Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Streikdrohung bei ATB"Notfalls ketten wir uns an den Maschinen fest"

Bei einer Betriebsversammlung Freitagmittag (31. Juli) haben die mehr als 300 anwesenden ATB-Mitarbeiter einstimmig "Kampfmaßnahmen" zugestimmt. Bleibt die Produktion in Spielberg nicht (großteils) erhalten, wird gestreikt.

© Raphael Ofner
 

Abgezeichnet hat es sich bereits in den vergangenen Tagen, seit Freitagmittag (31. Juli) ist es nun auch offiziell: Bei einer Versammlung von Betriebsrat, Gewerkschaftsvertretern sowie mehr als 300 ATB-Mitarbeitern wurden einstimmig "Kampfmaßnahmen" gegen die geplante Auflassung der Produktion in Spielberg beschlossen. Das heißt: Bleibt die Geschäftsführung beziehungsweise die Wolong-Gruppe (Eigentümer) bei ihrem harten Kurs und wird die Fertigung tatsächlich eingestellt, soll es zu Streiks oder anderen Protestaktionen kommen.

Kommentare (13)

Kommentieren
zweigerl
2
10
Lesenswert?

Die Ketten des arbeitslosen Proletariats

Ein trauriges Bild vom Ende des klassischen Industriezeitalters: An Unternehmen in ausländischem Besitz, das Produkte erzeugt, deren Nachfrage stagniert, ketten sich über Nacht arbeitslos gewordene Arbeiter. Das Proletariat legt von sich aus Ketten an. Der Aspekt der zynischen Produktionsverlagerung in andere Länder kommt noch hinzu.

Hgs19
10
33
Lesenswert?

Auch die letzten 50 Jobs vernichtet

Der Herr Betriebsrat will anscheinend das Rad neu erfinden!? Er sollte sich lieber um die Möglichkeiten im Insolvenzrecht gescheit machen und nicht mit leeren Drohungen agieren. Die Mitarbeiter die auf solche Betriebsräte vertrauen, können einem wirklich leid tun.

fon2024
13
7
Lesenswert?

andaman

Hgs19 irgend wie kapierst du etwas nicht,oder willst es nicht verstehen.

Lodengrün
4
34
Lesenswert?

Das kratzt die Chinesen

nicht im geringsten. Gemäß dem Spruch des Herrn Stronach: „wer das Gold hat hat das Sagen“ werden sich die Mitarbeiter wohl mit dem Ende abfinden müssen. Tragisch, da hätten in der Vergangenheit andere Weichen gestellt werden müssen. Und man soll sich dessen auch bewusst sein, - die Maschinen gehören auch den Chinesen, und wenn sie sie vor Ort verschrotten ist das auch deren Angelegenheit. Und das mit dem Streik? Ändert nichts, - die wollen nicht mehr, basta. Schon allein dass man von Herr Schützenhöfer abwärts nichts mehr hört ist das genug Indiz dass die Sache gegessen ist.

Stratusin
3
25
Lesenswert?

Mit den Weichen haben sie Recht,

und das die Politik seit Jahren versagt, wenn alles nach China verkauft wird. Die wollen nur unser Bestes. Unsere Kompetenz. Wenn sie die haben, wird man fallen gelassen. Wann checkt man das, uns schließt asiatische Käufer aus? Der größte Depp hat schon gecheckt, das es immer gleich abläuft und wir uns nur verschenken!

petera
1
2
Lesenswert?

ATB war ja vorher kein Staatsbetrieb

Es waren wohl die vorigen Eigentümer die verkauft haben - übrigens die A-Tec, die Pleite ging.

Lodengrün
2
16
Lesenswert?

Sie empfinden richtig

aber so funktioniert eben die Wirtschaft. Und wir leben und gehen in eine Zeit in der diesem ungehemmten Mechanismus immer mehr Spielraum eingeräumt wird. Der Kampf die Gewerkschaft als auch die Kammern auszuhebeln ist so ein Hinweis.

jaenner61
2
32
Lesenswert?

so traurig es ist

aber in wahrheit wird es den chinesischen eigentümern absolut nicht interessieren ob die leute dort streiken. im schlimmsten fall wird er die leute dort angekettet sitzen lassen und auf zeit spielen. irgendwann geben sie ja doch auf. was letztendlich dabei herauskommt, sieht man ja bei secop in fürstenfeld.

melahide
5
20
Lesenswert?

Wenn

das e in Konkurs geht. Sollten die Arbeitenden zusammenlegen und den Betrieb weiter führen. Das Know-How müsste ja irgendwo vorhanden sein ..

Morioka
2
23
Lesenswert?

Da Hr. Kovac ...

es ermöglichte das Technik und Know-How in einem nicht umkehrbaren Deal nach China transferiert wird, was sollten sie da noch produzieren?

Hr. Chen braucht den Standort nicht mehr, obwohl er ihn aus der Porto-Kassa am Leben erhalten - falls nötig weiterführen könnte, so das Sanierungsverfahren erfolgreich zum Abschluss gebracht werden kann.

Da besteht nat. kein Interesse und da werden die Mitarbeiter, die klarerweise vor dem Nichts stehen, sich an Maschinen ketten, oder drohen den Betrieb in die Luft zu jagen - ändern wird es Nichts. Sie sind ihre Arbeit los und müssen sich auf eine ungewisse Zukunft einstellen.

Das Intervention nichts bringt, sah man auch an einem Fall aus den frühen 2000'er Jahren in Kindberg. Artesyn, hiess die Firma, wurde an die Amerikaner verkauft, die dann die Produktion 2 Jahre nach Verkauf nach Ungarn verlegten, und einen erfolgreichen Betrieb und 200? MA zur Arbeitslosigkeit verurteilte. Auch da wurde von der Politik interveniert, wurde Vorgeschlagen, einige Maschinen zu behalten und weiter zu produzieren; Keine Chance!

Daher ist unwarscheinlich dass das bei ATB Aussichtsreich wäre oder als Alternative zur totalen Schliessung in Frage käme.

Hildegard11
11
21
Lesenswert?

Der Staat enteignet die Chinesen...

...und führt den Betrieb weiter. Wird sicher Förderung geflossen sein. Diese Förderungen gehören verbüchert und im Zweifelsfall schlagend gemacht

altbayer
2
21
Lesenswert?

Billiger

Da ist es für den Staat billiger die Arbeiter bis zur Pension bei vollen Bezügen daheim zu lassen.

artjom85
1
2
Lesenswert?

Auf lange Sicht käme es eher noch teurer, die Arbeiter daheim zu lassen.

Eine weitgehende wirtschaftliche Unabhängigkeit von den wirtschaftlichen Kolonialisten China und USA würde letztlich dem ganzen Staat etwas bringen.
Finden Sie es nicht auch merkwürdig, dass man in österreichischen Läden Produkte, deren Produktionskette nicht über chinesische oder amerikanische Firmen läuft, in den meisten Bereichen wirklich lange suchen muss?
Hier geht es nicht mehr um den qualitativ besten Standort für Produktion und Weiterverarbeitung. Hier wird mittels wirtschaftlichen Abhängigkeiten unterschwellig politischer Druck erzeugt.
Mit vielen solcher "kleinen" Übernahmen werden Industrieländer, deren Unternehmen eher auf Qualität statt auf Quantität setzen, zu "Entwicklungsländern" - Rückentwicklungsländern.