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Jetzt entscheidet BelegschaftMAN-Aufsichsrat zu Steyr: Verkauf an Siegfried Wolf oder Schließung

Wichtige Vorentscheidung im Aufsichtsrat gefallen. Betriebsversammlung am 26. März geplant, dann entscheidet die Belegschaft in geheimer Urabstimmung über das Angebot. Konzept des Konsortiums rund um den Linzer Unternehmer Karl Egger war im Aufsichtsrat kein Thema.

Siegfried Wolf
Siegfried Wolf © APA/Helmut Fohringer
 

Im Ringen um die Zukunft des MAN-Standorts in Steyr ist in einer Aufsichtsratssitzung in München eine wichtige Weichenstellung erfolgt. Ein Bericht der "Presse", wonach eine Vorentscheidung gefallen ist, wurde aus Kreisen auch der Kleinen Zeitung bestätigt. Bei der Sitzung habe sich der Aufsichtsrat mehrheitlich dafür ausgesprochen, das Werk entweder an den Investor Siegfried Wolf zu verkaufen oder wie geplant zu schließen. Das im letzten Moment vorgelegtes Konzept eines Konsortiums um den Linzer Unternehmer Karl Egger (KeKelit) zur Übernahme des Werks sei unberücksichtigt geblieben.

Seitens der Belegschaftsvertretung kam Freitagabend weder eine Bestätigung noch ein Dementi. Arbeiterbetriebsrat Erich Schwarz verwies darauf, dass er aus der Aufsichtsratssitzung nichts öffentlich berichten dürfe. Für ihn ist die Sache aber offenbar noch nicht durch, denn: "Es gibt eine Betriebsvereinbarung, die nicht kündbar ist" und die Wolf nicht übernehmen wolle.

Betriebsversammlung am 26. März

Schwarz verwies auf die Betriebsversammlung, die nun am 26. März stattfinden soll und bei der Vorstand, Gewerkschaft und Wolf ihre Vorstellungen präsentieren können. Eineinhalb Wochen später sollen die Beschäftigten in einer geheimen Urabstimmung ihre Entscheidung treffen. Die Belegschaftsvertretung hofft nach wie vor, dass es zu Verhandlungen mit der Investorengruppe rund um Egger kommt.

Geplante Schließung 2023

MAN plant im Rahmen eines konzernweiten Sparprogramms das Werk in Steyr 2023 zu schließen.

Belegschaft und Politik pochen darauf, dass der Standort rentabel sei und dass es Standortsicherungsverträge gebe. Diese hätten den Bestand bis 2030 eigentlich garantieren sollen, dies wurde von MAN aber aufgekündigt.

Über Wolfs Pläne sind in den letzten Tagen immer mehr Details durchgesickert. Laut dem Konzept, das in Auszügen auch der Kleinen Zeitung vorliegt, würde Wolf den Standort mit seiner Firma WSA komplett übernehmen und 1250 Mitarbeiter der Stammbelegschaft (zuletzt 1950, exklusive Leiharbeiter) weiterbeschäftigen. Steyr soll sich, so der Plan, weg vom bisherigen Dasein als verlängerte Werkbank hin zu einem eigenständigen Hersteller und Kompetenzzentrum entwickeln.

Wolf will auch die traditionsreiche Marke „Steyr“ wiederbeleben. Im Werk sollen dann u. a. E-Busse, Klein-Lkw und Lieferwagen gefertigt werden. Eine Schlüsselrolle soll der russische GAZ-Konzern spielen, an dem Wolf zehn Prozent hält. So sollen pro Jahr bis zu 12.000 Lkw-Fahrerkabinen nach Russland geliefert werden, Steyr soll überhaupt ein „Export-Hub“ werden, von dem aus Fahrzeuge in 44 Länder geliefert werden. Es ist von einer Achse „Steyr–Nischni Nowgorod“ (Hauptsitz der GAZ-Gruppe, die zum Wirtschaftsimperium von Russian Machines von Oleg Deripaska gehört) die Rede, bei der Teile in Steyr für GAZ gefertigt, aber auch umgekehrt Komponenten nach Oberösterreich geliefert werden. Die Einschnitte beim Personalstand sowie bei den Löhnen (bis zu 15 Prozent vom Nettolohn weniger) sollen über umfassende Sozialpakete abgefedert werden. Neben einer Einmalzahlung von 10.000 Euro sollen 30 Monatsgehälter sowie etwaige Jubiläumsgelder ausbezahlt werden. Auch jene Mitarbeiter, die übernommen werden, sollen auf bis zu 15 Prozent ihres Lohns verzichten, bekommen aber eine Weiterbeschäftigungsprämie in Höhe von 10.000 Euro. Es gehe darum, „Betroffene zu Beteiligten zu machen“, war zuletzt häufiger aus Wolfs Umfeld zu hören.

