Im Lehrbauhof Kärnten der Bauakademie zeigt ein Polier am Montag und Dienstag Maurerarbeiten vor. Am ersten Schnuppertag von „Handwerk verbindet“ freuten sich die Partner, dass das Pilotprojekt aus dem Vorjahr heuer fortgesetzt wird. „Knapp 50 Bewerbungen haben wir erhalten. Die Ausbildung der Bauhelfer wird vom Hoch- um den Holzbau und das Dachdecker-Gewerbe erweitert“, schilderte Initiator und Bau-Landesinnungsmeister Robert Rauter.
Im Juli startet dann die Grundausbildung in Klagenfurt. Das Besondere: „Sprache und Handwerk wird für Menschen mit Migrationshintergrund in Einklang gebracht. Sie lernen gleich das Fachvokabular, um Missverständnisse bei Arbeits- und Sicherheitsanweisungen zu vermeiden“, erklärte Beate Gfrerer, Geschäftsführerin der Kärntner Volkshochschulen, die das Deutsch-Angebot beisteuern.
„Am Ende schaut ein Job heraus“
Die zwölfwöchige Ausbildung besteht aus 25 Tagen Sprachunterricht und 24 Tagen Baupraxis. Gut 20 Ausbildungsplätze werden diesmal angeboten. An den Premierenerfolg mit einer Abschlussquote von 81 Prozent und der Hälfte der Absolventen, die direkt an einen Arbeitgeber vermittelt wurden, wollen alle Beteiligten anknüpfen: „Der Bedarf an Arbeitskräften ist da. Durch die Kombination aus Sprachkenntnis und Qualifizierung gelingt es, dass am Ende auch ein Job herausschaut“, so AMS-Landesgeschäftsführer Peter Wedenig. Auch WK-Präsident Jürgen Mandl sieht in der Sprache, die Grundvoraussetzung, um sich in Österreich weiterentwickeln zu können.
Landesrätin Sara Schaar (SPÖ) und Milica Himmer, Leiterin des ÖIF-Integrationsservice für Fachkräfte, betonten, wie wichtig das Angebot als Beitrag für eine gelungene Integration sei. Holzbau-Innungsmeister Friedrich Klaura fügte hinzu, dass mehr als nur Baukultur vermittelt werde: „Auf dem Bau funktioniert es nur mit Zusammenarbeit.“