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Bizarres Geschäft mit der MaskeGroßer Wert, kleiner Preis: 'Fressen oder sterben' am Maskenmarkt

Großer Wert, kleiner Preis: Die Politik wünschte sich Unabhängigkeit zum Fast-Gratis-Tarif. Das ging sich für die Betriebe nicht aus.

Im Skandal um mutmaßlich nicht österreichische FFP2-Masken des Herstellers "Hygiene Austria" wird der Ruf nach Konsequenzen lauter © (c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
 

Vom absoluten Notstand bis hin zu einem Überangebot hat es seit Ausbruch der Pandemie rund um Schutzmasken – sowohl bei Mund-Nasen-Schutz als auch bei FFP2-Maske – schon alles gegeben. Insbesondere in den ersten Wochen, nachdem die Pandemie im Frühjahr 2020 auch Österreich erreicht hatte, war die Versorgungslücke riesig. Die Appelle der Politik, dass man sich unabhängiger von asiatischen Herstellern machen müsse, fruchteten in den Monaten darauf. Heimische Unternehmen, die kurzfristig neue Produktionslinien aufgezogen haben, wurden beklatscht. Später wurde zunehmend Unmut laut, weil die öffentliche Hand weiterhin verstärkt billig in Asien und nicht „daheim“ bestellte.

Kommentare (17)
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umo10
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Wer entschädigt jetzt Dominik holzner?

Moralisch müsste die Hygiene Austria die Differenz auf die ôsterreichischen Selbstkosten ihm auszahlen

chatrouge
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Entwicklung der FFP2 Masken Preise

Im 1. Halbjahr für mich nicht zu bekommen, erst ab Mai über Online Apotheke, deutscher Händler, Made in China, keine CE aber FFP2 Kennzeichnung und unter anderm geprüft von der IFA (Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung):
Mai und Juni 2020 € 9,95,
Juli 2020 € 4,95,
September 2020 € 5,35,
Oktober 2020 € 4,28.
Seit FFP2 Pflicht im österreichischen Handel, Maske Austria, kein Made in XY, € 0,59, FFP2 CE 2233 (Ungarn).
Von der Bundesregierung 10 Stk. FFP2, österr. Händler, Made in China, CE 2163 (Türkei).

roko11
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Aventrium

Warum werden die FFP2 Masken von Aventrium in Ungarn zertifiziert (CE2233)?

Carlo62
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Weil die österreichische Zertifizierungsstelle (BEV)

erst im Spätherbst 2020 die Akkreditierung zum Testen für FFP2 Masken erhalten hat.

Morpheus17
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Warum werden Schiffslieferungen von Hamburg nach Polen gebracht

und in Polen für den EU Markt verzollt.... Bestimmt weil Polen die EU-Vorschriften strenger auslegt...

crawler
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Weil

die Verzollung in Polen billiger und schneller ist.

griesbocha
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Beim Testen spielt Geld keine Rolle, für die Massentests damals wurde gar überteuert eingekauft.

Bei den Masken wird gespart. Interessant.

scionescio
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Was für ein rührseliger Promoartikel über einen branchenfremden Unternehmer, der gehofft hat, über Nacht reich werden zu können und jetzt feststellen muss, dass ihm da als ehemaligem Eventmanager einiges an Produktions-Know-How fehlt ....

... selbstverständlich ist „Made in Austria“ im Sinne der heimischen Arbeitsplatzsicherung einen akzeptablen Preisaufschlag wert - aber wenn die Chinesen für mittlerweile unter 4ct einen absoluten LowTech Massenwegwerfartikel in absoluter gleichwertiger Qualität erzeugen können (auch wenn ja viele glaubten herausgefunden zu haben, dass die Hygiene Austria Masken viel besser riechen und wirken als chinesische Masken- obwohl sie ja, wie wir jetzt wissen, auch aus China waren ...), sollte bei einem Endkundenpreis von 59ct noch für alle Beteiligten genug Marge drinnen sein.

Wenn sich jemand so ungeschickt anstellt, dass er mit den anscheinend falschen Maschinen und schlechter Logistik die gleiche Qualität (die von der Norm vorgegeben wird und entsprechend geprüft wird) viel teurer produziert und deshalb zu Wucherpreisen verkaufen möchte, um eine Krisensituation auszunützen und auf dem Rücken der Konsumenten über Nacht reich zu werden, soll er es besser lassen.

Dass er mit so einem LowTech Artikel nach der Krise auf dem Markt nicht bestehen wird können, war wohl schon vorher klar und für ein paar Hilfsarbeiterjobs für ein paar Monate, muss man sich auch die Frage stellen, ob da die Förderungen gut angelegt waren.

ilselampl
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Hugh..........

da spricht der Obersozn, der weiß wie Unternehmer arbeiten.............
........falsche Maschinen....falsche Arbeitskräfte............falsches Material..............falsche Logistik....... und Wucherpreise...............falsche Steuern...... falsche Abgaben.............u.v.m.
Der "rührselige" Vergleich mit den chinesischen Preisen hinkt.

scionescio
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@Ilse: immerhin wächst mein eigenes Unternehmen stetig und ich stelle Leute mit sehr guten Gehältern ein ...

