Bereits zu Lebzeiten – und vor allem in den vergangenen Wochen, als immer intensiver über den Gesundheitszustand von Dietrich Mateschitz spekuliert worden war – tauchte eine Frage immer wieder auf: Was bedeutet sein Tod für das bemerkenswerte, weit verzweigte und dicht verästelte Imperium, das Mateschitz über die Jahre aufgebaut hat? Und wie wird sich womöglich die operative Machtbalance im Red-Bull-Konzern verschieben? Denn auch wenn Mateschitz von der Gründung an weitgehend freie Hand in seinen Entscheidungen hatte, die Mehrheit am Konzern hielt nicht er. Der Energydrink-Riese zählt drei Gesellschafter, zum einen die „Distribution & Marketing GmbH“, sie hält 49 Prozent an Red Bull und stand zur Gänze im Eigentum von Mateschitz. Weitere 49 Prozent hält die TC Agro Trading mit Sitz in Hongkong, hinter der Gesellschaft steht die Familie Yoovidhya aus Thailand – und Chalerm Yoovidhya, Sohn des Firmengründers, hält persönlich weitere zwei Prozent. Damit liegt die Mehrheit durchgerechnet bei den Thailändern.
Es war stets klar: Solange Mateschitz lebt, wird am Machtgefüge nichts geändert. Ob das nun so bleibt, ist fraglich.