Um 14.20 Uhr war es am Sonntag so weit, da knackte St. Andrä in Kärnten als erste Station die 27-Grad-Marke – damit war der Sonntag der bisher heißeste Tag des Jahres.
Als Spitzenreiter entpuppten sich schließlich St. Andrä im Lavanttal (27,3 Grad), Ferlach (27,1 Grad), St. Veit an der Glan (27,1 Grad), Spittal an der Drau (26,7 Grad), Pörtschach (26,6 Grad) und in Osttirol Lienz (26,1 Grad). Am wärmsten wurde es wie erwartet im Lavanttal sowie im Klagenfurter Becken und im Rosental.
Mit der Hitzewelle Anfang Mai 2003 (32,2 Grad am 7. Mai in St. Andrä) ist die aktuelle Wetterlage zwar nicht zu vergleichen, wir liegen aber deutlich über dem langjährigen Höchstwerten-Schnitt, der in den Jahren 1991 bis 2020 bei 20 bis 25 Grad lag und jetzt zwischen 26 und 27 Grad liegt. „Ursache ist eine kräftige südliche Höhenströmung, die warme Mittelmeerluft in den Alpenraum führt, kombiniert mit starker Sonneneinstrahlung über den bereits sehr trockenen Böden“, sagt David Kaufmann vom Wetterdienst Tauernwetter.
In den kommenden Tagen kühlt es zwar ab Dienstag etwas ab, aber flächendeckende, ergiebige Niederschläge sind weiterhin nicht in Sicht.
Am Mittwoch zieht von Westen her eine Störung über das Land, die verbreitet etwas Regen bringt – im Lesachtal, im oberen Gail- und Drautal kann es zeitweise auch kräftiger regnen. In Unterkärnten kommen jedoch nur geringe Mengen zusammen, im Lavanttal könnte es sogar trocken bleiben. Am Donnerstag folgen noch einzelne Schauer, die Schneefallgrenze sinkt auf rund 2000 Meter. Die Trockenheit bleibt damit weiterhin ein kritisches Thema.
„Die Waldbrandgefahr ist in Kärnten und Osttirol allgemein hoch, im Lavanttal, im Bereich der Koralpe und der Saualpe sogar sehr hoch. Bei dieser Stufe können Brände bereits durch Blitzschlag bei einem Gewitter entstehen, wobei 80 Prozent der Waldbrände nach wie vor durch menschliches Fehlverhalten ausgelöst werden“, so Kaufmann. Höchste Vorsicht sei geboten: Kein offenes Feuer, keine weggeworfenen Zigaretten, kein Grillen im Waldnähe. Zwar geht die Gefahr ab Mittwoch im Westen durch den Regen etwas zurück, Entwarnung ist das aber keine – das Risiko bleibt auf mittlerem Niveau angespannt.