Am Ende zog der WAC sprichwörtlich alle Register. Didi Kühbauer wechselte in den letzten 30 Minuten alle ihm zur Verfügung stehenden Offensivkräfte ein. Erst kamen Donis Avdijaj und Erik Kojzek für einen farblosen Markus Pink. Nach dem ersten Gegentreffer durfte auch Cup-Held Angelo Gattermayer sein Glück versuchen. Der Grund, weshalb auch diese Register die Kreativität im Spiel nach vorne nicht freisetzen konnten war wohl, dass es nicht an den Einzelspielern lag, sondern am mangelnden Konzept des ganzen Kollektivs. „Das war von uns von der ersten bis zur letzten Minute ein Spiel das kein Trainer sehen will. Wir haben heute auf dem Platz alles vermissen lassen, was uns letzte Saison so stark gemacht hat. Es haben auf allen Linien die Basics gefehlt. Das war sehr enttäuschend“, zog Kühbauer trocken Resümee und versuchte auch etwas unterbewusst den Druck rauszunehmen, welcher der Mannschaft von allen Seiten auferlegt worden war: „Wir müssen diese Spielzeit wieder kleinere Brötchen backen und unsere Ziele zurückschrauben. So ehrlich muss man sein. Das heißt aber gleichzeitig nicht, dass wir keine gute Mannschaft haben. Wir müssen uns wirklich alle an der Nase nehmen und das möglichst schnell ändern.“ Dem stimmte auch Kapitän Dominik Baumgartner zu: „Bis jetzt haben uns nur die Medien so stark gemacht. Wir wissen, dass jedes Spiel für uns extrem schwer wird und mit solchen Leistungen wie heute wird es eine harte Saison.“

Offensive abgemeldet

Besonders auffallend war das mangelhafte Spiel nach vorne. Es fehlten die zündenden Ideen gegen stabile Altacher die vor allem in der zweiten Hälfte bis auf ein Zufallsprodukt von Simon Piesinger nichts mehr zuließen. „Die Laufwege haben nicht gestimmt, wir haben Pässe zu weich und ungenau gespielt und haben zu viele Zweikämpfe verloren“, wusste der 51-jährige Burgenländer genau, woran es gelegen hatte. Neuzugang Marco Sulzner, der in Hälfte eins wohl die beste Chance der Wölfe liegen gelassen hatte, kam zu einem ähnlichen Schluss: „Wir sind nicht energisch genug ins Eins-gegen-Eins gegangen und das ist nun mal die Grundlage für jedes Spiel. Das war heute viel zu wenig.“

Kuriose Unterbrechung

Dejan Zukic war der auffälligste Akteur beim WAC und war bis zu seiner überraschenden Auswechslung in Minute 64 an allen gefährlichen Aktionen beteiligt. „Auch Avdijaj ist stark auf dieser Position und ich wollte ihm eine Chance geben“, rechtfertigte Kühbauer seine Personalentscheidung. Kurios: Kurz davor musste das Spiel für gute fünf Minuten unterbrochen werden und hatte in einer Drangphase des WAC diesem ein wenig das Momentum genommen. Die Funkverbindung zwischen Schiedsrichter und Assistenten funktionierte nicht mehr richtig. „Das darf nicht als Ausrede herhalten“, war sich die ganze Mannschaft einig.

Ob der Hebel in der Mannschaft so schnell umgelegt werden kann ist fraglich, sind die Lavanttaler doch bereits am Donnerstag (19.30 Uhr) in der Europa-League-Qualifikation bei PAOK Thessaloniki zu Gast. Kühbauer weiß: „Das ist nochmal ein anderes Kaliber als ‚Altach. Wenn wir uns nicht steigern, kann das sehr böse enden.“