Im millionenschweren Konkurs der Domaines Kilger GmbH und Co KG kam es in dieser Woche zu einer richtungsweisenden Entscheidung. Auf Antrag des Masseverwalters (Pacher und Partner in Graz) verfügte das zuständige Gericht nun die Schließung des Unternehmens. „Das wird an den Beteiligungen des Unternehmens nicht spurlos vorübergehen“, erklärt Markus Graf vom Gläubigerschutzverband AKV (Alpenländischer Kreditorenverband) in einem Statement zur Kleinen Zeitung.
Die Domaines Kilger hat den Sitz in Gamlitz und ist Gesellschafterin zahlreicher Beteiligungen. Etwa der Ehrenhausen Hotel Entwicklungs- und Errichtungs-GmbH, der Schloss Gamlitz Betriebs-GmbH, der Wein GmbH, der Ölmühlen GmbH, der Adhara Wine & Food GmbH oder der Plabutscher Schlössl GmbH. Auch die Kilger Holding GmbH gehört dazu, dort wiederum findet sich die Kilger Gastro GmbH, unter der die Kaminstubn, der Stupperhof in Kitzeck und der Jaglhof firmieren – allesamt Filetstücke von Kilgers steirischen Besitztümern.
Schuldenberg
Wie berichtet, häufte das Unternehmen in den vergangenen Jahren einen enormen Schuldenberg an. Das Jahr 2024 schloss Kilger Domaines mit einem negativen Bilanzgewinn in der Höhe von minus 26,67 Millionen Euro ab. Das Eigenkapital ist mit minus 18,5 Millionen Euro tief im roten Bereich, das heißt, es sind Verluste über Jahre angelaufen und die Substanz aufgezehrt. Das Fremdkapital ist Ende 2024 mit mehr als 82 Millionen Euro ausgewiesen. Zahlen von 2025 liegen aktuell nicht vor.
„Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Tagen mehrere Institutionen Fehlbeträge fällig stellen“, erklärt Markus Graf vom AKV weiter. Doch nicht nur die ÖGK und die Finanz dürften Forderungen anmelden. Am 12. März findet die erste Prüfungstagsatzung statt, „da wird es erste Aufschlüsse geben“, erwartet Graf. Offen ist derzeit noch, wie es mit den Tochtergesellschaften und deren Belegschaften weitergeht. Die Beteiligungen sind die einzigen Aktiva in diesem Konkurs. Die Domaines Kilger wird filetiert werden.
Allerdings stecken auch die Beteiligungen tief in der Kreide. Zum Beispiel weist Kilgers Gastro Gmbh mit ihren namhaften Restaurants Ende 2024 ein negatives Eigenkapital in der Höhe von 11,5 Millionen Euro auf. Die Schloss Gamlitz Betriebs GmbH hat, Stande Ende 2024, ebenso ein negatives Eigenkapital in Höhe von 2,4 Millionen.
Kilger auf Tauchstation
Kaum jemand sorgte an der südsteirischen Weinstraße für so viel Gesprächsstoff wie der bayerische Investor Hans Kilger. 2015 gründete der Wirtschaftstreuhänder die Domaines Kilger in Fötschach (Leutschach an der Weinstraße). Es war der Startschuss für ein Investitions-Feuerwerk. Egal ob beim Kitzecker Traditionsbuschenschank Warga-Hack, der Edel-Herberge Jaglhof in Sernau oder der Kaminstub’n in Deutschlandsberg – überall tauchte Kilger als Käufer auf.
Ab 2022 kam allerdings auch Sand ins Getriebe, wieder sorgte der Investor für Schlagzeilen, diesmal jedoch mit einigen Insolvenzen. 2024 stellte Kilger das Unternehmen neu auf, danach wurde es ruhig um den Betrieb.
Bis zum Knalleffekt am 23. Februar: Da wurde über das Vermögen der Domaines Kilger GmbH und Co KG am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz unter dem Aktenzeichen 25 S 51/26a ein Konkursverfahren eröffnet. Kilger hatte sich danach nur kurz geäußert. Er wolle das Unternehmen retten und weiterführen, sagte er zur Kleinen Zeitung. Seither befinde er sich aber auf Tauchstation, heißt es aus informierten Kreisen.
Peterquelle, Schloss Gamlitz, Stupperhof
In einer Reaktion auf die aktuelle Entwicklung heißt es von Hans Kilger zur Kleinen Zeitung nun ergänzend, dass „die Situation für alle Beteiligten belastend ist – vor allem für unsere Mitarbeiter, Partner und Lieferanten“. Zugleich unterstütze er „die laufende Prüfung durch den Masseverwalter“. Man arbeite „aktiv daran, tragfähige Lösungen zu entwickeln“ und wolle, „dort, wo es möglich ist, Betriebe in eine stabile Zukunft führen“. Die Einstellung der Tätigkeiten der operativen Holding ist aus Kilgers Sicht ein nun „notwendiger Schritt“.
„Der Masseverwalter verschafft sich derzeit einen vollständigen Überblick über die wirtschaftliche Lage der einzelnen Gesellschaften“, heißt es von Rechtsanwalt Johannes Zink, der Hans Kilger in dieser Causa vertritt. Parallel dazu arbeite man daran, tragfähige Lösungen für möglichst viele Betriebe zu entwickeln.
Insbesondere, so Zink und Kilger, das Weingut, der Jaglhof, das Schloss Gamlitz, der Stupperhof und die Peterquelle sollen weitergeführt werden.