Er hat es also schon wieder getan. Didi Kühbauer holte im Vorjahr mit Maxi Ullmann einen alten Bekannten aus gemeinsamen Rapid-Zeiten ins Lavanttal - und der linke Schienenspieler lieferte in der Cupsieger-Saison voll ab. Jetzt ist Ullmann vereinslos, eine Verlängerung beim WAC hat sich nicht ergeben. So griff Kühbauer wieder auf seine Kontaktliste zu und holte Rene Renner, mit dem er schon beim LASK zusammenarbeitete, zurück in die Bundesliga. „Er war schon ein Faktor, warum ich zum WAC gekommen bin“, gesteht Renner, „denn es ist immer gut, wenn man einander kennt und jeder vom anderen weiß, was man bekommt.“
Kühbauer kennt und schätzt die Stärken Renners, der Oberösterreicher jene von Coach Kühbauer: „Er ist einer der wenigen, der dir alles ins Gesicht sagt, im Positiven, wie im Negativen. Man weiß immer, wo man bei ihm steht und kann über Leistung alles unter ihm erreichen. Er schafft es einfach, dass die Mannschaften voll mitziehen. Im Vorjahr hat man das ja auch beim WAC gesehen.“
Thailand wird Renner nie vergessen
Für Renner selbst ist das Engagement nicht nur ein Wiedersehen mit Kühbauer, sondern auch mit der Bundesliga. Denn im Winter war er beim LASK im Abseits gestanden, wechselte in der Folge nach Thailand zu Buriram. Eine Zeit, die er nie vergessen wird: „Ich würde es sofort wieder machen. Ich habe es mir auch ein bisschen anders vorgestellt, aber das Niveau ist echt hoch, weil auch viele Ex-Premier-League-Spieler mit Champions-League-Erfahrung dort sind, und die Stadien sind super. Wir hatten überall zwischen 15.000 und 20.000 Zuschauer.“ Auch das Leben dort schätzt Renner und führt aus: „Die Leute haben dort nichts und sind dennoch so hilfsbereit und offen, ein tolles Volk. Ich verstehe auch jeden Österreicher, der lange hier gearbeitet hat und dann dorthin geht. Man bekommt viel für sein Geld und kann einfach ein gutes Leben haben.“
Gut leben will er nun auch in Wolfsberg, vor allem sportlich. „Die Grundvoraussetzungen sind da, die Spieler sind echt stark, jetzt geht es darum, eine Einheit zu werden und richtig zu marschieren“, weiß Renner, der sich speziell auf die Europa-League-Quali freut, selber schon in europäischen Gruppenphasen gekickt hat: „Unser oberstes Ziel muss sein, in eine Ligaphase zu kommen. Es gibt nichts Schöneres. Ich möchte meine internationale Erfahrung auch an die Jüngeren weitergeben und dem Team damit helfen.“
Das erste Pflichtspiel gegen Renners Heimatklub
Das erste Highlight - speziell für Renner - steht aber schon am 25. Juli an. Der Titelverteidiger trifft in der ersten Cuprunde auf Wallern. „Ganz speziell, mein Heimatklub. Oma und Opa wohnen noch dort, ich bin oft in Wallern, kenne alle Spieler, der Trainer, Dominik Weinberger, ist auch ein alter Freund von mir“, so der Oberösterreicher, der am Sonntag im Zuge des Trainingslagers in Maria Alm mit den Wölfen im Test auf Karpaty Lwiw (UKR) trifft.