Martin Breg ist eine Identifikationsfigur des obersteirischen Handballs. Seit 23 Jahren spielt er und blieb der Region stets treu, doch das Ende zeichnet sich ab. Bruck, Leoben und die BT Füchse sind die Vereine seiner Vita, zehn Einsätze im Nationalteam (11 Tore) waren dem Flügelspieler vergönnt. Am Samstag führt er die Füchse in das Viertelfinale der HLA-Meisterliga gegen Linz (18.30). „Das ist alles, worum es nun geht. Jetzt zählt nur die Mannschaft. Den Titel zu gewinnen, wäre noch ein echtes Gustostückerl.“ Und es wäre zugleich ein fulminanter Schlussstrich, denn ehe der erste Ball in der „Best of three“-Serie in der Stahlstadt geworfen wurde, verkündete der 33-Jährige seinen Abschied von seinem Herzensverein.
Nicht, weil er nicht mehr spielen will, sondern weil sein Vertrag nicht verlängert wurde. „23 Jahre lang hat mich der Handball in meiner Heimatstadt begleitet. Ich bin auch geblieben, als wir abgestiegen sind. Freilich hätte ich mir den Abschied anders vorgestellt, aber vielleicht kommen jetzt zumindest ein paar Zuseher mehr in die Halle“, sagt der Spieler, der im Brotberuf als Betriebsratsvorsitzender bei Pankl Racing tätig ist. „Wir haben bei einigen Spielern im Februar nicht die Option gezogen, weil wir damals Vorletzter waren und nicht wussten, wo die Reise hingehen wird“, sagt Füchse-Boss Karl-Heinz Weiland, „danach folgten interne Gespräche und wir wollen uns auf dieser Position verjüngen.“
Breg wurde zwar gefragt, als Funktionär etwa im Vorstand zu wirken und dem Verein so helfen zu können. Das lehnte er ab und auch im Nachwuchs legt er sein Traineramt nieder. „Ich will noch spielen und ich denke auch, dass die Leistung noch gepasst hat.“ Einen genauen Grund, warum auf ihn seitens des Vereins und der sportlichen Führung nicht mehr gebaut wird, kennt er nicht. „Aber wir hätten bestimmt eine Lösung gefunden.“ Er will diese Ankündigung nicht als Karriereende verstanden wissen, denn wenn sich eine gute Möglichkeit ergibt, will er weiter spielen. Weiland betont wiederholt, wie sehr Breg dem Verein als Funktionär stützen könnte: „Für ihn stehen bei uns die Türen immer offen.“
Lipizzanerheimat muss Vöslau einbremsen
Während die Füchse in Linz spielen, gastiert die HSG Lipizzanerheimat in Vöslau (18.30) und dort gilt es, den Niederösterreichern ihr geliebtes Tempo zu nehmen und sie in den statischen Angriff zu zwingen. „Wir müssen sie unter 30 Tore halten“, sagt Sportdirektor Wolfgang Smon. Es ist das Duell des Ersten gegen den Achten nach dem Grunddurchgang. „Normalerweise ist die Favoritenrolle da ganz klar verteilt, aber heuer war alles sehr eng und wir haben oft gesehen, dass es nicht so eine klare Sache ist.“ Bei den Weststeirern sind alle Spieler fit. Am Mittwoch steigt Spiel Nummer zwei in Bärnbach (18 Uhr, ORF Sport +).
Graz beginnt den Abstiegskampf
Gegen den Abstieg spielt unterdessen die HSG Graz. Das erste Spiel bei Schlusslicht Hollabrunn (18.30) fällt schon unter die Kategorie „Pflichtsieg“. Graz hat nach der Punkteteilung einen mageren Punkt Vorsprung.