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Nach Mattersburg – SturmÖFB mahnt zu respektvollem Umgang mit Schiedsrichtern

Nach dem vieldiskutierten Spiel vom Wochenende, in dem sich Mattersburg und Sturm mit 3:3 trennten, meldete sich nun auch der ÖFB in einer Aussendung zu Wort.

Josef Spurny
Schiedsrichter Josef Spurny (in rot) stand am Samstagabend ungewollt im Mittelpunkt © (c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Michael Meindl)
 

Das ereignisreiche Remis im Mattersburger Pappelstadion, bei dem sich die Gastgeber und der SK Sturm mit 3:3 trennten, war wohl das Spiel des Wochenendes in der heimischen Bundesliga. Als wären sechs Tore, zwei Elfmeter und einige strittige Schiedsrichterentscheidungen nicht bereits genug für eine äußerst únterhaltsame Partie, kochten im Anschluss daran bei Sturm-Trainer Nestor El Maestro, Geschäftsführer Sport Günter Kreissl und Torwart Jörg Siebenhandl die Emotionen über. Worte, die nicht folgenlos bleiben sollten. Noch heute wird der Bundesliga-Strafsenat über etwaige Sanktionen entscheiden, der ÖFB meldete sich bereits am Nachmittag zu Wort und fordert "respektvollen Umgang mit Schiedsrichtern.

Hier die Aussendung im Wortlaut:

Das Eliteschiedsrichter-Komitee und der ÖFB sehen sich gefordert, nach inakzeptablen Äußerungen in Bezug auf Schiedsrichterentscheidungen in aller Deutlichkeit festzuhalten:

Das Eliteschiedsrichter-Komitee und die Eliteschiedsrichter betreiben wöchentlich intern eine selbstkritische Analyse der Spielleitungen sowie einen ehrlichen und sachlichen Umgang mit den getroffenen Entscheidungen. Alle Beteiligten sind bestrebt, in jedem Spiel und in jeder Spielsituation ihre beste Leistung abzurufen. Dieses Ansinnen verbindet Spieloffizielle, Spieler und Teamoffizielle. Trotz allem gibt es bei allen Beteiligten Situationen, in denen man diesem hohen Anspruch an sich selbst nicht gänzlich gerecht werden kann.

Die Vorfälle und Aussagen von Spielern, Trainern und Funktionären nach dem Spiel SV Mattersburg – SK Sturm Graz sind unabhängig von den getroffenen Entscheidungen auf das Schärfste zu verurteilen. Insbesondere ist es nicht akzeptabel, wenn Spieler des SK Sturm Graz Handlungen gegen den Spieloffiziellen, die mit körperlicher Gewalt in Zusammenhang stehen, verbal propagieren („Am liebsten hätte ihn (den Schiedsrichter, Anm.) wahrscheinlich jeder zusammengegrätscht“). Ebenfalls ist die Reaktion (Entreißen des Balls) des Trainers des SK Sturm Graz nicht zu akzeptieren und entspricht in keiner Weise einem respektvollen Umgang zwischen Spiel- und Teamoffiziellen. Deshalb wurde bei den zuständigen Gremien der Antrag eingebracht, entsprechende Schritte einzuleiten. 

Bei aller verständlicher Emotionalität im Rahmen von Spielen muss von allen Beteiligten ein Mindestmaß an Respekt, Besonnenheit und Korrektheit gewahrt werden, um auch künftig ein sportlich faires Miteinander möglich zu machen.

Regeltechnische Auslegung

Die Darstellung, wonach das Schiedsrichterteam unzählige Fehlentscheidungen getroffen und damit das Ergebnis maßgeblich beeinflusst hätte, ist nur in einer einzigen Situation (Abseitsposition vor dem 1:0 des SVM) regeltechnisch gedeckt. Diese wurde auch vom Schiedsrichter nach dem Spiel entsprechend kommentiert und mit Bedauern zugegeben.

Alle weiteren diskutierten Entscheidungen – insbesondere die massiv kritisierte Strafstoßentscheidung zum 3:3 aufgrund eines strafbaren Handspiels – wurden regeltechnisch korrekt getroffen. Im IFAB-Regelwerk ist dies wie folgt verankert:

"Ein Vergehen liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit der Hand/dem Arm berührt und sich seine Hand/sein Arm über Schulterhöhe befindet (außer der Spieler spielt den Ball vorher absichtlich mit dem Kopf oder Fuß und der Ball springt ihm dabei an die Hand/den Arm)."