... und muss nicht nach ein paar Wochen wieder die Hälfte der erst kürzlich eingestellten Hilfsarbeiter zu Mindestlöhnen wieder abbauen, weil ich mich total verkalkuliert habe und anscheinend wenig Ahnung vom Markt habe - aber das unterscheidet anscheinend langfristig denkende seriöse Unternehmer von Glücksrittern, die auf das schnelle Geld aus sind und dann mit der rührseligen Made in Austria Masche kommen, wenn ihre Felle davonschwimmen.

ARadkohl
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Deinen Artikel widerspreche ich zu 100 Prozent!

Was haben wir denn vor der Coronakrise geglaubt? Wir kaufen billig in Asien und als die Krise kam, wurde der Bedarf weltweit enorm und wir standen mit leeren Händen da. Dieser Jungunternehmer sprang für unsere Versorgung in die Bresche und jetzt verhöhnt man ihn? Alle wünschten sich Masken aus Österreich, aber Regierungsauftrag bekam er keinen? Und wenn ein anderer Betrieb Masken aus Asien bezieht, heißt es, wenn es Betrug war wurden wir alle betrogen. Die Politik übernimmt wie immer da aber nicht die Verantwortung, aber Preis drücken geht schon, dass nicht einmal kostendeckend bei uns produziert werden kann. Das ist das gleiche wie bei den Bauern. Im ersten Lockdown sind alle in Panik verfallen, dass es zu Nahrungsmittelenpässen kommt und die Leute stürmten die Geschäfte. Der Bauer hat nichts davon wenn man ihm nur dankbar ist, das er produziert, aber im Gegenzug verviel der Fleischpreis, und der Produzent hat keinen Erlös und kann nicht überleben. Es ist eben zu kurz gedacht, alles nur billigst haben zu wollen und auf der anderen Seite in Panik vorm verhungern auch noch die Klopapierregale zu plündern und Eigenversorgung zu wünschen.

scionescio
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@ARadkohl: zwischen der Sicherstellung der Grundversorgung und dem Ausnützen einer Krisensituation für Wucherei ist ein himmelhoher Unterschied ...

... und wenn du ernsthaft glaubst, dass der Herr Jungunternehmer in der Früh aufgestanden ist und zu sich gesagt hat, heute gründe ich eine Firma, um die Not der Österreicher zu lindern und die Versorgung mit Masken im Land sicherzustellen- und ich tue das nur mit dem üblichen Gewinnaufschlag, weil es mir ja nur um die Gesundheit der Österreicher geht, bist du in meinen Augen naiv.

Momentan exportiert er ja seine Masken, weil er dort dafür mehr bekommt als in Österreich (also kann es ihm nicht so um die Österreicher gehen, obwohl die mit ihrem Steuergeld die Förderungen bezahlt haben ...) und er baut gerade einen Standort in Deutschland auf (vermutlich fließen da wieder Förderungen) - also nichts mit Made in Austria.

ARadkohl
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Und warum bekommt er mehr im Ausland.

Weil es der Geiz made in Austria ist.

scionescio
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@ARadkohl: wohl eher, weil die zu spät in China bestellt haben...

... kurzfristig Lieferengpässe auch zu höheren Kosten überbrückt werden müssen oder aus diversen Gründen (zB fehldene oder ungünstiges Handelsabkommen mit China) nicht direkt aus China beliefert werden.

Es ist Geiz, für ein besseres und notwendiges Produkt weniger zu bezahlen zu wollen und auf ein schlechteres und manchmal sogar auch gefährliches Produkt auszuweichen, wenn man es sich leisten kann (viele müssen jeden Cent umdrehen und haben gar nicht diesel Wahlmöglichkeit, weil sie in erster Linie schauen müssen, dass sie über die Runden kommen) - es ist pure Dummheit, für einen genormten und qualitativ völlig gleichwertiger Wegwerfartikel das Vielfache des wahren Wertes auszugeben, nur damit ein paar wenige Kriegsgewinnler damit über Nacht reich werden - in einem Jahr wird es diese Firma ziemlich sicher nicht mehr geben, weil es betriebswirtschaftlich aussichtslos ist, mit so veralteten Maschinen und hohem manuellem Anteil (da wird jede einzelne Maske laut Video mehrmals händisch angefasst- bei modernen Maschinen gibst du vorne das Flies rein und hinten purzeln die fertig verpackten und etikettierten Masken in den Versandkarton - ohne Handarbeit!) am Weltmarkt gegen die großen asiatischen Anbieter bestehen zu können.
Ein kleines Land wie Österreich wird es sich wegen fehlender Skaleneffekte beim winzigen Inlandsmarkt nie leisten können, völlig autark zu sein - aber deshalb gibt es ja die EU und dort sollte das in wichtigen Bereichen angestrebt werden.

Morpheus17
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hansi01
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Basti versprach billig Masken aus Österreich

Und sein ein innerer Freundeskreis konnten liefern. Warum wird jetzt kein PR-Foto mit den Wieser's gezeigt?

vanhelsing
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Was hat die Winzer-Fotoserie damit zu tun???

Einfach nur Auflockerung?????😅😅