 

 

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dieRealität2020
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man sollte nicht die Gier und diue Dummheit der östereichischen Gererkschaft unterschätzen

nicht weniger den österreichischen Interessenten, was sich schon aus den miesen Kommentaren dazu ergibt.
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Eigentlich ist nirgends nachzulesen was der neue Interessent alles für tatsächliche Leistungen gegenüber der Belegschaft erbringt.

schadstoffarm
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Verhaltensorigineller

Wennst glaubst dass ein gaz anteilseigner ein österreichischer interessent sei hast in Geografie gut geschlafen.

dieRealität2020
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du solltest lesen und nochmals lesen

Bevor du auf einen Beitrag antwortest, der österreichische Interessent Karl Egger ist klar und zweifelsfrei hier angesprochen.
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Im Übrigen ein Nonsens & Kokolores Wolf ist ebenfalls ein österreichischer Interessent, der von sich aus in vollem Umfang zu 100% dieses Unternehmen übernimmt. Dass er mit einem russischen Partner, bei dem er einen Anteil von 10% besitzt, kooperieren möchte hat mit seinem Erwerb nichts zu tun.
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Uninformiert? Ahnungslos? Es gibt einige Unternehmen in Österreich, die russische Geschäftspartner haben. Auch Staatsunternehmen. Nachschlagen Hinterfragen.

schadstoffarm
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Egger&konsorten sind aus dem rennen

Steht im Artikel. Die einzigen die bessere Konditionen für die Arbeitnehmer erreichen können sind Gewerkschaft & Betriebsrat. Wolfs Interessen sind dort wo sein Geld ist, in Russland. In der Ukraine hat man ihm schon nicht geglaubt keine Russe zu sein.

schadstoffarm
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Die 10% von gaz

Sind mehr Wert als Steyr, da ist absehbar wer den kürzeren zieht. Die lohnvergleiche mit Nischni Nowgorod werden auch nie aufhören.

habro
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Wolfs Pläne

Eines muss der Belegschaft in Steyr klar sein, dass Hr. Wolf noch niemals das Wohl seiner Mitarbeiter am Herzen gelegen ist. Wichtig war nur wie er sich persönlich bereichern konnte.
Als Beispiel sei die Aktion bei Magna erwähnt, als Mitarbeiter auf ihre Sonderzahlung verzichten mussten, um seine vereinbarten Jahresboni nicht zu gefährden!!
Allerdings ist in diesen Zeiten ein schlechter Arbeitgeber besser, als keiner.

ikennminetguataus
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Ja, die seit Jahr und Tag von der Arbeit freigestellten Herren Betriebsräte ...

... haben jetzt den Fortbestand des Unternehmens in der Hand. Ich möchte nicht wissen, vor wem jene 1250 MitarbeiterInnen, die ihre Jobs behalten könnten, jetzt mehr zittern: vor „ihren“ Interessenvertretern oder vor dem „bösen Wolf“. Das ist leider Wirtschaft, wie sie linke Gewerkschafter verstehen.

hewinkle10
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Jeder der diese einmalige Chance nicht sieht

...trägt Mitschuld am Untergang!

georgXV
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VW

was ist mit den Kontakten der Gewerkschaft / des Betriebsrates zu den mächtigen Kollegen bei VW in Wolfsburg ?
Was ist mit den Kontakten der SPÖ zur mächtigen SPD in Hannover ?
Oder ist dies alles LEIDER nur heiße Luft ?
Sowohl der Betriebsrat als auch die Partei haben sehr, sehr viel mitzureden im VW-Konzern

AndiK
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Betrugsräte u Gewerkschaft

werden es garantiert wieder verbocken........