Skoda KamiqWalter Röhrl testet: Im Skoda Kamiq erlebt man so seine Wunder

Walter Röhrl, Doppel-Rallye-Weltmeister und Kleine-Zeitung-Cheftester, über den Skoda Kamiq.

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Ausflug beim letzten Schnee und in Vor-Corona-Zeiten: Walter Röhrl und der Skoda Kamiq © OLIVER WOLF
 

Skoda hat sein SUV-Trio in drei Größenordnungen dimensioniert. Nach Kodiaq und Karoq kommt der Kamiq, wie erwartet in einer Zwischengröße – im Vergleich zu der Konzernverwandtschaft. Wenn man das Auto einordnen will, kann man es so auf den Punkt bringen: Bei der Größenordnung orientiert man sich in Richtung VW T-Roc, bei den Preisen eher in Richtung T-Cross.

Der Kamiq ist freilich kein klassisches SUV, sondern ein Crossover mit einer erhöhten Sitzposition und einer sozial verträglichen Größe (4,24/1,79/1,55 m L/B/H). Aber was man aus diesen Werten herausholt, ist enorm. Man sitzt hervorragend, vorne wie hinten. Im Fond hätte ich sogar hinter einem Fahrer in meiner Größe hervorragend Platz. Das ist besser als Premium Economy im Flugzeug. Und besser als bei vielen vergleichbaren Autos in der Klasse.

Profitest: Walter Röhrl testet den neuen Skoda Kamiq
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Der Kamiq ist ein Platzwunder, ich bin ja 1,95 Meter groß. Aber in dieser Kamiq-Dimension könnte ich gut leben, auch auf längeren Strecken. Dazu kommen 400 Liter Kofferraum. Mit all diesen Eindrücken wird man wohl auch die Anhänger des alten Yeti argumentativ besänftigen können.

Bei Handling geht’s in der Tonart weiter: ausgezeichnet, viel Gefühl in der Lenkung. Der Kamiq lenkt gut ein, gibt gute Rückmeldungen und rollt auf schlechten Straßen gut über die Wellen ab. Der Komfort ist hervorragend, das ganze Fahrwerk eine weitere starke Seite.

Modellvorstellung: Skoda Kamiq

Kodiaq, Karoq – und jetzt der Kamiq: Damit hat Škoda seine SUV-Familie vom größten bis zum kleinsten Mitglied neu aufgestellt. Als erstes Modell der Marke führt der Kamiq zweigeteilte LED-Frontscheinwerfer aus, bei denen das Tagfahrlicht wie vier Edelsteine über dem Hauptscheinwerfer platziert ist. Genauso wie die dynamischen Blinker.

ŠKODA

Der kleinste Bruder im Bunde ist 4241 Millimeter lang, 1793 breit und 1531 hoch. Der Radstand misst 2651 Millimeter, was den Passagieren im Fond eine Kniefreiheit 73 Millimetern beschert.

ŠKODA

Der Kofferraum fasst 400 Liter, klappt man die Rücksitzlehnen um, werden es 1395 Liter. Optional ist auch die Rückenlehne des Beifahrersitzes umklappbar.

ŠKODA

Der Schuhlöffel in die Motorenfamilie ist der 1,0 TSI mit 95 PS in Kombination mit einem manuellen 5-Gang-Getriebe, der ein maximales Drehmoment von 175 Newtonmetern entwickelt.

ŠKODA

In der nächsten Ausbaustufe entwickelt der Dreizylinder-Benziner 115 PS (200 Nm), wahlweise gepaart mit einem 6-Gang-Getriebe oder einem Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Stufen – wie bei allen weiteren Motorisierungen auch.

ŠKODA

Darüber rangiert der 1,5-Liter-Vierzylinder mit 150 PS und einem maximalen Drehmoment von 250 Newtonmetern, der bei geringer Last zwei Zylinder abschaltet.

ŠKODA

Ebenfalls über 250 Newtonmeter Drehmoment produziert der Vierzylinder-Diesel 1,6 TDI (115 PS). Der Kamiq verbrennt aber auch Erdgas und zwar als 1,0 G-Tec mit 90 PS.

