Nach einer starken Saison des WAC liegt die Messlatte im Lavanttal wenige Tage vor Saisonstart der Bundesliga natürlich hoch. Trainer Didi Kühbauer und seine Elf haben das ÖFB-Cup-Spiel, bei dem man sich mit viel Mühe gegen Wallern in die nächste Runde boxte, fertig aufgearbeitet und der volle Fokus liegt auf dem ersten Spiel am Samstag (17 Uhr) zu Hause gegen Altach. Einer, der sich ganz und gar nicht auf den starken Leistungen aus der letzten Spielzeit ausruhen möchte, ist der Trainer selbst und sein Kapitän. Diese Einstellung war auch von der ersten Trainingseinheit weg spürbar.

Die Erwartungshaltung im Wolfsberger Umfeld ist nun einmal gestiegen: „Das was letztes Jahr war, war wunderschön, aber davon können wir uns heuer nichts mehr kaufen und wir haben uns nichts geschenkt. Wir sind gut und fast verletzungsfrei durch die Vorbereitung gekommen, bis auf Chibuike Nwaiwu sind alle fit. Wir haben auf jeden Fall so trainiert, wie wir trainieren wollten, auch wenn wir im Trainingslager ein wenig Pech mit dem Wetter hatten“, erzählt WAC-Kapitän Dominik Baumgartner, der sein Team für die kommenden Aufgaben gut vorbereitet sieht.

Führungsspieler als entscheidender Faktor

Aufgrund der hohen Erwartungshaltung benötigt es auch Führungsspieler im Wolfsrudel. Diese machten den WAC in der Bundesliga und international in den letzten Jahren auch zu dem was er jetzt ist. So trugen damals Michael Liendl und Mario Leitgeb in der Defensiv-Achse einen wesentlichen Teil zum Erfolg bei. Baumgartner: „Mit ihnen in der Innenverteidigung und Alex Kofler im Tor war das schon eine Einheit. Heute sind es halt vor allem Chibuike Nwaiwu in der Defensive und Kreativspieler wie Dejan Zukic und Thierno Ballo. Grundsätzlich sind sie bei uns, wie es im Transferfenster weitergeht, weiß ich nicht.“ Auch Neuzugang Donis Avdijaj zeigte bereits, dass er zu den Führungsspielern zählen will und kann. „Das hat er ja auch schon bei Hartberg unter Beweis gestellt. Ich hoffe, dass es heuer auch Erik Kojzek schafft, sich weiter zu etablieren. Er hat letztes Jahr als Einwechselspieler schon vieles richtig gemacht, hoffentlich kann er noch einen Schritt gehen“, sagt Baumgartner.

Die Mehrfachbelastung durch Bundesliga und Europacup gleich zu Beginn der Saison sieht Baumgartner nicht als Problem. „Für mich waren die Jahre in der Europa League die schönsten. Ich glaube, dass es mehr Spiele zu haben von der rein körperlichen Belastung nicht so ein Unterschied ist. Normal sind diese Spieltage ja Hauptbelastungstage im Training, also von dem her ist es nicht viel anders. Was natürlich dazu kommt, ist die mentale Belastung, weil du einfach weniger Zeit zum Abschalten hast. Ich persönlich habe diese Doppel- oder Dreifachbelastung am liebsten“, betont der 29-Jährige und fügt an: „Wir müssen die Kirche aber im Dorf lassen. Wir sind der WAC und haben nicht die größten Möglichkeiten der Liga, wir wissen aber, dass wir, wenn wir unser Spiel auf den Platz bringen, jeden schlagen können. Das und ein Top-Sechs-Platz sind die Ziele, mit denen wir in die Saison gehen.“

Trainer Kühbauer sieht die Belastung nicht gerade positiv. „Möglicherweise werden wir kämpfen müssen, weil die Mehrfachbelastung da ist“, weiß der Cheftrainer, der auch von einer Übersättigung spricht: „Ich liebe Fußball, aber ich glaube, dass wir zu viel Fußball haben. Du hast kaum mehr Pausen, ob als Spieler oder Zuschauer, irgendwann tritt eine Übersättigung ein.“