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Musik-Rückblick 2019Leonard Cohen leuchtet dorthin, wo es finster ist

Leonard Cohen geistert wieder durch die musikalischen Wälder und leuchtet dorthin, wo es finster ist. Doch nicht nur er erklingt in meinem Musikjahr 2019. Von beinahe Unerhörtem, lange Verschobenem und sehnlichst Erwartetem.

Wenn das Licht hereingelangt © Eva Kainrad
 

Vowws – Structure of Love II feat. Chino Moreno

Ich war wieder einmal auf der Suche nach einem Lied. Zwei Tage lang habe ich mittels Textfetzen, Algorithmen und einschlägiger Playlisten anderer versucht, auf den Song zu stoßen. Vergebens. Aber wie immer hat sich diese Vergeblichkeit gelohnt, ich fand Großartiges. Das australische Duo Vowws bricht die Erwartungen der Zuhörenden, und dennoch wirkt die Musik keine Sekunde lang anstrengend. Und ja, man kann auch den Texten dieser Band zuhören, ohne die eigenen poetischen und intellektuellen Ansprüche beleidigt zu sehen.

Ich verweise auch auf Version I von „Structure of Love“, da tönt das Spiel mit den Erwartungshaltungen besonders.

Vowws – Structure of Love feat. Chino Moreno

Vowws – Structure of Love feat. Chino Moreno

Whispering Sons – Hollow

Ein weiterer schöner Stolperstein auf dem Weg zu dem erwähnten unbekannten Song. Ja, mein Post-Punk-Herz schlug höher, als es diese Gitarren, diesen Rhythmus, ihren Gesang hörte. Fenne Kuppens verfügt über das Privileg der Tiefe, des Vollen, des Runden in der Stimme.

Whispering Sons – Hollow

Whispering Sons – Hollow

Principe Valiente – Strangers in the Night (Canyons Remix)

Und noch ein Fundstück meiner Suche. Manchmal wirkt Musik auf mich, als drehte sie sich – bis ich dann feststelle: Sie dreht mich. Der Kopf beginnt zu schunkeln, die Arme stimmen mit einem leichten Schwingen ein, die Beine bestimmen selbst, wohin es geht. Der Körper in angedeuteten Drehungen. Aber bitte, tanzen Sie selbst!

Principe Valiente – Strangers in the Night (Canyons Remix)

Principe Valiente – Strangers in the Night (Canyons Remix)

Actors – Slaves FM Attack RMX

Es machte so viel Spaß. Irgendwo in Portugal, in einem Club, die Actors auf der Bühne und die Tanzenden um mich herum, die mich herumschoben, die mich verschoben in irgendeine Zeit, die ich mir sonst nur vorstellen kann.

Actors – Slaves FM Attack RMX

Actors – Slaves FM Attack RMX

Girl Band – Shoulderblades

Eine Girl Band, die ohne Mädchen auskommt. Was den Herren aus Irland so manch kritische Stimme bescherte. Aber man kann auch missverstehen, weil man missverstehen möchte. Egal. Das Video ist betörend, Oona Doherty, Bewegungskünstlerin, Ausdruckskünstlerin, trägt es ganz allein durch den Punk-Electronica-Song.

Girl Band – Shoulderblades

Girl Band – Shoulderblades

Brutus – War (live)

Aber da ist es, das Mädchen. Zuerst die Sache mit der „Amp“, dann singt es, wie es sich gehört für Mädchen, die singen. Doch man schaltet nicht weg, denn es liegt ein Versprechen in dieser erst zaghaften Stimme. Ein Versprechen von Stärke, von einem verrauchten Lokal, von ... Doch sehen Sie selbst.

Brutus – War live

Brutus – War live

Cult of Luna – Lay Your Head to Rest

Ich mag die Bezeichnung Post-Metal nicht. Beyond Metal finde ich viel adäquater. Cult of Luna schleppen, flüstern, stampfen, doomen und rocken und erzeugen dabei eine Atmosphäre bestehend aus Unvereinbarem. Scheinbar Unvereinbarem.

Cult of Luna – Lay Your Head to Rest

Cult of Luna – Lay Your Head to Rest

Author and Punisher – A Crude Sectioning

Tristan Shone baut weiter. Seine selbst gebastelte Drone/Dub Machine wird kleiner, zerfällt bei Auftritten nicht mehr in ihre Einzelteile – der physische Aufwand, um sie zu bedienen, ist jedoch immer noch sehr groß. Zu erleben im Jänner kommenden Jahres, wenn Author and Punisher mit seinem Industrial im Rahmen einer Tour wieder nach Österreich kommt.

Author and Punisher – A Crude Sectioning

Author and Punisher – A Crude Sectioning

The Devil and the Universe – 1969

Die Wiener Formation fühlt ihren Anlagen weiter nach. Noch ausgeprägter das Weltmusikalisch-Mythische, das Elektronische greift ins Discohafte, und auf dem Album findet sich nun auch – ein Rocksong, mit dem so manch Tarantino-Film seine Freude hätte. Eine Hommage an die Stooges, deren „1969“ auf dem, genau, 1969 erschienenen Debüt-Album zu finden ist.

The Devil and the Universe – 1969

The Devil and the Universe – 1969

Swans – Leaving Meaning

Ich habe eine Weile gewartet, bis ich mir das neue Album der Swans anhörte. Ich wollte sicher sein, Zeit zu haben, nicht gestört zu werden oder selbst nicht zu stören. Nein, eigentlich ... Ich war mir unsicher, ob es denn wieder „gut genug“ sein würde, und verschob das Hören immer und immer wieder. Nun, es ist besser. Es ist eine lichtdurchflutete Schlucht.

Swans – Leaving Meaning

Swans – Leaving Meaning

Jungstötter – The Rain (live)

Können Sie sagen, warum Sie jemandem gern zuhören? Warum die eine mehr bei Ihnen auslöst als der andere? Warum Sie das eine schöner finden als das andere? Und das, ohne Sätze zu verwenden, die auf so vieles und viele andere ja auch zutreffen? Ich kann es nicht. Ich höre viel, viel lieber zu.

Jungstötter – The Rain

Jungstötter – The Rain

Cohen – Happens to the Heart

... Now the angel’s got a fiddle
The devil’s got a harp
Every soul is like a minnow
Every mind is like a shark
I’ve broken every window
But the house, the house is dark
I care but very little
What happens to the heart ...

Cohen – Happens to the Heart

Cohen – Happens to the Heart

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