Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Ringen um MAN-Werk in SteyrWolf will nicht nachbessern, Betriebsrat drängt auf Gespräche mit MAN

Betriebsrat will Gespräche mit München. Von Belegschaft abgelehntes Übernahmekonzept wird laut Wolf nicht nachgebessert. Arbeitsminister Martin Kocher: Gespräche laufen "auf allen Ebenen". Kurz: Politik steht für "begleitende Maßnahmen" bereit.

© (c) FOTOKERSCHI.AT/KERSCHBAUMMAYR (FOTOKERSCHI.AT/KERSCHBAUMMAYR)
 

Der MAN-Betriebsrat des Werks in Steyr will "mit allen gewerkschaftlichen Mitteln" ein Weiterverhandeln mit dem Vorstand in München erreichen, meinte Arbeiterbetriebsrat Helmut Emler am Montag, ohne explizit das Wort Streik in den Mund zu nehmen. Vergangene Woche hatte sich die Belegschaft in Steyr mit knapp zwei Dritteln gegen eine Übernahme durch Ex-Magna-Chef Siegfried Wolf ausgesprochen. Die Zentrale hatte daraufhin erklärt, die Schließung des oberösterreichischen Werks bis 2023 anzugehen.

Am Dienstag wird Emler vom bisherigen Vorsitzenden Erich Schwarz, der in Pension geht, in der Betriebsausschusssitzung offiziell dessen Mandat übernehmen. Danach werde er den Vorstand "umgehend ersuchen, Gespräche und Verhandlungen aufzunehmen", um ein Fortführen des aus seiner Sicht profitablen Werks in Steyr mit rund 2300 Beschäftigten zu erwirken. Ein positives, "kleines Signal", dass in München nicht alle Zeichen auf Aus stehen, entnahm er der Äußerung des Vorstandsvorsitzenden Andreas Tostmann in der "Süddeutschen Zeitung", dass man sich nicht versperre, wenn es "zügig eine Abbiegung" auf dem Weg zur Schließung gebe. Emler rechnet vor allem damit, dass die "VW AG als Eigentümer von MAN der Belegschaftsvertretung das Recht zu Verhandlungen" einräumt.

Minister: "Gespräche auf allen Ebenen"

Das Übernahmeangebot wird von Wolf jedenfalls nicht nachgebessert, hieß es von Investor-Seite. Der Ball liege jetzt bei der Politik, die sich am Wochenende zu Wort gemeldet hat. Sollte es einen runden Tisch zu MAN geben, werde Wolf aber an diesem Platz nehmen.

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) versicherte am Montag am Rande einer Pressekonferenz, dass "auf allen Ebenen" Gespräche laufen, auch unter Einbindung der Landesregierung und der Bundesregierung, um eine Lösung zu finden. Diesen Gesprächen könne er nicht vorgreifen. Es werde aber alles getan, damit eine Lösung gelinge, betonte er.

Kurz: Politik für "begleitende Maßnahmen" bereit

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) versicherte am Montag, dass die Politik für "begleitende Maßnahmen" bereitstehe, hieß es in einer Aussendung des Bundeskanzleramts: "Das MAN-Werk in Steyr ist ein wichtiger Arbeit- und Impulsgeber für die gesamte Region. Die Wertschöpfung, die durch das Traditionswerk gesichert wird, ist enorm und dadurch hat klarerweise jeder, gleich ob Politiker oder Sozialpartner, größtes Interesse, dass das Werk und möglichst viele Arbeitsplätze gerettet werden. Wir appellieren an alle Verantwortlichen und mögliche Interessenten, die Konzepte auf den Tisch zu legen und Gespräche aufzunehmen. Ganz egal, welche Eigentümer oder Investoren ihr Interesse zeigen, Bund und Land werden jede Initiative zum Erhalt des Standorts und der Arbeitsplätze unterstützen."

Kommentare (33)
Kommentieren
dieRealität2020
0
0
Lesenswert?

das wäre nachdem der Karren im Graben steht

und mit allen Unterlagen (natürlich u.a. mit der Standortverpflichtung) eine neue Einschätzung und einer rechtlichen Beurteilung kurzfristig für die Mitarbeiter eine vertretbare Alternative. "...Kurz: Politik steht für "begleitende Maßnahmen" bereit.

X22
3
5
Lesenswert?

Warum will MAN die Produktion nach Polen verlegen?

Welchen Nutzen hätte Wolf, was genau wurde im zum Kauf angeboten?

Hausverstand100
8
25
Lesenswert?

Na, warum wohl?

Bei Löhnen, die bis zu 60% über dem Kollektivvertrag liegen?
In Steyr hat sich halt eine Partei durchgesetzt, für die ein Unternehmen sowieso nur böse und ausbeuterisch ist.
Wirtschaftliches Denken war noch nie deren Stärke!

schadstoffarm
25
6
Lesenswert?

Wolfs Geschäftsmodell ist ein sehr Kurzlebiges

Unterlaufen der Wirtschaftssanktionen von GAZ. Die werden wegen Schwäche auslaufen oder wegen noch größerer Schwäche massiv verstärkt werden. Beides bedeutet das aus der Kooperation VW - Steyr - GAZ.

Ratte
7
25
Lesenswert?

Aber geh...

Es ist zwar schwer zu verstehen für einen Linken, aber alles hat seinen Wert. Und wenn diese Grenze erreicht ist, geht eben nicht mehr. Außer, man nimmt wie so oft die Steuerzahler als Geisel...

Ratte
24
39
Lesenswert?

Recht hat er,...

