Erst war WAC-Trainer Didi Kühbauer noch zum Scherzen aufgelegt. „Der Urlaub kann nicht lang genug sein“, schmunzelte er in Zuge des Trainingsauftakts der Wolfsberger, das zwangsläufig nur mit einer abgespeckten Mannschaft stattfinden sollte. Daher wusste der Burgenländer auch, dass es zu einer echten Standortbestimmung noch nicht reichen würde, zumal auch die Wechselabsichten einiger Akteure noch in den Sternen stehen. Erst wenn sich am 1. Juli das Transferfenster offiziell öffnet, wird es mehr Klarheiten bezüglich der Dichte des Kaders geben. Einen Fahrplan für das Training im Allgemeinen hat der Coach sich aber schon zurechtgelegt: „Es wird wichtig sein, die Neuen richtig ins Spielsystem zu integrieren. Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns die Zeit nehmen. Denn diese Integration soll nicht nur in den Beinen, sondern auch in den Köpfen erfolgen.“ Auch die steigenden Temperaturen hat er im Hinterkopf: „Die heutige Einheit ist eine Ausnahme. Wenn es so warm bleibt, werden wir unser Training auf zehn, vielleicht sogar neun Uhr vorverlegen.“
Leistungsträger fehlen
Die Liste der beim Auftakt fehlenden Spieler ist lang, so steigen Torhüter Nikolas Polster, sowie die beiden Stürmer Thierno Ballo und Erik Kojzek nach ihren Auftritten im Nationalteam erst nächste Woche ins Training ein. Mittelfeldmann Boris Matic, der sich in der Meistergruppe zur wichtigen Stütze entwickelt hat, stößt am Donnerstag zum Team. Keinen neuen Vertrag erhielten Ervin Omic und Sandro Altunashvili. Den Verein fix verlassen hat Thomas Sabitzer. Der 24-jährige 2023 vom LASK gekommene Angreifer geht zur WSG Tirol. Er hat insgesamt 43 Spiele für den WAC absolviert und dabei vier Treffer erzielt, hatte zuletzt aber kein Leiberl mehr und auch mit Verletzungen zu kämpfen.
Ebenfalls abwesend war auch die wohl heißeste Transferaktie der Wolfsberger. Chibuike Nwaiwu nahm trotz bis 2027 gültigen Vertrags nicht an der Auftakteinheit teil. Man könnte es als Zeichen auf baldigen Abschied deuten, genaues preisgeben wollte der Verein nicht. Generell sagte Kühbauer zu den Transfers nur: „Wenn ein Spieler interessant ist und ein Verein ihn haben will, dann werde ich ihn nicht stoppen, auch wenn ich gerne, besonders nach so einer überragenden Saison, alle Spieler behalten würde.“ Wechselgerüchte um seine Person schmetterte der 54-Jährige ebenfalls ab: „Solange ich hier sitze, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich den WAC auch in den Saisonstart führen werde.“
Langzeitverletzter wieder fit
Personell gab es allerdings auch Positives zu berichten. So kehrte der ehemalige Nationalspieler Alessandro Schöpf nach langer Verletzungspause ins Team zurück. Der Ötztaler hatte seit Anfang April kein Spiel für den WAC absolviert. Amateurspieler Florent Hajdini trainierte zum ersten Mal bei den Profis mit. Der 18-Jährige durchlief alle Stufen des ÖFB-Nachwuchs und kam in der U19 schon zu sieben Nationalteam-Einsätzen. Auch zu einigen Neuzugängen verlor Kühbauer noch ein paar Worte, so war er beispielsweise vollen Lobes für René Renner, der nach einem mäßig erfolgreichen Abenteuer aus Thailand zurückgekehrt war: „Ich kenne ihn natürlich noch vom LASK und er hat eine tolle Saison gespielt. Er hat das Tempo, er hat keine Angst und ist ein Kämpfer, der uns links im Mittelfeld sicher weiterhelfen kann.“ Rechtsverteidiger Fabian Wohlmuth hätte Kühbauer gerne schon letzte Saison beim WAC gesehen doch „am Ende war es gut für ihn, dass er noch bei Ried geblieben ist und sich entwickeln konnte.“