Bangen in Steyr Fristende und Klagsdrohung: Tauziehen um MAN-Werk hält an

Angebot von Siegfried Wolf lag bis Freitag auf dem Tisch. Er steht zu seinem Angebot, schließt Nachbesserungen aber aus. Politik verweist auf Gespräche, laut MAN-Zentrale gibt es derzeit "aber gar keine Gespräche". Gewerkschaft behält sich vor, gegen die Kündigung der Standort- und Beschäftigungssicherungsverträge zu klagen.

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Heute, Freitag, läuft die Frist ab, innerhalb derer Siegfried Wolfs Kaufangebot für das MAN-Werk in Steyr exklusiv auf dem Tisch liegen sollte. Was passiert, wenn diese Zeit abgelaufen ist, ist unklar. Seitens der Politik ist immer wieder von Gesprächen zu hören, konkrete Inhalte sind aber bisher nicht nach außen gedrungen. Auch haben sich keine möglichen Investoren weiter als bisher aus der Deckung gewagt. Die Situation ist also verfahren.

Wolf stehe zu seinem Angebot, Nachbesserungen werde es aber nicht geben, weil dann keine wirtschaftliche Produktion möglich sei, sagte sein Sprecher Josef Kalina. Auch bestehe vonseiten Wolfs die Bereitschaft, mit anderen oder mit Initiativen der öffentlichen Hand – etwa im Forschungsbereich – zusammenzuarbeiten. Hier dürften zwar Gespräche im Hintergrund laufen, wie konkret diese sind, blieb aber unklar – ebenso, was Wolf nach Ablauf der Frist macht.

"Derzeit gar keine Gespräche"

Aus der MAN-Zentrale in München hieß es auf Anfrage, dass man derzeit gar keine Gespräche führe, auch nicht mit Wolf. Auf Spekulationen, was wäre, wenn doch noch von irgendeiner Seite eine Ergänzung zum Wolf-Projekt aufgestellt wird, mit der auch die Belegschaft leben kann, will man sich nicht einlassen. Der Konzern hatte zuletzt Druck gemacht, immer wieder bekräftigt, dass man das Werk schließen wolle, und sogar einen groben Zeitplan dafür vorgelegt. Zudem hat MAN offenbar begonnen, Steyrer Personal für andere Standorte im Ausland abzuwerben.

Die Gewerkschaft hingegen behält sich vor, gegen die Kündigung der Standort- und Beschäftigungssicherungsverträge zu klagen. Dabei könnte es für MAN um viel Geld gehen – wie groß die Chancen auf Erfolg der Kläger sind, ist aber ungewiss. Und die erste Klage kann erst dann eingebracht werden, wenn wirklich jemand betriebsbedingt gekündigt worden ist. Wann das geschieht, ist Teil der Verhandlungen um einen Sozialplan, die gerade laufen und am Mittwoch fortgesetzt werden sollen.

Kommentare (7)
Reipsi
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Gegen wen wollns

den Klagen wenn eine Firma zusperrt, Superidee diese Gewerke . Wenn ich meine Firma zusperren will dann sperr ich zu , die Gewerkschaft kann ja übernehmen mit ihre obergscheiten Leit .

schadstoffarm
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Man

Die Firma sperrt ja nicht zu sondern ein Standort.

autobahn1
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An den Reipserl

Schon vergessen das es einen garantierten Vetrag für die Produktion bis 2030 gibt,lieber Gewerkschaftsgegener,dazu gibt es Gutachten von rechtskundigen Gutachtern!

Reipsi
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Garantierter Vertrag

ist gut, aber , alle Firmen in dieser Größenordnung Börsennotiert interessiert nur der Gewinn und wenn der Gewinn vergrößert werden kann dann geht man dorthin wo es billiger ist, ich kenn das von Lebring , aber wartmas ab wos rauskummt.

mtttt
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Einer Gruppe

Mit Pension vor den Augen wird es wurscht sein, eine andere braucht keine Kadaverwaltung sondern Zukunft. Die Gewerkschafter selbst der Neuzeit hilflos gegenüberstehend, vertreten die Kadavergruppe.

khst
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wie in der "guten alten Zeit"

Wenn die Gewerkschaft alles besser weiß, soll sie doch das Unternehmen übernehmen - aber OHNE Schützenhilfe vom Staat. Die SPÖ hilft sicher gerne dabei, weil DIE wissen auch alles besser!!!!!

georgXV
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VW

in München wird doch nur das umgesetzt, was in Wolfsburg entschieden wurde und das Münchner Management wird dafür bezahlt, dies so zu tun ...
Also liebe Steyrer, fährt ENDLICH nach Wolfsburg, Hannover (Land Niedersachsen ist ein gewichtiger Hauptaktionär) oder Stuttgart zur Familie Porsche.
Alles andere ist vergebene "Liebesmüh" und verschwendete Zeit.