...der Herr Wolf. Den Gewerkschaften reicht man nicht einmal den kleinen Finger, weil sie längst schon jedes Maß verloren haben. Sollen doch die talentierten Betriebsräte schauen, wie sie den Karren aus dem Dreck ziehen, in den sie ihn selbst manövriert haben....

schadstoffarm
23
3
Lesenswert?

was für ein armseliges Leben

wenn die Umwelt nur mehr durch Provokation zu einer Reaktion auf die eigene Existenz gebracht werden kann.

Ratte
4
12
Lesenswert?

Schon, aber man hat ja...

...eh Verständnis für Ihre Lage.

umo10
6
38
Lesenswert?

Es scheitert an 15% Gehaltskürzungen

Nehmt es an! Niemand kann euch unter Kollektiv bezahlen. Das ist strafbar! Kein Unternehmer zahlt mehr als er muss. Kein Maler, kein Mechaniker, kein sanitär....

LOEWEGRAZ
2
17
Lesenswert?

Kollektiv

Mit Sicherheit wird dort niemand nach Kollektiv entlohnt. Die Bezirke Steyr und Steyr Land gehören zu den Bezirken mit überdurchschnittlich Einkommen. Der größte Arbeitgeber in der Region ist BMW , auch ein Risikopatient. Während man in Steyr ausschließlich Verbrennungsmotoren produziert setzt man deutschen Werken schon auf E Mobilität.

Ratte
9
38
Lesenswert?

Nein, tut es nicht.

Es scheitert am Realitätsverlust der Gewerkschafter und an der Naivität der Arbeiter, die sich in das Fiasko hineintrieben ließen.

mtttt
1
28
Lesenswert?

Steyr

Ich persönlich hoffe sehr, dass es eine Lösung gibt mit einer Fortführung im Automotivesektor, aber nicht als verlängerte Werkbank von VW/ MAN sondern eigenständig mit österreichischer Ingenieurskunst. Wolf kann das sicher aufbauen. Aber VW hat eine Verpflichtung gegenüber den Arbeitnehmern. Die soll der Konzern, der Milliarden verdient, einhalten, er ist ja am Tisch gesessen und die Löhne / Gehälter gewährt. Keinesfalls darf die Allgemeinheit VW Geld nachwerfen und sich damit das Arbeiten selber zahlen ? Dass ein Neuinvestor zu gegebenen Bedingungen wie Lohnhöhen weit über KV sowie der Erforderniß, eine komplett neue Produktpalette aufzustellen, nicht kann, ist auch klar, und soll jeder selbst entscheiden können.

hbratschi
3
15
Lesenswert?

ja, mttt,...

...ich denke auch, dass man sich das angebot nochmal überlegen sollte. wolf ist bestimmt kein samariter aber dass er imstande ist projekte umzusetzen, das hat er bewiesen. verwunderlich ist nur, dass man über die anderen angebote (zb kekelit) nicht mal diskutiert...

LOEWEGRAZ
0
16
Lesenswert?

Was bitte

sollte kekelit
denn Ihrer Meinung dort produzieren? Die ganze Produktion und das ganze Personal sind auf genau ein Produkt -LKW-abgestimmt. KE KELIT hingegen fertigt Kunststoffrohre. ! Wolf hätte zumindest mit 2/3 der Belegschaft ein ähnliches Produkt wie bisher herstellen können.

hbratschi
4
5
Lesenswert?

meine meinung, loewe,...

...ist da nicht wichtig. aber auf jeden fall hat kekelit ein angebot gelegt. und wenn alles auf "zusperren" hinausläuft, dann ist das kekelit projekt möglicherweise eine alternative. von vornherein "nein" schreien, ist auch nicht gerade zielführend...

hortig
9
43
Lesenswert?

Rote Gewerkschaft

Mal schauen wie die Gewerkschaft aus dem selbst verschuldeten Schlamassel heraus kommen.
Sicher geht die Schuld Zuweisung an die Regierung.
Vielleicht sollte sich die Gewerkschaft auch einmal reformieren, nur gleich Streik rufen schreckt heute niemand mehr

LOEWEGRAZ
7
3
Lesenswert?

Arbeiter

Wählen schon lange mehrheitlich blau und abstimmen kann jeder immer noch selbst.

Ratte
6
19
Lesenswert?

Auch wenn die Regierung...

...schon an Corona schuld ist, ein bisschen anpatzen geht auch wegen der MAN.

hbratschi
33
15
Lesenswert?

"gewinnmaximierung"...

...eines der übelsten geschäftsprakriken von betrieben (wie hier vw), die vor geld "stinken" und ihre führungsetagen damit zuschütten. der mensch zählt genau 0. und bei "streik" halten sie sich den bauch vor lachen. leider...

Ratte
7
12
Lesenswert?

Bei der naiven Sicht der Dinge...

..halten sich viel den Bauch vor lachen. Obwohl es bedenklich ist, dass die alte Klassenkampfideologie noch immer so viel Anhänger hat....

hbratschi
9
7
Lesenswert?

deinen namen, ratte,...

...scheinst mit bedacht gewählt zu haben. gratuliere...😉😁

Ratte
2
6
Lesenswert?

Das hatten wir schon ein paar Mal...

...und es wird durch Wiederholung nicht intelligenter. Aber das habe ich - so ganz unter uns gesagt - auch nicht erwartet...

hbratschi
4
4
Lesenswert?

echt, ratte,...

...und ich dachte, ich sei der erste, der dich damit assoziiert...😁😁😁

Ratte
0
5
Lesenswert?

Der erste nicht. Nur einer...

.. von vielen, der es halt auch nicht verstanden hat. Macht aber nichts...

hbratschi
5
3
Lesenswert?

dann erklär's,...

...damit auch einer von vielen es verstehen kann...😊

Ratte
4
2
Lesenswert?

Schade...

..um die Zeit. Wer nicht will, kann auch nicht...

 
Kommentare 1-26 von 33