Der MWC, wie der Mobile World Congress kurz genannt wird, lässt in Barcelona niemanden kalt. Weder Befürworter des Spektakels noch die Gegnerschaft, die seit geraumer Zeit den gigantischen CO₂-Fußabdruck der Veranstaltung geißelt.

Seit 2006 macht die weltgrößte Mobilfunkmesse nun bereits in der katalanischen Metropole Halt, mehrfach wurde der Vertrag mit Barcelona verlängert, zuletzt bis 2030. Für Stadt und Land selbst ist die Veranstaltung wichtig, auch deswegen genießt sie den Status eines „Acontecimiento de Excepcional Interés Público“, eines Ereignisses von außergewöhnlichem öffentlichen Interesse. Das wiederum sorgt für gewisse Steuervorteile, die Spaniens Regierung jüngst um drei weitere Jahre ausdehnte.

100.000 Besucher, 2700 Aussteller

Auch heuer werden wieder mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher erwartet, wenn der MWC und seine rund 2700 Aussteller offiziell von 3. bis 6. März die Pforten öffnen. Nach wie vor gilt die Messe als Taktgeber einer Industrie, die in Europa nach Jahren des Rückgangs 2024 wieder Oberwasser bekam.

Sahen die Marktbeobachter von Canalys zwischen 2019 und 2023 kontinuierlich sinkende europäische Smartphone-Absätze, erzielte die Branche im Vorjahr wieder ein fünfprozentiges Wachstum. Am meisten Smartphones verkaufte in Europa Samsung (46,4 Millionen), gefolgt von Apple (34,9 Millionen) und Xiaomi (22,2 Millionen). Auf einem europäischen Allzeithoch lagen dank acht Millionen verkaufter Geräte die Motorola-Absätze. Der Blick auf die Preisklassen zeigt, dass die teuersten (ab 770 Euro) und billigsten (unter 190 Euro) Geräte mit je 30 Prozent Marktanteil am stärksten nachgefragt waren.

Canalys-Analyse zur Marktsituation in Europa
Canalys-Analyse zur Marktsituation in Europa © Canalys

Ganz oben in der Preistabelle holt sich naturgemäß Apple einen Großteil des Marktkuchens. Während der kalifornische Riese in Barcelona seit Jahren als prominentester Abwesender gilt, kämpfen die asiatischen Hersteller dort im Akkord um die enorme globale Aufmerksamkeit.

Was in Barcelona neu kommt

So wird Samsung am MWC heuer wohl zumindest drei neue Geräte aus der A-Serie zeigen, konkret die Mittelklasse-Smartphones Galaxy A26, Galaxy A36 und Galaxy A56, während der chinesische Hersteller Xiaomi dem Vernehmen nach die neuen Premium-Geräte Xiaomi 15 und Ultra 15 vorstellt. Portfolioneuheiten werden auch bei Lenovo, Honor oder TCL erwartet. Nothing wiederum wird sich mit den Modellen 3a und 3a Pro im wahrsten Sinne des Worts öffnen, setzt der britische Hersteller doch auf ein betont transparentes Design.

So sollen die neuen Nothing-Smartphones aussehen
So sollen die neuen Nothing-Smartphones aussehen © Android Headlines / Nothing

Thematisch omnipräsent ist in Barcelona auch heuer wieder der Trend hin zu Lösungen mit Künstlicher Intelligenz. Der spanische Telekomriese Telefónica zeigt auf der Messe etwa eine Technologie, die per KI Augenkrankheiten frühzeitig erkennen soll. Gemeinsam mit dem Start-up Leuko wurde zudem „PointCheck“ entwickelt. Ein Gerät zur niederschwelligen Überwachung der weißen Blutkörperchen. Erfunden speziell für Krebspatienten und versehen mit KI-Algorithmen.