5. Runde in Salzburger GasthofKV-Sonderschicht am Wochenende: Metaller ringen um eine Einigung

Neuer Ort, neues Glück? Seit Mittwoch laufen nach vier gescheiterten KV-Runden die Warnstreiks in der Metallindustrie. Arbeitgeber und Arbeitnehmer wollen nun am Wochenende den Durchbruch schaffen. Am Samstag wird verhandelt - nicht in der Wirtschaftskammer in Wien, sondern in einem Gasthof in Eugendorf (Salzburg).

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
WARNSTREIK IN DER METALL-INDUSTRIE
WARNSTREIK IN DER METALL-INDUSTRIE © (c) APA/HANS PUNZ (HANS PUNZ)
 

Am morgigen Samstag treffen sich - nach dreitägigen Warnstreiks - die Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter zu einer fünften Runde in den Metaller-KV-Verhandlung. Ort des Ringens ist diesmal nicht - wie üblich - die Wirtschaftskammer in Wien, sondern ein Gasthof in Eugendorf im Bundesland Salzburg. Start ist um 13.00 Uhr. Die Arbeitnehmer propagierten heute die Wiederaufnahme der Verhandlungen als ihrerseits erzielten Etappensieg. 

Die Arbeitgeber unter Obmann Christian Knill wiederum meinten, mit "mit gutem Willen" sei morgen "ein fairer Abschluss" möglich. Wobei sich die Sozialpartner schon etwas angenähert haben. Zu Beginn der Gespräche Ende September forderten die Arbeitnehmer ein Plus von 4,5 Prozent auf Löhne und Gehälter sowie eine deutliche Anhebung bei den Lehrlingsentschädigungen und den Schichtzulagen, die Arbeitgeber boten 2,2 Prozent. Nunmehr liegt das Angebot von 2,75 Prozent Erhöhung der KV- und IST-Löhne und Gehälter sowie ein Plus bei Lehrlingsentgelten und Schichtzulagen am Tisch, unterm Strich würden die Mitarbeiter damit 3,2 Prozent mehr am Konto haben, so die Arbeitgeber.

Dass es diesmal weit länger dauern wird bis sich die Sozialpartner einig sind - im Vorjahr war es nur eine Gesprächsrunde - war bereits im Vorfeld klar. Die derzeit hohe Inflation von zuletzt 3,3 Prozent, einem Zehnjahreshoch für September, macht eine Einigung schwierig, denn traditionell wird die Teuerungsrate der vergangenen zwölf Monate herangezogen, diese lag bei 1,89 Prozent. Dies als Verhandlungsbasis ist aber den Arbeitnehmervertretern von PRO-GE und GPA deutlich zu wenig.

"Arbeitgeber sind am Zug"

Die Gewerkschafter berichten heute von rund 350 Warnstreiks in dieser Woche. "Eines der Streikziele - nämlich die Rückkehr der Arbeitgeber an den Verhandlungstisch - wurde somit erreicht", so die Verhandlungsführer Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA). "Die Arbeitgeber sind nun am Zug und müssen ein abschlussfähiges Angebot unterbreiten. Sollte es bei der Verhandlung keine Einigung geben, werden die Streiks kommende Woche ausgeweitet", betonten die Gewerkschafter heute.

Kommentare (4)
NIWO
0
3
Lesenswert?

Wo hab ich dann ohne Schicht 3,2 Prozent?

Ich bitte um Antwort Herr Knill...

Ragnar Lodbrok
9
18
Lesenswert?

Die Streikkassa der Gewerkschaft ist mit Sicherheit wohl gefüllt.

wir lassen uns sowieso viel zu viel gefallen. Streik 2020? Jeder Arbeitnehmer im Schnitt.... 3 Sekunden... und das hat nichts damit zu tun, daß es uns so gut geht - sondern daß wir uns einfach gefallen lassen anstatt auf die Barrikaden zu steigen.
vor 40 Jahren konnte die Frau zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern und gleichzeitig wurde das Haus abbezahlt. Heute müssen beide arbeiten gehen um sich eine Mietwohnung leisten zu können. natürlich - es geht uns nicht schlecht - aber es könnte wesentlich besser sein.
Hr Knill soll mal damit rüberkommen wieviel er im Jahr bekommt... dann reden wir weiter...

Balrog206
1
6
Lesenswert?

Ragnar

Da wurde das haus aber auch mit Hilfe von Fam u Freunden selbst gebaut nicht so wie jetzt fix fertig inkl Pool übergeben !!!!!

Robinhood
0
6
Lesenswert?

Anwesenheitszeit

Wird oft mit Arbeitszeit verwechselt. Ich kann mir sogar 35 Stundenwoche vorstellen, wenn auch 35 Stunden gearbeitet wird.