„Es ist das trockenste Frühjahr seit 180 Jahren“, erklärte GeoSphere Kärnten-Chef Christian Stefan im Interview mit der Kleinen Zeitung. Die Waldbrandgefahr ist erheblich und Bauern befürchten massive Ernteausfälle für dieses Jahr. Nur konstante Regenfälle über mehrere Tage mit mindestens 60 Litern pro Quadratmeter könnten die Misere in der Landwirtschaft noch abwenden, sind sich Experten der Landwirtschaftskammer Kärnten sicher.
Nun könnten uns gerade die Schreckgespenster der Bauernregeln, die Eisheiligen, vom 11. bis 15. Mai die erhoffte Erlösung und das Ende der Trockenheit bescheren. Laut aktuellen Wettermodellen wird just ab Montag ein Italientief über Kärnten und Osttirol in der kommenden Woche die dringend erforderlichen Niederschlagsmengen von bis zu 60 Litern pro Quadratmeter ergießen. Damit würde erstmals seit dem letzten großen Italientief Mitte Februar wieder ein flächendeckend ergiebiger Niederschlag kommen.
Beim Wetterdienst Ubimet, schöpft Meteorologe Nikolas Zimmermann Hoffnung, dass die kommende Woche für ein Aufatmen sorgen wird: „Es wird seit langem wieder flächendeckend für Stunden regnen.“
Meteorologe David Kaufmann von Tauernwetter prognostiziert in den Tälern und Becken Regen, auf den Bergen auch Sturm und Schneefall: „Bis Mittwoch fallen verbreitet zehn bis 20, nach einigen Modellen sogar bereits 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter, in der zweiten Wochenhälfte zeichnet sich ein weiteres Niederschlagsgebiet ab. In Summe wären in Kärnten und Osttirol 30 bis 60 Liter pro Quadratmeter möglich.“
Flächendeckender Regen
In Osttirol und Oberkärnten werde es demnach bereits ab Montagvormittag regnen. Im Süden und Osten Kärntens werde es bis zum Nachmittag noch trocken bleiben, aber ab dem Abend und in der Nacht breite sich der Regen auf ganz Kärnten aus. „Am meisten Niederschlag fällt in Osttirol und entlang der Karnischen Alpen, wo gegen Abend bis zu 20 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen können. Die Schneefallgrenze sinkt in den Tauern auf rund 1900 Meter, in den Tälern und Becken fällt durchgehend Regen. Auf den Bergen weht stürmischer Südwestwind mit Sturmböen, in den Niederungen lebhafter bis kräftiger Südwestwind ohne Sturmcharakter“, sagt Kaufmann.
„Montagnacht und Dienstagmorgen rechne ich mit zumindest sechs Stunden durchgehenden und flächendeckenden Regenfällen. Am meisten davon wird sich über den Süden Kärntens ergießen“, sagt Zimmermann, der 20 und mancherorts sogar 30 Liter pro Quadratmeter prognostiziert. Der Regen werde erst im Laufe des Vormittags von Westen her abklingen. „Damit sind die ersten 20 Liter pro Quadratmeter, die zwischen Montagnachmittag und Dienstag fallen, nach aktueller Modelllage so gut wie fix“, verspricht auch Kaufmann.
Allerdings seien am Dienstag im Mölltal auch Böen bis zu 70 Kilometern pro Stunde und auf den Bergen sogar Sturmböen zu erwarten. Mehr als 17 Grad seien am Dienstag auch im Klagenfurter Becken nicht mehr drin. Die Nacht auf Mittwoch werde kalt werden und am Tag werde es bewölkt sein, aber nur in Osttirol und entlang der Karnischen Alpen sei am Abend erneut mit Regenschauern zu rechnen. „Der Mittwoch und der Donnerstag werden ein ruhiger Mix aus Sonne und Wolken“, sagt Zimmermann.
Trockenheit abmildern
Der nächste Tiefdruckeinfluss werde dann erneut zum Wochenende kommen. „Derzeit nehmen die Chancen zu, dass es am Freitag und Samstag erneut nennenswerte Regenmengen in Kärnten und Osttirol geben wird“, sagt der Ubimet-Meteorologe. Die Zugbahn des Niederschlagsgebietes werde entscheiden, ob in Kärnten und Osttirol auch ausreichend Regen fallen wird, um die Trockenheit abzumildern. „Bestätigt sich das aktuelle Modellbild, wäre es immerhin ein erster Schritt zur Entspannung. In Summe könnten dann in der gesamten Region 30 bis 60 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen, in Staulagen vereinzelt auch mehr“, sagt Kaufmann von Tauernwetter.
Die Trockenheit werde damit zumindest gelindert werden, ist sich Zimmermann sicher, aber komplett ausgleichen werde man das Defizit nur, wenn nicht bereits in der folgenden Woche Hitze und Trockenheit erneut die Oberhand gewinnen: „Aber es gibt auch hier leise Hoffnung auf Regen.“