Schnee und sogar Sonne. Das einzige, das an diesem Tag am beschaulichen Niederalpl fehlt, sind die Skifahrer. Doch ein Blick Richtung Liftstation zeigt: Diese werden nicht mehr kommen. Der Betrieb ist eingestellt, der Parkplatz nicht geräumt. Einzig Abdrücke vieler Schneeschuhstapfer zeichnen ein Bild in den Hang.

Und das schon seit Ende Jänner, nachdem im beliebten Skigebiet diesen Winter insgesamt nicht einmal für zwei Wochen der Lift lief. „Es ist eine Saison zum Vergessen“, hadert Krimhilde Ploderer. Sie schmeißt seit Jahrzehnten den Gasthof Plodererhof, der sich in unmittelbarer Nähe zur Liftstation befindet.

Der Lift steht
Der Lift steht © KLZ / Markus Lösel

Herz hängt an Gasthof

Sie habe schon unzählige Winter am Niederalpl erlebt, doch so wie dieser war noch keiner. „Wir hatten sogar Anfang September schon mehr Schnee als diesen Winter“, sagt sie und ergänzt: „Natürlich gab es schon immer Winter, wo es einmal mehr und einmal weniger Schnee gab. Trotzdem hat man sich darauf verlassen können, dass etwas kommt.“ So galt das Niederalpl schon immer als äußerst schneesicher.

Nicht so diesen Winter. Zwar hatte zwischendurch, so wie zuletzt, Frau Holle ein Einsehen, doch die warmen Temperaturen ließen keinen längeren Betrieb zu. Andreas Steininger, der für das Niederalpl spricht, bestätigt: „Der Schnee wäre zwar aktuell vorhanden, aber viel zu weich, um eine Piste zu präparieren.“

So hieß es für Ploderer und ihr Team zuletzt fleißig zu schaufeln, ohne jedoch viele Gäste begrüßen zu können. „Die aktuelle Saison ist für uns existenzbedrohend. In der Ferienzeit, die für uns eigentlich mit Weihnachten die stärkste ist, hatten wir eine Woche lang gerade einmal 23,60 Euro in der Kasse“, so Ploderer, die trotzdem die Zuversicht nicht verlieren möchte. Denn: „Ich hab‘ den Gasthof schon von meinen Eltern übernommen, die ihn von ihren Eltern haben. Ich hänge wirklich daran.“

Wenig Schnee, viele Vögel

Geöffnet hat der Plodererhof immer von Donnerstag bis Sonntag, auch Übernachtungen sind möglich. Bei einem Wettereinbruch sollte man sich bei einem geplanten Besuch vorab erkundigen, ob geöffnet ist. „Aktuell sind eh nur ein paar wenige Schneeschuhwanderer oder Tourenskigeher unterwegs. Die sind aber alle herzlich willkommen, sich bei uns zu stärken“, sagt Ploderer. Und noch eine Erkenntnis hat die leidenschaftliche Wirtin diesen Winter gemacht: „Meine fünf Vogelhäuser sind alle voll. Das gab es zu dieser Zeit auch noch nie.“

Durch den urigen Gastraum des Plodererhofes lacht die Sonne
Durch den urigen Gastraum des Plodererhofes lacht die Sonne © KLZ / Markus Lösel

Und auch sonst richtet sich der Blick in den Frühling und Sommer, wo inzwischen das Hauptgeschäft liegt. Vor allem bei Mariazell-Pilgern und Motorradfahrern ist der Gasthof, den viele auch unter „Gamsjäger“ oder „Little Nashville“ kennen, sehr beliebt. Für das Sommergeschäft sucht Ploderer übrigens auch noch Unterstützung, was das Personal betrifft.