Die Klagenfurter Austria steht nach dem Abstieg in die 2. Liga vor der riesigen Herausforderung, quasi einen völlig neuen Kader basteln zu müssen. Denn neben den gewinnbringenden Abgängen des Duos Jannik Robatsch und Simon Spari zu St. Pauli sind auch einige Kicker, die den Violetten große Dienste erwiesen, beim am Montag unter Neo-Trainer Rolf Landerl stattfindenden Trainingsstart nicht an Bord. Die Liste der Abgänge ist lang und teils auch ablösefrei, weil Verträge entweder ausliefen oder für die 2. Liga keine Gültigkeit besitzen. Ausgelaufen sind die Verträge beispielsweise auch mit Thorsten Mahrer und Christopher Wernitznig. Es wird auch nicht mehr geplant, zu verlängern. Auch nicht mit Mahrer, der sich für viele Optionen offen zeigte. Und Wernitznig verabschiedete sich in einem emotionalen Instagram-Posting bereits, schrieb unter anderem: „Es waren Momente voller Leidenschaft, Höhen und Tiefen ... die mich geprägt und begleitet haben.“
Wernitznig hingegen schließt sich jetzt Aufsteiger Ried für ein Jahr mit Option auf ein weiteres an und verlässt Kärnten mit 35 Jahren und nach insgesamt elf Saisons bei WAC und Austria, er kam 2014 aus Innsbruck nach Wolfsberg. Bereits in Rieds Trainingslager in Bad Schallerbach angekommen, trifft er auf Ex-WAC-Mitspieler, einerseits Neo-Rieder Jonathan Scherzer. Und natürlich auf Michael Sollbauer, der mit 310 Pflichtspielen immer noch WAC-Rekordspieler ist. „Ich hatte mit ‚Sole‘ immer Kontakt, wir kennen und verstehen uns ja gut, waren beim WAC auch Zimmerkollegen“, sagt der Mittelfeldmann. Die Schlüsselfigur war aber ein anderer alter Bekannter, nämlich Ried-Trainer Max Senft: „Er war während meiner WAC-Zeit bei uns im Trainerstab, jetzt hat er mich kontaktiert und voll vom Verein überzeugt.“ Und ihm die Chance gegeben, weiter im Oberhaus zu kicken. „Aber ich hatte auch offene, gute Gespräche mit Klagenfurt über einen möglichen Verbleib“, stellt er klar.
Für den Gailtaler ist es ein spannender, vielleicht letzter größerer Karriereschritt. „Es wird für mich und die Familie noch einmal spannend, etwas Neues kennenzulernen. Ich habe ja eine Tochter und das zweite Baby ist unterwegs. Wir werden uns genügend Zeit nehmen, aber ich bin guter Dinge, dass wir uns gut einleben werden“, sagt Wernitznig. Und sportlich? „Da hat Ried infrastrukturell und mit seinen Fans ein ideales Gerüst im Verein. Und die Mannschaft kann sicher eine coole Rolle spielen, man nimmt ja auch eine gewisse Aufstiegseuphorie mit, hoffentlich bleibt die lange erhalten.“
Auch Jaritz und Hinteregger sind diesmal nicht an Bord
Ebenfalls in Klagenfurt nicht mehr dabei sein, weil die Verträge ausgelaufen sind, werden Spieler wie Simon Straudi, Marco Knaller oder aber Florian Jartiz und Martin Hinteregger. Deren Zukunft ist offen, der jeweils eigentlich bis 2026 laufende Vertrag war lediglich für die Bundesliga gültig. Andere, wie Christopher Cvetko (BW Linz) oder Tobias Koch (GAK) sind schon länger fix weg. Gesucht wird im Endeffekt also auf allen Positionen, der Auftaktkader wird hauptsächlich aus jungen (Akademie-)Spielern bestehen.