Absage für WolfMAN: Riskanter Poker könnte auch ein böses Ende nehmen

Siegfried Wolf musste bei MAN von der Belegschaft eine überraschend deutliche Absage hinnehmen. Eine Kehrtwende wird nun umso schwieriger.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Sigi Wolf kommt bei MAN vorerst nicht zum Zug
Sigi Wolf kommt bei MAN vorerst nicht zum Zug © APA
 

Die Belegschaft von MAN in Steyr hat dem Übernahmeplan von Siegfried Wolf eine klare Absage erteilt, die zumindest in dieser deutlichen Ausprägung, eher überraschend kam. Andererseits hatte sich bei den Mitarbeitern - und das ist absolut nachvollziehbar - in den letzten Monaten auch viel Frust aufgestaut. Der Umgang von MAN mit dem traditionsreichen Standort in Oberösterreich war von Empathielosigkeit geprägt. Dass Wolfs Konzept schließlich als einzige Alternative zur Schließung präsentiert wurde, sorgte für noch mehr Unmut und Zorn.

Kommentare (17)
hansi01
4
6
Lesenswert?

Wie war das damals in Graz bei Steyr Daimler Puch

Der Betriebsrat und 1800 Mitarbeiter wehrten sich gegen die Übernahme durch Magna (Stronach / Wolf). Und heute? Heute beschäftigt Magna Graz rund 9000 Personen und im gesamten Autocluster sind es ca. 120000 Personen. Wieviele Arbeitsplätze muss die Gewerkschaft und ihre Betriebsräte noch vernichten?

ikennminetguataus
11
37
Lesenswert?

Die Mitarbeiter haben somit ...

... quasi das Werk geschlossen. Die Gewerkschaft im Großeinsatz für den Wirtschaftsstandort. Mir tun vor allem jene Menschen leid, die gern weiterhin im Werk gearbeitet hätten und jetzt ihre Jobs verlieren. Wenn allerdings der Unterschied zwischen Arbeitslosengeld und Gehalt nach Teilverzicht nur ein paar Hundert Euro beträgt ... wen wundert‘s?

dieRealität2020
14
49
Lesenswert?

Ich bin erstaunt das diese Vorgangsweise nicht zur Sprache gekommen ist.

.
Der normale wirtschaftliche und juristische Rechtsweg wäre gewesen, Schließung des Tochter-Unternehmens von MAN, mit oder ohne Sozialplan, damit werden alle Mitarbeiter mit gegenwärtigem Entgeltanspruch freigestellt und nach der erfolgten Schließung wird das Unternehmen verkauft. Der neue Unternehmer stellt dann das Personal ein, das er für richtig hält. So geschieht es in Europa tausendfach auch in Österreich. Man schüttelt damit einen hohen Kostenaufwand ab.
.
MAN hat einerseits aus Kostengründen und WOLF in der Absicht versucht ein lebendes Unternehmen abzugeben und zu übernehmen. Daher dieses Zugehen auf einen Teil der Belegschaft. Diese Menschen kann ich nicht verstehen noch ihre Verhaltensweise nachvollziehen. Es scheint als wollen diese nahezu 70 % lieber in das österreichische Sozialsystem abwandern. Damit nehmen sie auch den Rest der Belegschaft mit.
.
Ich kann mich nicht gegen die Überlegung wehren, dass die Gewerkschaft mit dem Linzer Interessent unter dem Tisch Gespräche geführt hat, daher diese Vorgangsweisen. Letztendlich wird es MAN egal sein an wem sie verkaufen können, die Rechnung muss im Abgang noch halbwegs stimmen. WOLF wird dann weiter auf Projektsuche sein.
.
Die Zukunft wird es zeigen, wer am Ende den schwarzen Peter in der Hand haben wird.

LOEWEGRAZ
11
65
Lesenswert?

Naiv

Habe gerade die Nachrichten verfolgt und mir die Kommentare der betroffenen angehört. Zu glauben ein anderer Investor würde kommen und alle 2200 Mitarbeiter zu den gleichen Bedingungen wie gehabt übernehmen ist einfach nur Naiv . Die Fertigung uns das Personal in Steyr sind genau auf ein spezielles Produkt abgestimmt. Hier wurde eine große Chance vertan.

dieRealität2020
10
22
Lesenswert?

das ist die österreichische Gwerkschaftsidee

am Ende wirds der Staat richten. Wenn ich allein an die Energiekrise denke. Weltweit haben die Unternehmen in dieser Branche Gewinne eingefahren nur die verstaatlichte Chemie Linz hat einen Verlust von 100 Millionen eingefahren. Sogar die internationalen Ölmultis haben eine Dividende von 10-20 % ausbezahlt, Österreich? Hüllen wir uns in Schweigen.

EvaPlatzer
24
16
Lesenswert?

....

