kann der dritte Aufstieg in den Fußball-Olymp gelingen.