Seat TarracoWalter Röhrl testet: Der Seat Tarraco ist ein Tanzsaal zum fairen Tarif

Walter Röhrl, Doppel-Rallye-Weltmeister und Kleine-Zeitung-Cheftester, über den Seat Tarraco.

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Seat Tarraco im Profitest: „Kann alles, was noble Premiumkollegen können, und duckt sich preislich unter die Preise der Kollegen.“ © Oliver Wolf
 

Es ist schon erstaunlich, wie sich Seat gemausert hat. Galt die Marke zwei Jahrzehnte lang als Problemkind und Wackelkandidat, hat Volkswagen heute seine Freude mit der spanischen Tochter.

Unter der Führung von Luca de Meo schaffte Seat endgültig die Wandlung vom Aschenputtel zur Prinzessin und es ist zu bedauern, dass der smarte Italiener kürzlich den Hersteller Richtung Frankreich samt seinem Chefdesigner verlassen hat. Dennoch wird Seat begehrenswert bleiben und zeigt, dass emotionale und sportliche Modelle zu scharf kalkulierten Preisen vor allem junge Menschen begeistern. Nicht von ungefähr verfügt die Marke über die jüngste Kundschaft der Autobranche. Seit 19 Monaten hält man sich inklusive der Submarke Cupra übrigens auf Platz drei der österreichischen Neuzulassungen.

Modellvorstellung: Seat Tarraco

Ateca, Arona – jetzt der Tarraco: Als drittes SUV schickt Seat den Tarraco ins Rennen. Weil er mit einer Länge von 4735 Millimetern auch das größte ist, nimmt er gleichzeitig die Position des Flaggschiffs der Marke ein.

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Und er ist auch ein Vorreiter, weil er als erstes Modell die neue Designsprache der Spanier ausführt, die man unter andere, am markanteren Kühlergrill, flankiert von LED-Scheinwerfern mit dreieckiger Lichtsignatur erkennt. Beim Heck potenziellen Siebensitzers lag das Augenmerk auf einer niedrigen, leicht zugänglichen Ladefläche, aber die Blechschneider haben auch dort mit LED-Lichtern und dynamischen Blinkern optische Höhepunkte gesetzt.

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Egal, ob der Innenraum mit fünf oder sieben Sitzen bestückt ist: Darin prangt das volldigitale das virtuelle Cockpit aus dem Technikbaukasten des Volkswagen-Konzerns. Die individuell konfigurierbare Anzeige liefert dem Fahrer über ein hochauflösendes 10,25-Zoll-Display stets die wichtigsten Informationen direkt in sein unmittelbares Blickfeld. Zusätzlich prangt in der Mitte des Armaturenbretts ein Acht-Zoll-Display, über das die Insassen Zugriff auf die Konnektivitätsfunktionen haben.

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Folgende Motorisierungen werden den Tarraco antreiben: Da wäre ein 1.5-Liter-Benziner mit vier Zylindern und 150 PS, der in Verbindung mit einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe und Vorderradantrieb gereicht wird. Darüber rangiert 2-Liter mit 190 PS, der an ein Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb gekoppelt ist.

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Außerdem wird Seat das SUV mit einem 2-Liter-Diesel in zwei Leistungsstufen mit 150 und 190 PS anbieten. Die schwächere Variante kann mit Vorderradantrieb, Sechs-Gang-Schaltgetriebe oder Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und Allrad verbandelt werden, mit denen die stärkere Version standardmäßig vorfährt. Später wird es für den Tarraco auch alternative Antriebstechnologien geben – wir denken da zum Beispiel an Erdgas.

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Zudem bringt das neue Flaggschiff eine adaptive Fahrwerksregelung und zahlreiche elektronische Schutzengel mit. Bekannte Systeme wie Spurhalteassistent und das Umfeldbeobachtungssystem mit Notbremsfunktion, inklusive Radfahrer- und Fußgängererkennung, sind serienmäßig an Bord.

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Während Systeme wie der Toter-Winkel-Warner, die Verkehrszeichenerkennung, der Stauassistent, die automatische Distanzregelung sowie der Fernlicht- und der Notfallassistent optional erhältlich sind.

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Mittlerweile bedient Seat mit dem Tarraco auch die Aufsteiger im Hause bestens. Der 4,73 Meter lange Wagen zählt zu den Raumwundern im mittelgroßen SUV-Segment und ist ein Musterstück eines praktischen und langstreckentauglichen Großfamiliengefährts. Wesentlich: Der Tarraco kann ziemlich alles, was noble Premiumkollegen können, und duckt sich preislich unter die Preise der Kollegen.

Beim Test war ich mit einem Tarraco 2.0 TDI in der neuen Ausstattungslinie FR unterwegs. FR steht für "Formula Racing“ und schmückt den großen Seat mit Feinheiten wie elektrisch verstellbaren Sportschalensitzen, Sportlenkrad und Alupedalen, optisch fallen der Dachspoiler sowie breitere Radkästen und Räder ins Auge.
Mit der 190-PS-Diesel-Maschine, Allrad und dem Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe pflegt das Topmodell den kraftvollen Auftritt.

Plus & Minus

+ Styling. Selbstbewusst!
+ Raumwunder. Tolle Bewegungsfreiheit, überall.
+ Sicherheit. Sieben Airbags, Assistenzsysteme, Allrad.

- Motor. Der Maschine läuft sauber, hat auch Kraft – aber eine Anfahrschwäche.

Das Fahrwerk fühlt sich einen Hauch knochiger an als jenes vom Volkswagen-Bruder Tiguan Allspace, leistet sich aber keine Schwächen. Die Federung ist auf der straffen Seite, es gibt keine Wankbewegungen. Lenkung, Bremsen – alles gut.

Drinnen ist der Tarraco ein Tanzsaal, die Beinfreiheit hinten ist der pure Luxus, die Fondbank lässt sich geteilt verschieben. Die Ergonomie im Hochsitzer ist klasse, das Digital-Cockpit ist vielseitig zu konfigurieren, der mittig angeordnete große Multimedia-Bildschirm – bedienbar über Touch, Sprachregelung und Drehregler – liegt gut im Blick. Der Ausstattung fehlt es an nichts, es gibt ein Heer an Assistenten.

Seat Tarraco 2.0 TDI FR4

Preis: ab 52.640 Euro
Motor: Vierzylinder-Turbodiesel, 1968 ccm, 190 PS, 400 Nm 1750–3250 U/min.
Abmessungen: 4735/1839/1658 mm L/B/H
Antrieb: Allrad, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Testverbrauch: 7,5 Liter/100 km

Ob der Seat Tarraco FR hält, was er verspricht, werden am Ende meine Kollegen klären. Der Tacho des Dauerläufers steht bei 13.000 Kilometern. Klagen gibt es bis dato keine. Bloß macht sich die Kontrollleuchte der Motorsteuerung und Abgasreinigungsanlage in regelmäßigen Abständen wichtig, um dann jeweils beim Neustart wieder zu verschwinden. Jetzt will man in der Werkstatt vorbeischauen, sicher ist sicher.

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Danke für Ihr Verständnis.

melahide
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So ein

Blödsinn. Verbrennungsmotor! Das sieht man ja wieder am Tankerunglück. Die Umwelt komplett verseucht. Da können die Fanboys noch so begeistert schreien.

Hatte auch mal einen Seat. Nach 8 Jahren Motorschaden, die Sondermüllkiste konnte man dann wegschmeissen.

Sind nicht erst zwei von den Teufelsraketen in Brand geraten? Und da steigen Menschen ein??? Obwohl da hinten Gift rauskommt???