Was kann die Gewerkschaft dafür wenn MAN aus Kostengründen (Gewinnmaximierung) den Standort schließt, und diese dann auf „Billiglohnländer“ Polen, Türkei verteilt?

Wenn das Wolf-Angebot von der Belegschaft nicht angenommen wurde, ist auch die Gewerkschaft schuld?
Und wenn das Wolf Angebot angenommen würde & und ein Drittel der Belegschaft das Unternehmen verlassen müssen bzw. deutliche Lohneinbußen in Kauf genommen werden müssen, ist die Gewerkschaft wieder schuld?!

glashaus
21
11
Lesenswert?

Realitätsfern

bist du mit Sicherheit. Es hier eindeutig um was es Wolf geht. Um den Namen für Russland und niemals um die Arbeiter. Also wären diese sowieso beim AMS gelandet. Und noch ist das letzte Wort nicht gesprochen.

Ragnar Lodbrok
13
41
Lesenswert?

....jetzt gehen vermutlich

alle unter... ob das eine gute Entscheidung war?

rouge
13
35
Lesenswert?

Tatsachen

Leider hat es MAN in den guten Jahren nicht geschafft, ausreichend Gewinn zu machen. Im Gegensatz zur Konzenschwester Scania. Bei erwarteten Auftragsrückgängen von bis zu 20 Prozent kann man sich ausrechnen, dass die Werksschließung trotz angekündigter Klagsdrohungen wegen der Standortgarantie beinhart durchgezogen wird.
Die Gewerkschaft war nicht gut beraten, den Mitarbeitern eine Ablehnung der Übernahme zu empfehlen. Trotz aller Vorbehalte gegen die Wolf-Russland-Achse und den Einschnitten bei den Löhnen, die ich nicht so dramatisch finde, wäre diese Lösung nachhaltiger als alles andere was jetzt noch kommt.

Klaus S.
10
71
Lesenswert?

Dieses Eindeutige Ergebnis gegen

WOLF kommt deshalb zustande, weil er ihnen mit offenen Karten gegenüber getreten ist. Die Menschen wollen angelogen werden. Dazu kommt, der in Österreich zutiefst verankerte Glaube, dass der Staat es ohnehin richten wird. Und sei es mit einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70%.

glashaus
20
10
Lesenswert?

Aber

die Unternehmer dürfen alles bekommen. Siehe derzeitiges Füllhorn für die Unternehmer.

dieRealität2020
9
26
Lesenswert?

Bedauerlicherweise muss ich hier zustimmen.

Den Nagel auf den Kopf gebracht. Das ist die Crux der Realität. Unverständlich und nicht nachvollziehbar diese Abläufe.

lamagra
12
55
Lesenswert?

Pokern darf ich NUR mit MEINEM Geld, NICHT mit ein paar tausend Arbeitsplätze (Werk + Zulieferer)

Wie naiv sind diese Gewerkschafter und Betriebsräte?
Glauben die wirklich, MAN hätte sich entschieden, den Standort zu schließen, wenn sie nicht genau wüssten, WANN und WIE sie es machen?
Ich hoffe diese Herrschaften haften persönlich für jeden Schaden, den sie angerichtet haben, wenn das Werk geschlossen wird!
Weil die 'Interessenten' stehe ja Schlange heutzutage!

erihugo
16
71
Lesenswert?

Absage für Wolf

Schade, der Plan und das Projekt von Wolf war gut. Lieber 10% weniger Gehalt als arbeitslos und besser 200 gestrichene Arbeitsplätze als 2000.

SoundofThunder
13
58
Lesenswert?

🤔

Schätze dass die Belegschaft statt Russisch jetzt Chinesisch lernen muss. Bis die Maschinen schlussendlich in ein Billiglohnland abtransportiert werden. Die Region schaut so oder so durch die Finger.

mtttt
8
28
Lesenswert?

Interessieren wen Maschinen und Hallen ?

MAN zieht auch die Produkte ab. Hallen, Fertigungsanlagen sind leicht ersetzbar. Eine entwickelte Produktionspalette mit laufenden Verkauf ist das Herz eines Unternehmens. Wolf wollte eine frische Palette unter dem Namen Steyr bringen. Steyr hat einen guten Namen in Russland, man denke an den seinerzeit innovativen Direkteinspritzer-Dieselmotor, in Europa gefloppt, der als Lizenz nach Nishni Novgorod verkauft wurde.
Leid tun mir in so einem Fall unter allen Mitarbeitern immer die schwächeren, wären gar nicht übernommen geworden und bleiben am Arbeitsmarkt über. Der Facharbeiteranteil bekommt seine Jobs, aber so bequem wird es nicht mehr. Eine Fehlleitung jedenfalls der Mitarbeiter durch die Gewerkschaft.

sugarless
11
40
Lesenswert?

ÖGB

Typisch Gewerkschaft, realitätsferne Bonzen