Hinter jeder einzelnen Gründung steht zumindest ein Arbeitsplatz und eine Person mehr in Beschäftigung. Nach dem Startschuss vor genau drei Jahrzehnten war es für das Arbeitsmarktservice Kärnten Zeit, Bilanz zu ziehen: „Seit 1995 wurden rund 10.000 Unternehmen gegründet. Die meisten als EPU, wobei in Summe über 14.000 Arbeitsplätze geschaffen wurden“, schildert Wolfgang Haberl, Leiter für Förderungen im AMS.

Das Unternehmensgründungsprogramm (UGP) richte sich an jene Beschäftigungslose, die sich mit ihrer Geschäftsidee selbstständig machen wollen. Als jahrelanger Partner für die professionelle Begleitung auf diesem Weg kommt Herwig Simoner mit „bit management“ ins Spiel. „Unser Ziel sind nicht möglichst viele, sondern nachhaltige Gründungen zu erreichen, die am Markt bestehen können“, sagt der Unternehmensberater, der als Projektleiter tausende Neo-Unternehmer begleitete. Daher habe man einer noch größeren Zahl an Interessenten abgeraten.

Schritt aus der Arbeitslosigkeit: immer mehr Gründerinnen

Jene, die in das UGP-Programm einsteigen, würden es aber zu 90 Prozent erfolgreich abschließen, so Simoner. Acht von zehn sind auch nach einem Jahr noch aktiv. Die Bandbreite reiche von der Softwareentwicklerin, über Instrumentenbauer bis hin zur freiberuflichen Hebamme oder Marketingfachmann für Weingüter. Fast ein Fünftel sei über 50, der Großteil zwischen 35 und 50 Jahre alt. Gut 40 Prozent bieten private oder technische Dienstleistungen an, 20 Prozent entfallen auf Handwerk und Gewerbe.

Weiterer Grund zur Freude: Immer mehr Gründerinnen wagen den Schritt in die Selbstständigkeit. „Fast die Hälfte der 353 neuen Betriebe wurden im Vorjahr von Frauen gegründet. Hier konnten wir deutlich nachbessern“, verweist Haberl auf einen wachsenden Frauenanteil.

Neben den Einzelberatungen und Kursen gebe es als „Gründungsbeihilfe“ bis zu drei Monate weiterhin AMS-Bezüge, um den Einstieg zu erleichtern. Für das UGP wurden bisher 40 Millionen Euro eingesetzt, heuer werden es rund zwei Millionen sein.