Roland Zoff aus Strau bei Ferlach ist begeisterter Mountainbiker und tourt wie Tausende andere Kärntner gerne durch Slowenien und Kroatien - zumindest tat er das bis 2. Mai gerne. Da war er gemeinsam mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar von Triest aus über Portoroz in Richtung Groznjan unterwegs, als sich kurz nach der Grenze auf kroatischem Boden das Vorderrad seines Bikes zwischen groben Steinen und Geröll verfing und der 49-Jährige über den Lenker zu Boden geschleudert wurde.
Aufgrund der starken Schmerzen im Schulter- und Rückenbereich vermutete er einen Schlüsselbeinbruch. Die Rettung wurde gerufen, die auch kam - in Begleitung der Polizei. „Eine Sanitäterin untersuchte mich im Rettungswagen und gab mir zwei Schmerztabletten. Ich habe gefragt, in welches Krankenhaus wir fahren würden und sie antwortete mir, ich müsste aussteigen und mir ein Taxi organisieren“, war Zoff verblüfft und verärgert. Der männliche Sanitäter hätte dann gemeint, sein Sohn hätte ein Taxiunternehmen. Zoffs Freund beschwerte sich bei der Polizei über die betrügerische Vorgangsweise und erhielt als Antwort, so laufe es eben in Kroatien.
Obwohl natürlich auch Herr Zoff die Abzocke erkannte, blieb ihm keine Wahl: „Ich musste zwei Taxis bestellen, weil wir auch die Räder zu unserem Ausgangspunkt des Mountainbike-Tripps nach Triest mitnehmen mussten. 230 Euro hat uns das gekostet. Die Schmerzen waren aber so stark, dass ich in kein kroatisches Krankenhaus mehr wollte, meine Frau hat mich schließlich gleich nach Kärnten und ins UKH Klagenfurt gefahren.“
Da sei erst das Ausmaß seiner Verletzungen klar geworden: Gebrochenes Schlüsselbein, gebrochenes Schulterblatt, drei gebrochene Rippen und ein ausgeprägter Pneumothorax. Zoff wurde sofort auf die Intensivstation verlegt und musste eine Woche im Spital bleiben. „Laut dem behandelnden Arzt war ich in einem lebensbedrohlichen Zustand und hatte Glück, dass die Lunge nicht komplett kollabierte. Für mich ist es unbegreiflich und eine bodenlose Frechheit, wie man im beliebten Urlaubsland Kroatien behandelt wird.
Keine Stellungnahme
Die Kleine Zeitung hat das für Rettungseinsätze in der Region zuständige Lehrinstitut für Notfallmedizin der Gespanschaft Istrien um eine Stellungnahme gebeten. Im Zuge eines telefonischen Kontakts hieß es, man würde nur Anfragen per Mail beantworten, eine solche blieb aber in der Folge unbeantwortet.
Vonseiten des ÖAMTC heißt es, es passiere in Kroatien „ab und zu, dass Krankentransporte die Patienten nicht in Spitäler führen“, auch wenn dies offenbar aus medizinischer Sicht nötig sei. Bei Mitgliedern decke der Club in solchen Fällen nachträglich die Taxifahrt ins nächstgelegene Krankenhaus ab.