Mazda CX-30Walter Röhrl testet: Was der Diesotto-Motor im Mazda CX-30 kann

Walter Röhrl, Doppel-Rallye-Weltmeister und Kleine-Zeitung-Cheftester, über den Mazda CX-30 mit dem neuen Diesotto-Motor.

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Meisterschüler:Walter Röhrl und der Mazda CX-30 © OLIVER WOLF
 

Irgendwie war es ein seltsames Gefühl: Wir hatten an diesem Tag bei unserem Test ein halbes Dutzend Autos unter die Lupe genommen. Mit allen möglichen digitalen Spielereien beim Cockpit und bei den diversen Bildschirmen. Und dann setze ich mich in den Mazda CX-30 und: Ruhe, wie eine digital beruhigte Zone. Alles wirkt aufs Wesentliche reduziert, gut tuend klassisch, aber anfangs halt ungewohnt, wenn man sich die digitale Wucht anschaut, die heute in den Autos stattfindet.

Natürlich hat der CX-30 auch digitale Elemente (Bildschirm/Mitte, etc.). Aber - und das gehört zu seiner Grundcharakteristik - er ist einfach entschleunigt. Meine Kollegen von der Mobilitätsredaktion schwärmen davon, wie entspannt man lange Strecken zurücklegen kann, weil das Ambiente wohltuend anders ist. Und die ganze Menüführung (zentraler Bildschirm) ist erstaunlich simpel.

Autotest: Walter Röhrl testet den Mazda CX-30
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Und noch etwas macht diesen CX-30, den wir getestet haben, besonders: seine Motorisierung. 180 PS aus zwei Litern Hubraum klingen kräftig, aber Mazdas Techniker hatten etwas anderes im Sinn, an dem andere Konzerne gescheitert sind. Man hat eine Technologie massentauglich gemacht, die mit viel Gehirnschmalz – Kompressionszündung etwa, hohe Verdichtung, Mild-Hybrid-System – die Vorteile von Benzinern und Diesel vereinen soll.

Modellvorstellung: Mazda CX-30

Inzwischen entfallen die Hälfte aller Verkäufe bei Mazda auf die beiden SUV CX-3 und CX-5. Logisch also, dass die Japaner noch einen dritten Crossover nachschießen.

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Der reiht sich zwischen die beiden bestehenden Hochsitze ein. Bei einer Gesamtlänge von 4395 Millimetern entfallen 2655 auf den Radstand, was ordentliche Platzverhältnisse für die Passagiere und einen 430 Liter fassenden Kofferraum unter einen Blechhut bringt.

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Im Innenraum sind Cockpit und Bedienelemente möglichst ablenkungsfrei angeordnet. Das Infotainment zeigt sich weiterentwickelt, Apple CarPlay und Android Auto inklusive.

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Ein außergewöhnliches Klangerlebnis ermöglicht die Positionierung der Lautsprecher, während spezielle Dämmungsmaßnahmen im Innenraum für ein angenehm niedriges Geräuschniveau sorgen.

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Motorisch tut sich folgendes: Zum einen gibt es den 2-Liter-Benziner mit 122 PS, zum anderen einen 1,8-Liter-Diesel mit 116 PS und schließlich ein bisschen von beidem.

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Der „Diesotto“ namens Skyactiv X, ist nämlich ein Benziner, der selbst zünden kann. Alle Triebwerke können mit Automatik und Allrad kombiniert werden.

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Marktstart für den Mazda CX-30 ist der 20. September.

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Für den Benziner mit 122 PS werden ab 25.990 Euro fällig.

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Beim Diesel mit 116 PS liegt der Einstiegspreis bei 28.190 Euro.

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Die Tarife für den „Diesotto“ beginnen bei 28.890 Euro. Automatik gibt es für alle Antriebe um 2100 Euro, Allrad um 2200 Euro Aufpreis.

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Mein Eindruck: In Sachen Verbrauch hat man einen echten Fortschritt gemacht. Wir haben uns bei rund 6,5 Liter eingependelt, für ein Auto in der Größenordnung und mit 180 PS ist das respektabel.

Es ist auch die Bandbreite in der das Ganze funktioniert erstaunlich. Nur wenn man permanent sehr hochtourig fährt, steigt der Verbrauch an. Nimmt man sich aber nur etwas zurück, kommt man sogar auf Werte unter sechs Liter und dann steht ein Fünfer vorne – das ist wirklich beachtlich! Die PS kommen dabei nie brachial durch, der Motor dreht dabei unermüdlich, wie eine Nähmaschine.

Plus & Minus

+ Genügsam. Wenn man den Mazda CX-30 richtig fährt (große Bandbreite!), dann kommt man auf feine Verbrauchswerte – für die 180 PS und die Fahrzeugkategorie.
+ Sehenswert. Wie Mazda Ruhe ins Cockpit bringt – klassisch, mit digitalen Elementen.

- Knappe Sache. Wenn man als Fahrer über 1,95 Meter groß ist, wird es hinten für Erwachsene eng.

Und sonst? Perfekte Sitzposition für den Fahrer, allerdings wird es hinter einem 1,95-Meter-Mann wie mir dann doch ein wenig eng. Ideal ist das Auto sicher für eine Familie mit zwei Kindern und solange man unter 1,90 Meter groß ist, können die Kinder schon anwachsen. Auch der Kofferraum des CX-30 ist großzügig bemessen und schluckt ausreichend.

Die Lenkung ist leichtgängig, aber immer sehr gefühlvoll. Die Schaltung funktioniert einwandfrei, das ganze Fahrgefühl ist Richtung Gutmütigkeit ausgelegt. Wellen werden gerade so stark weggefiltert, dass sie noch spürbar sind, aber absolut nicht stören – auch das passt wirklich gut. Mich beeindruckt letztlich aber am stärksten, wie ökonomisch man mit einem 180 PS starken Benziner heute unterwegs sein kann.

Mazda CX-30 Skyactive-X

Preis: ab 28.890 Euro, mit Allrad und 6-Gang-Getriebe ab 33.590 Euro.
Motor: 2-Liter-Benziner; 180 PS, 224 Newtonmeter maximales Drehmoment bei 3000 U/min.
Abmessungen: 4395/1795/1540 mm L/B/H; 430 l/Kofferraumvolumen.
Antrieb: 6-Gang-Schalter oder Automatik bzw. Front- oder Allradantrieb.
Testverbrauch: rund 6,5 Liter.

Kommentare (3)
scionescio
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6,5l/100km ist gut???

Ich kenne Kombis mit mehr PS, 1800 Liter Stauraum (da passt eine Europalette rein) die um etliches größer sind (da können fünf Passagiere entspannt in den Urlaub fahren) und die verbrauchen nur 5,2l/100km im Realbetrieb.

Carlo62
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Ich fahre mit 7,2l/100km

mit meinem Q7 (2.300kg Eigengewicht) mit 280PS im Stadt/Autobahn Mix. Es gibt halt nichts Besseres als einen Diesel mit genug Hubraum.

badkitten
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6
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Mazda ist gut, aber

Die neue Generation hat massiv Probleme. Das genialste ist, wenn man ein Neuauto hat, bei dem die Assistenten andauernd ausfallen, dann hilft dir das genialste Auto nix, wenn Mazda die Werkstätten verhungern lässt, die Kunde nach 6 Monaten noch immer mit teilweise sicherheitsrelevanten Error in der Software herumfahren. Und wennst dann noch hörst, dass es für die Pressefahrzeuge eine eigene Software gibt, dann hat man den Glauben in seine Lieblingsmarke verloren.