Es würde nicht mit „Hacke, Spitze, eins, zwei, drei“ gegen die giftige Truppe von BW Linz funktionieren, hatte WAC-Trainer Didi Kühbauer vor dem Duell mit den Oberösterreichern gewarnt. Und hatte damit prinzipiell natürlich Recht. Phasenweise versuchen wollten es seine Mannen dann aber dennoch eben genau so. Denn einige technische Gustostückerl, wie etwa die Fersler von Simon Piesinger und Dejan Zukic ließen die 4755 Fans in der gut gefüllten Lavanttal Arena dann doch schon in der Anfangsphase mit der Zunge schnalzen. Das funktionierte aber freilich auch nur deshalb, weil die Wölfe zu dem Zeitpunkt schon in Führung gelegen hatten. Markus Pink hatte nämlich schon in der sechsten Minute zum 1:0 getroffen. Der Kärntner vollendete dabei einen perfekt vorgetragenen Konter nach sehenswerter Seitenverlagerung von Thierno Ballo und maßgenauer Hereingabe vom wieder gesundeten Adis Jasic.
Und dann spielte es sich eben gleich leichter. Fast schon zu leicht, was sich noch vor der Pause fast gerächt hätte. Denn bei einem Lattenpendler von Fabio Strauss (43.) und einem Tor von Alem Pasic, das wegen Handspiels aberkannt worden war (44.), hatten die Wölfe reichlich Glück. Das merkte und thematisierte wohl auch Kühbauer in der Pause und schärfte dem Team sichtlich die Sinne. Was nach 53 Minuten auch schon zur Vorentscheidung führte. Ballo setzte den aufgerückten Maxi Ullmann per Querpass ideal in Szene, der Schienenspieler ließ es sich nicht nehmen, unten links einzuschieben. „Nach langer Zeit wieder einmal zu treffen ist schon ein besonderes Gefühl. Ich weiß, dass Thierno, wenn er dort den Ball hat, sich meistens durchsetzt und bin mitgegangen. Dann habe ich nur mehr gehofft, dass er mich im Rückraum sieht, das hat er getan“, freute sich der gebürtige Linzer Ullmann, der mit seinem schwächeren rechten Fuß und auch nicht voll traf und sich einen Spruch von Kühbauer gefallen lassen musste: „Ich bin froh, dass er ihn nicht gescheit erwischt hat. Weil sonst wäre diese Kugel nicht ins Tor sondern bis nach Frantschach geflogen. Den Fuß hat er eigentlich nur zum Gasgeben.“
Der WAC hat sich zwei Meisterfinalspiele erarbeitet
Damit bleiben die Titelträume der Lavanttaler weiter völlig realistisch, mit zwei Siegen zum Abschluss gegen die Austria und bei Sturm wäre der WAC auf jeden Fall aus eigener Kraft Meister. Selbstvertrauen haben sich die Kärntner jedenfalls noch mehr geholt - und der Sieg hätte noch höher ausfallen können, wäre die ein oder andere Hereingabe vom unaufhörlich wuselnden Ballo noch präziser bei den potenziellen Abnehmern gelandet. „Es war nicht unsere beste Leistung, aber kein Team der Welt hat nicht einmal solche Phase. Meine Burschen wissen in jeder Situation was zu tun ist, kommen da wieder raus und haben so auch verdient gewonnen“, resümierte ein stolzer Coach.