Als „müden Sommerkick“ konnte man das Spiel WAC gegen Altach nicht bezeichnen. Denn angesichts der für diese Jahreszeit ungewöhnlichen tiefen Temperaturen um die 17 Grad kann die Hitze kaum als Ausrede für eine erneut schwache Vorstellung des WAC gelten. Die Mannschaft von Trainer Didi Kühbauer hatte nach dem schmeichelhaften Cup-Erfolg eine Leistungssteigerung angekündigt, doch diese sollte gegen spiel- und vor allem kampfstarke Altacher nie eintreten. Zerfahren und ohne klare Linie präsentierte sich das Spiel der Wölfe über weite Strecken bei der 0:2-Niederlage gegen die Vorarlberger. Zwischendurch mangelte es auch an Körpereinsatz und Wille. Verteidiger Nico Wimmer sah die Sachlage ähnlich: „wir hatten viele Ballverluste in allen Spielzonen und konnten kaum Zweikämpfe gewinnen. So kommt man dann auch nicht vors Tor.“
Schon in den ersten Minuten machte sich eine gewisse Lethargie beim WAC bemerkbar, als er Ousmane Diawara zweimal gefährlich zum Abschluss kommen ließ. Nikolas Polster verhinderte mit starken Reflexen einen frühen Rückstand. Die in der abgelaufenen Saison so torgefährlichen Lavanttaler, die hinter Meister Sturm die zweitmeisten Treffer erzielen konnten, fanden über das gesamte Spiel offensiv praktisch nicht statt. Zwei brauchbare Aktionen von Dejan Zukic, der trotz aller Gerüchte in der Startelf stand, sowie von Neuzugang Marco Sulzner waren die ganze Ausbeute in der ersten Hälfte. Beide trafen bei ihren Abschlüssen den Ball jedoch nur unzureichend.
Noch schwächere zweite Hälfte
Wer sich in der zweiten Hälfte ein Feuerwerk des Heimteams erwartet hatte, wurde abermals enttäuscht. Auch der für Zukic eingewechselte Neuzugang Donis Avdijaj, der sich nach dem Match die Enttäuschung, nur auf der Bank gesessen zu haben, nicht anmerken ließ, blieb farblos. „Man muss hinnehmen, wie der Trainer aufstellt. Das ist ganz normal.“ Zum Match selbst sagte der Deutsch-Kosovare nur: „Unser Spiel war einfach schwach, da muss für die Europa League eine Steigerung her So passierte in Minute 72, worum schon lange gebettelt wurde. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld passte die Zuordnung in der Defensive nicht mehr und Diawara tauchte nach sehenswerter Kombination plötzlich alleine vor Keeper Polster auf. Der Stürmer aus Mali ließ sich diese Chance nicht entgehen. Der WAC blieb in Folge bemüht, fand aber keinen Weg durch die stabile Altacher Defensive. Ganz im Gegensatz zu den zielstrebigen Mannen aus dem Ländle, die durch Alexander Gorgon mit einem herrlichen Weitschuss ins Kreuzeck zehn Minuten nach der Führung für die Entscheidung sorgten. Ein einziger Schuss aufs Tor war am Ende die traurige Bilanz enttäuschender Wolfsberger, die bis zur Form des Frühjahres wohl noch einen weiten Weg vor sich haben werden.