Nach wie vor steigt in Österreich die Arbeitslosigkeit. Kärnten verzeichnete im Bundesländervergleich einmal mehr die niedrigste Zunahme bei den Arbeitslosen (+3,7 Prozent) und bei den Arbeitslosen inklusive Schulungsteilnehmern (+4,9 Prozent). Männer und Frauen sind vom Anstieg gleichermaßen betroffen. Insgesamt sind aktuell 17.019 Menschen in Kärnten auf Jobsuche bzw. in Schulungen. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,2 Prozent auf 5,8 Prozent.

Die Zahl der unselbständig Beschäftigten in Kärnten sank um 0,8 Prozent bzw. 2000 Personen gegenüber Juni 2024 auf 226.000. Deutlich rückgängig ist die Zahl der offenen Stellen – um 15 Prozent bzw. 950 auf 5372, der Rückgang sei konjunkturell bedingt, betont der Geschäftsführer des AMS Kärnten, Peter Wedenig. Der Arbeitsmarkt konnte sich in Kärnten im ersten Halbjahr von der österreichweiten Entwicklung abkoppeln, so Wedenig. in Kärnten nahm die Arbeitslosigkeit um moderate 2,9 Prozent zu, österreichweit sind es hingegen 8,1 Prozent.

Wo die Arbeitslosigkeit gesunken ist

In den Bereichen Holz, Bau und Hilfsberufe ist die Arbeitslosigkeit im Juni gesunken. „Im Bau liegen wir am niedrigen Niveau von Juni 2022“, freut sich Wedenig. Die stärksten Zunahmen Jobsuchender verzeichnet das AMS in den technischen Berufen sowie in den Bereichen Metall/Elektro und Büro. In den Bezirken Wolfsberg (-3,5 Prozent) und Villach (-1,2 Prozent) ging die Arbeitslosigkeit zurück, in Hermagor (+23,9 Prozent) und Klagenfurt (+6,9 Prozent ist sie hingegen deutlich gestiegen.

AMS-Geschäftsführer Peter Wedenig
AMS-Geschäftsführer Peter Wedenig © Caroline Knauder

Mehr Jobsuchende über 60

Im leichten Steigflug befindet sich die Arbeitslosigkeit bei Älteren über 50 (+4,2 Prozent auf 5304). Einen unerfreulichen Knick gibt es bei den Über-60-Jährigen: In dieser Gruppe steigt die Arbeitslosigkeit um überproportionale 114,4 Prozent, eine unerfreuliche Entwicklung. „Wenn man diese Altersgruppe in Beschäftigung halten will, braucht es eine Reihe von Maßnahmen“, appelliert Wedenig. Geringfügig der Anstieg bei den Langzeitarbeitslosen in Kärnten (+2,7 Prozent auf 2493) – österreichweit beträgt die Zunahme beachtliche 27,2 Prozent.

Die Jugendarbeitslosigkeit blieb stabil, positiv ist der Trend bei den Jugendlichen bis 19 Jahre mit einer Abnahme um 7,9 Prozent, während österreichweit in dieser Gruppe ein Plus von 14,6 Prozent verzeichnet wurde, erklärt Wedenig. Die Zahl der Lehrstellensuchenden steigt (um 2 Prozent auf 357), die der offenen Lehrstellen sank um fast ein Viertel auf 487, liegt aber noch immer deutlich über jener der Lehrstellensuchenden.