Die ewige Frage des Drucks. Wird man sich jemals verkneifen können, sie zu stellen? Gerade beim WAC, der in der abgelaufenen Saison alle Erwartungen um ein Vielfaches übertroffen hatte, wird dieses Thema, auch abhängig von den Resultaten, wohl noch häufiger als sonst aufgegriffen werden. Didi Kühbauer ist schon lange genug im Trainergeschäft, um mit solchen Fragen elegant umzugehen, selbst wenn er noch keine endgültige Antwort parat hat. „Es ist bei jedem Profisportler Druck da, das braucht es auch, um die Spannung aufrechtzuerhalten“, verallgemeinert der Burgenländer fügt aber gleich hinzu: „Diesen Druck muss ich aus der Mannschaft nehmen. Natürlich werden viele Spieler das Gefühl haben, sie müssen die Vorsaison bestätigen oder gar noch toppen. Daher ist es mir wichtig, dass sich die Mannschaft nicht übernimmt, und ich glaube, das nötige Gefühl zu haben, um das verhindern zu wissen.“ Der 51-Jährige weist im selben Atemzug auch immer auf die Größe und Reichweite des WAC hin: „Wir sind trotz der Erfolge ein kleiner Verein. Dessen muss man sich immer bewusst bleiben. Leistungsschwankungen sind da ganz normal, vor allem wenn, wie heuer, die Belastung höher ist.“
Kaderplanung noch im Gange
Diese Belastung ließe sich nur mit einem größeren Kader abfedern, dessen derzeitige Zusammensetzung die nächsten Fragen aufwirft. Wer wird noch gehen? Wer wird noch hinzukommen? Hat der WAC genug Spieler um etwaige Ausfälle zu kompensieren? Didi Kühbauer bleibt auch hier recht kryptisch, will keine konkreten Positionen oder gar Namen nennen: „Eigentlich brauchen wir auf jeder Linie noch Neuzugänge. Das ist aber nicht gegen meine Spieler gerichtet, sondern einfach der pragmatische Ansatz um in der Liga bestehen zu können.“ Zu Dejan Zukic, der aufgrund von Wechselgerüchten, die ersten Trainingseinheiten ausließ, nun aber wieder fixer Bestandteil des Kaders ist, fand Kühbauer klare Worte: „Solange er da ist, hat er seine Sache möglichst gut zu machen. Die Transferambitionen dürften vorerst vom Tisch sein, daher wird er auch fix im Kader stehen.“
Nach den neuen Bundesligasatzungen dürfen die Mannschaften ab heuer 20 Namen anstelle der bisher 18 auf den Spielbericht schreiben. Für den WAC-Trainer ist diese Änderung aber nur peripher von Bedeutung: „Man kann ja trotzdem nur fünf Leute einwechseln, egal wie viele Spieler auf der Bank sitzen.“
Altach als kleiner „Dino“
Der Auftaktgegner Altach ist trotz aller Abstiegssorgen, welche die Vorarlberger immer wieder durchrüttelten, schon seit zehn Jahren durchgehend in der Bundesliga. Kühbauer ist dieses Jahr davon überzeugt, dass sie mit den unteren Tabellenplätzen diesmal nichts zu tun haben werden. „Sie sind kein Abstiegskandidat. Es wird ein schweres Spiel und wir brauchen auf jeden Fall eine bessere Leistung als im Cup gegen Wallern. Die Spieler wissen auch, dass das zu wenig war.“ Generell sieht der Coach grundsätzlich eine Niveausteigerung in der Liga. „Die anderen Vereine sind ja auch nicht stillgestanden und haben sich weiterentwickelt. Es wird heuer sicher härter, eine gute Platzierung zu erreichen. Dennoch bin ich überzeugt, dass wir das erste Heimspiel positiv gestalten können.“