3G wird ab Mitte des Jahres Geschichte sein, 5G ist jetzt sechs Jahre alt. Für 6G hat die internationale Standardisierung zwar begonnen und künstliche Intelligenz wird ein wesentlicher Teil davon sein, wie Mario Paier, Präsident des Forums Mobilkommunikation (FMK) bei der Jahrespressekonferenz der österreichischen Mobilfunkindustrie anmerkte. Vor 2030 wird das alles aber vermutlich nicht spruchreif sein.
Derzeit werden mit 5G rund 40 Prozent des Datenvolumens in Österreich abgedeckt, der Rest entfällt auf 4G. „Ohne 5G wären Österreichs Netze schon an der Kapazitätsgrenze“, sagt Paier. Das mobile Datenvolumen ist mit derzeit 5,5 Milliarden Gigabyte binnen 10 Jahren auf das Dreißigfache angestiegen, zwischen 2023 und 2024 betrug der Zuwachs 400 Millionen GB. Das Wachstum ist, wie Paier erklärt, auf die Mehrnutzung pro Nutzer und nicht die höhere Anzahl von Nutzern zurückzuführen. „70 Prozent davon entfallen auf das Internet daheim.“ Eine gute Nachricht sind die Resultate von Immissionsmessungen (Stichwort „Strahlung“): Der Grenzwert wurde in den vergangenen Jahren, heuer steht wieder eine Messung an, nur zu einem Prozent ausgenutzt wird., wie man beim FMK betont.
Auf die Frage, wieweit in Zukunft vermehrt mit Ausfällen wie zuletzt jener von Magenta zu rechnen ist, hat der Branchenvertreter eine klare Antwort: „Die höhere Auslastung der Netze ist nicht mit einem Mehr an Ausfällen gleichzusetzen. Es sind fehlerhafte Komponenten, die Ausfälle bedingen – und wir setzen verstärkt auf Maßnahmen, um Redundanzen aufzubauen .“ Vereinfacht gesagt bedeutet das: Falls ein Übertragungsknoten ausfällt, gibt es einen zweiten, der die Funktion übernimmt – so zumindest der Plan.
„Sehr Gut“ für die Branche
Das FMK-Mobilfunkbarometer, für das Makam Research rund 500 Österreicherinnen und Österreicher erst im April dazu befragt hat, wie es ihnen mit Digitalisierung und Mobilfunk geht, gibt der Branche Bestnoten: Sowohl Angebot als auch Leistung werden mit „Sehr Gut“ beurteilt. „Das umfasst auch Kosten und Tarife“, wie Paier sagt. Die letzte Preiserhöhung hätten die Kunden den Unternehmen demnach nicht übel genommen.
Zu den markantesten Daten der aktuellen Analyse sagt Margit Kropik, Geschäftsführerin des FMK: „9 von 10 Österreichern besitzen ein Smartphone, und fast jeder hat 6 digitale Geräte – vom Handy über Tablet bis zum internetfähigen Fernseher. Online ist man hauptsächlich für Bankgeschäfte, danach folgen Fernsehen und Radiohören. Knapp die Hälfte der Befragten erledigt auch die Amtswege digital. Schlusslicht ist das sogenannte Smart Home mit der Steuerung von Licht oder Haushaltsgeräten.“
Digitale Bildung nicht nur in Schulen nötig
Positiv formuliert haben 50 Prozent der Österreicher noch keine schlechten Erfahrungen im Netz gemacht. „Man könnte jetzt sagen, die Leute sind gut informiert und nehmen auch diverse Warnmeldungen wahr“, sagt Kropik. Angesichts der anderen Hälfte der Österreicher, die bereits schlechte Erfahrungen mit dem Internet gemacht hat, betont sie aber: „Digitale Bildung ist nicht nur in der Schule, sondern generell quer über die Bevölkerung notwendig.“
Bei der Frage, was die Österreicher hauptsächlich mit dem Handy machen, sticht laut Kropik vor allem die Nummer drei im Ranking hervor: Für 8 von 10 ist das Handy der Wecker. WhatsApp und Fotgrafieren führen die Hitliste an. „SMS gibt es noch (sogar auf Platz vier im Ranking), werden aber eher von Personen ab 70 genannt.“
Auch auf das Handyverbot geht das FMK-Mobilfunkbarometer ein. Kropik weist vor allem auf die Antwort der befragten Jugendlichen hin: „Sie würden das Handy auch in der Schule gern nutzen, hätten aber auch gern gewusst, wie.“