Metaller-KVIndustrie kritisiert "politische Show" der Gewerkschaft

Arbeitgeberobmann Knill: "Unsere Branche bezahlt mit durchschnittlichen Gehältern von 4.450 Euro und Löhnen von 3.120 Euro bereits jetzt sehr gut".

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Christian Knill, Chefverhandler der Arbeitgeber
Christian Knill, Chefverhandler der Arbeitgeber © FMTI
 

Die heutigen Betriebsversammlungen der Metaller im Zuge der laufenden Kollektivvertragsverhandlungen sorgen bei den Arbeitgebern der Metalltechnischen Industrie (FMTI) für Kopfschütteln. Sie bezeichnen die Vorgehensweise als "destruktiv und spaltend", es handle sich um eine "politische Show". Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA hätten in den bisherigen drei Verhandlungsrunden kein Interesse an echten Gesprächen gezeigt.

"Die Metalltechnische Industrie steht nach wie vor zu einem fairen Abschluss für die Beschäftigten, dieser muss aber auch machbar für die Betriebe sein. Die Gewerkschaftsforderungen summieren sich auf bis zu zehn Prozent Mehrkosten, was als weltfremd zurückzuweisen ist", so Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie. Die Gewerkschaften würden die Interessen der Beschäftigten für ihre Mitgliederpolitik missbrauchen.

Angebot: 2,3 Prozent; Forderung: 4,5 Prozent

Das Verhandlungsangebot der Metalltechnischen Industrie liege im Gesamtpaket bei 2,3 Prozent und beinhaltete eine Erhöhung der Löhne und Gehälter, Zulagen und Lehrlingsentschädigungen um 2,1 Prozent sowie eine Steigerung der Zulagen für die zweite Schicht um 44 Prozent. Die Arbeitnehmer aber fordern mehr als vier Prozent. "Unsere Branche bezahlt mit durchschnittlichen Gehältern von 4.450 Euro und Löhnen von 3.120 Euro bereits jetzt sehr gut. Erst kürzlich hat die Brotindustrie mit 2,11 Prozent abgeschlossen, und für die Beschäftigten wurde dieser Abschluss über der Inflationsrate als Erfolg bezeichnet", so Knill am Mittwoch in Richtung der Gewerkschaften.

Gewerkschafter Rainer Wimmer bei einer Versammlung in der ÖGB-Zentrale in Wien
Gewerkschafter Rainer Wimmer bei einer Versammlung in der ÖGB-Zentrale in Wien Foto © APA/HERBERT NEUBAUER

Die Arbeitgebervertreter kontern und sehen die Verantwortung für einen etwaigen Arbeitskampf bei den Arbeitgebern. "Das vorliegende Angebot ist eine Provokation und sonst nichts. Die Industrie läuft auf Hochtouren und für die Beschäftigten soll es trotzdem nur eine Inflationsabgeltung geben. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lassen sich diese Respektlosigkeit nicht länger gefallen. In 400 Betriebsversammlungen mit zehntausenden Beschäftigten der gesamten Metallindustrie werden daher ab heute Kampfmaßnahmen beschlossen", sagen die beiden Chefverhandler Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA).

Die Betriebsversammlungen werden nicht beendet, sondern unterbrochen, stellten sie klar. Komme es bei der nächsten Verhandlungsrunde am 2. November zu keiner Einigung, "werden diese wieder aufgenommen und gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen eingeleitet". "Die Verantwortung für die drohenden Warnstreiks in der gesamten Metallindustrie liegt gänzlich bei den FMTI-Arbeitgebern. Die Forderung nach 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt bleibt jedenfalls aufrecht", betonten Wimmer und Dürtscher.

Kommentare (27)
20cd6a6c53f5601c98b09413bdfadde6
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@ Gewerkschaft - noch ein wenig

mehr Zähne zeigen - ohne "Unterbau" geht nix - da können Grossverdiener einpacken

lamagra
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Die Industrie soll schön leise sein!

Denn wie schon x-fach in vielen Medien gebracht, würde der sogenannte 'Warenkorb' für die Inflationsberechnung realistisch zusammengestellt (man kauft sich nunmal nicht monatlich ein Auto, Fernseher usw.) hätten wir seit 2000 jährlich eine Inflationsrate von mind. 5%.
Aber es wird halt getrickst was das Zeug hält!

lamagra
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Für die Rotstrichler

Ich habe für meine Wohnung vor 20 Jahren rund 3.850 Schilling (280 Euro) bezahlt. Heute zahle ich dafür 520 Euro (7.150 Schilling), ergibt eine Steigerung von 85%!
Wir alle bekommen jedoch nicht um 85% mehr Gehalt!

Jahcity 1
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Heutige Löhne

beruhen darauf, dass die Reallöhne der Österreicher alleine in den letzten 10 Jahren um mind. zehn, bei Arbeitern um 14 % gesunken sind. Und dass diese Bilanz noch seltsamer aussieht, wenn man weiter zurückgeht. Jemand der 1992 netto den Gegenwert von €1.521 bezog, bezog 2013 nur gerade €1.505 obwohl sich unser reales BIP seit damals VERDOPPELT hat. Der Anteil der Löhne am BIP ist so stark gesunken, wie der Anteil der Gewinne gestiegen ist. Diese Ankündigung für mehr Gekd im Sackl sind Selbstbeweihräucherung, da eine Hand voll Menschen bei uns diese unfassbaren Summen einstreichen...