ŠKODA

Obwohl er nach Offroad aussieht, kommt das kleine SUV nur mit Frontantrieb. Neben der Standardabstimmung wird ein Sport-Fahrwerk mit 10 Millimeter Tieferlegung und verstellbaren Dämpfern angeboten.

ŠKODA

Im Interieur dominiert der freistehende Bildschirm mit einer Größe von bis zu 9,2 Zoll. Mit einer Größe von 10,25 Zoll (drei Infotainmentsysteme stehen zur Auswahl) gehören auch die optionalen digitalen Armaturen zu den größten Displays im Segment.

ŠKODA

Insgesamt hält der Kamiq mehr als 20 „Simply Clever“-Features, wie wir sie von Škoda kennen, bereit: Als erstes Fahrzeug seiner Klasse bringt er zum Beispiel einen Türkantenschutz mit, der beim Öffnen automatisch ausklappt, um Dellen beim Parkplatznachbar oder am eigenen Auto zu verhindern.

ŠKODA
1/10

Wir waren mit dem Dreizylinder-Benziner mit 115 PS unterwegs: Der Klang ist für einen Dreizylinder – was ganz wichtig ist – nicht nervig, im oberen Drehzahlbereich hört er sich sogar irgendwie sportlich-brummig an. Aber wir bleiben ja ohnehin lieber im perfekten Drehzahlbereich, damit wir die Verbrauchswerte niedrig halten. Die Leistungsausbeute ist für 115 PS wirklich gut, das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet fein.

Plus & Minus

+ Raumgefühl. Für diese Länge einfach sensationell – das beherrscht Skoda perfekt.
+ Komfortzone. Das Fahrwerk bietet feinen Komfort. Die Lenkung liefert gute Rückmeldungen.
+ Clever. Details wie der Türschutz helfen im Alltag.

- Makel. Diesmal passe ich.

Der Kamiq ist in seiner Gesamterscheinung eine Wohlfühlzone: Die Übersichtlichkeit ist gut, die Haptik der Materialien passt, das Design ist auf den ersten Blick erkennbar: kompakt, schnörkellos, klar als Skoda erkennbar. Ich bin schwer begeistert, was man aus so einer Größe herausholt und welche Qualität Skoda heute liefert.

Skoda Kamiq

Preis. 27.570 Euro (Testauto), Startpreis für das Basismodell 19.980 Euro.
Antrieb. Dreizylinder-Benziner, 115 PS, 200 Newtonmeter maximales Drehmoment bei 2000 bis 3500 U/min, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.
Verbrauch. 6,1 bis 6,8 l/100 km (Werksangabe), rund 7 Liter (Realverbrauch).

Das Beste: Es gibt noch eine Handbremse und man hat so clevere Details wie den Türschutz – ein Plastikschoner klappt aus, wenn man die Tür öffnet, so zerkratzt man nicht den Lack etc. – auch von den größeren Skoda-Brüdern übernommen.

Kommentare (4)
scionescio
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Dreizylinder Benzin, 115 PS, 400 Liter Kofferraum, 7 Liter Verbrauch ...

Vierzylinder Diesel, 200 PS, 1800 Liter Kofferraum-> 5 Liter Verbrauch... Downsizing ist Schwachsinn, weil es schlecht für die Umwelt ist und die Motoren weniger Laufleistung haben

Carlo62
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272 PS, 600 Nm, 7,2 Liter / 100 km

Audi Q7, so geht Auto!

compositore
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@scionescio

Tippe auf Benz E, T-Modell, ca. 54tsd € (Preis ohne Zusatzausstattung, Einstiegsmodell), zu 22tsd €für den Skoda. Na eh klar, Peanuts!

scionescio
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@compositore: Gratuliere;-)

Natürlich spielt der Benz in einer anderen Liga und ob er sein Geld wert ist, muss jeder für sich entscheiden- mir ging es aber nur um den Motor und mit dem Vergleich wollte ich verdeutlichen, dass Downsizing gut klingt, aber in Wahrheit ein Vollholler ist - ein gutes Beispiel, wie Hersteller durch veröffentlichte Meinung von Halbwissenden („Klein ist gut - weg mit den Hubraummonstern!) gezwungen werden, wider besseres Wissen etwas zu bauen, was allen schadet!