Das Eliteschiedsrichter-Komitee, der ÖFB und die Bundesliga sind bestrebt, die Schiedsrichter zum frühestmöglichen Zeitpunkt durch die Einführung des Video Assistant Referees ("VAR") bei ihrer fordernden und verantwortungsvollen Aufgabe zu unterstützen. Entsprechende Schritte wurden im Rahmen der ÖFB-Präsidiumssitzung am 13. September eingeleitet und in weiterer Folge in den Gremien der Bundesliga behandelt. 

Kommentare (10)

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Rick Deckard
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Also Sturm sollte schauen ja keinen

Europacup Platz zu ergattern. Nicht noch einmal so ein Trauerspiel! Schön brav im Mittelfeld mitspielen und Punkt 9 des Leitbildes von Sturm einhalten: Ja kein Risiko eingehen! Die Prämien könnte sich der Verein nicht leisten.

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Geom38
1
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"Nicht gänzlich gerecht"

ist eine nette Umschreibung der Tatsache dass manche Schiri-Teams oft heillos überfordert sind. Sind ja vor allem oft auch die Assistenten, die ihrem Chef nicht gerade eine Hilfe sind. Nach fragwürdigen oder klaren Fehlentscheidungen werden die Stellungnahmen der davon Betroffenen dann logischerweise eben dementsprechend ausfallen, sind ja auch nur Menschen und keine emotionslosen Maschinen. Vor allem wenn man ihnen sofort nach Spielende ein Mikro unter die Nase hält oder Kameras gefühlt fast bis auf's WC draufhalten. Was im übrigen genauso respektlos ist...

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derpanther
9
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komisch...

Zuerst wird man durch die Fehlentscheidung um den Sieg gebracht und dann durch die darauffolgenden Emotionen(herbeigeführt eben durch den Schiri) wird wieder eine Strafe gefordert?? Die Spieler und Trainer trainieren und rackern sich unter der Woche ab und ein Schiri darf dann ein Spiel entscheiden ?? Es geht um Millionen wenn man die Europacup Plätze nicht erreicht. Ist doch Wahnsinn!!

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Bertl1970
11
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SK Sturm

es geht um Europacup Plätze-ein guter Scherz,bekanntlich ist Sturm nach der ersten Begegnung bereits ausgeschieden-und rackern halte ich auch für übertrieben-sie werden ja dafür fürstlich bezahlt,die jedem normalen Beschäftigten erblassen lassen.

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Chris67
1
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ÖFB-Präsidiumssitzung am 13. September

Bitte kontrollieren- kann ja nicht erst 2020 sein - oder

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Chris67
1
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ÖFB-Präsidiumssitzung am 13. September

Bitte kontrollieren- kann ja nicht erst 2020 sein - oder

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schteirischprovessa
0
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Die Bezeichnung "Eliteschiedsrichterkomitee" ist eine vorsätzliche Täuschung der

Fussballfans. So viele gravierende Fehlentscheidungen wie heuer hat es noch nie gegeben. Traurig, dass das die Elite sein soll.

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einmischer
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Schiedsrichter

Der Schirigilde würde kein Stein aus der Krone fallen, wenn man Qualitätsprobleme bei der derzeitigen Generation zugeben würde und auf bessere Ausbildung hinarbeiten würde.
So viele arrogante Gockeln waren noch nie unterwegs.
Kein Gefühl, keine Persönlichkeit,...…….
Lasst´s doch die Alten länger pfeifen.
Ein Eisner ist sicher auch hin und wieder angeeckt, erinnern kann ich mich nicht mehr daran.
Aber was da abgeht gehört abgestellt. Aber nachdem es ja in der Schiriszene intern rumort, wird wohl so schnell nichts daraus werden

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Eisapfel00
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Komisch

Aber für all die Falschen Schiedsrichterentscheidungen ( nicht nur Sturm und ein Spiel) gibt es wohl nicht sehr viel zu sagen-denn eine Fehlentscheidung für ein Tor Ja oder Nein - kann das ganze Spiel Entscheiden.
Ich mach mir halt den eigenen Stall nicht schlecht.

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donots1
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Interviews

Einfach Interviews gleich nach Spielende verbieten oder unterbinden, dann kommt´s auch zu keinen verbalen Entgleisungen. Denn die Fragen der Reporter kurz nach Abpfiff sind oft sehr entbehrlich. Gerade bei einem so hoch emotionalen Spiel wie in Mattersburg. (siehe aber auch unter Neukirchner ;-] )

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