Heike N.
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2,11% über der Inflation?

Ja, vielleicht weil man von Jahresbeginn an rechnet.
Sprit ist um wieviel teurer geworden in den letzten beiden Monaten? 25%

Strom wird teurer, Rohstoffpreise steigen, das alles zahlen wir, die Endverbraucher. Und dann jammern die HerrInnen trotz jährlicher Rekordgewinne??? Die Statistik mag sehr hohe Durchschnittsgehälter anzeigen, wenn der CEO 5 Mio im Jahr verdient, dann schnellt der Durchschnitt halt auch rauf.

Lodengrün
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Nicht aufregen

der monatliche Familienbonus von € 8 macht das locker wett. Und wären die Grünen nicht gewesen dann gäbe es von Seiten der övp diese für Arbeitslose, Mindestbezieher,…diese auch nicht.

luisao52
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Politshow

Diese politischen Spielchen gibt es leider jedes Jahr immer wieder, sie sollten sich alle mal selbst hinterfragen!

Balrog206
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Wäre

Interessant warum die Gewerkschaft nur bei den Metallern diesen Jährlichen Zirkus veranstaltet !
Pflege usw usw überall wo es heißt did Löhne sind zu nieder hört man nichts bei den Verhandlungen ! Unser KV 2.11% Erhöhung ab 1.10 !

jaenner61
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ganz einfach balrog

weil die gewerkschaft bei den metallern die meisten (zahlenden) mitglieder hat. wie ich schon einmal geschrieben habe, ist der handel gewerkschaftlich sehr schlecht organisiert, da sich viele wegen der ohnehin schon geringen löhne, die beiträge nicht leisten wollen (oder können)

hortig
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@balrog206

Ist doch klar, die Metaller sind die größte Sparte mit den meisten Mitgliedern.
Die Pflege ist für die Gewerkschaften nicht interessant, da zu wenig Mitglieder. So schauts aus mit der roten Gewerkschaft. Bonz, die mehr als verdienen als ein Minister und nichts für die Menschen tun. Zb. Einführung der 5. Urlaubswoche kam Anfang 1983, und was war danach bis heute????

Patriot
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@hortig: Bzgl. der 5. Urlaubswoche

solltest die ÖVP und die Wirtschaftskammer fragen, warum sie nach wie vor dagegen sind!

hortig
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@patriot

Es geht um die 6. Woche, die die Gewerkschaft noch nie gefordert hat, ausser anl des 12 Stunden Tages

SagServus
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Die Pflege ist für die Gewerkschaften nicht interessant, da zu wenig Mitglieder.

Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Die einzelnen Gewerkschaften sind nur so stark wie sie Mitglieder haben, wieso treten in der Pflege dann nicht mehr Leute der Gewerkschaft bei.

Bzw. bist du, hortig, Gewerkschaftsmitglied? Wenn nicht, wieso nicht? Auf die Gewerkschaften schimpfen aber dann selbst nicht dabei sein ist wohl scheinheilig.

hortig
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@SagServus

Keine Sorge, ich wsr im Betriebsrat und in der Gewerkschaft. Aber wie die roten Gewerkschaften zu Betriebsversammlungen gegen die Schüssel Regierung aufgerufen haben bin ich ausgetreten.
Bei der Fusion von CA und Bank Austria hab ich dann am eigenen Leib miterlebt, wie die rote Gewerkschaft die ehemaligen CA Mitarbeiter behandelt hat, und die ehemaligen BA Mitarbeiter in allen Belangen übervorteilt hat. Seither weiß ich, dass das derzeitige Gewerkschaftssysterm nichts mehr mit den Belangen der Unselbstständigen zu tun hat

Balrog206
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Wieso

Werden dann Gehaltserhöhung nicht anders geregelt ? Warum soll jemand der e schon Ak Zwangsgebühren zahlt noch einen Verein zusätzlich bezahlen der bei den L Verhandlungen dabei ist ?

SagServus
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...

Weil die AK wohl eher die Rechtsvertretung der AN ist.

Die WKO verhandelt ja auch nicht für die AG Seite.

hortig
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@SagServus

Ich hab es bei meiner Frau erlebt, was es heißt, von der AK vertreten zu werden. Jeder Jusstudent ist besser. Der selbe Fall ereignete sich drei Jahre später bei einem meiner Kunden

SagServus
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Jeder Jusstudent ist besser

Wieso habens dann nicht einen Jusstudent engagiert?

hortig
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@SagServus

Na, noch dümmer geht's wohl nicht

seierberger
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2,11%

Dann sollte man in diesen Sparten gewerkschaftlich oder wie auch immer mehr Druck ausüben, um in diesen Sparten bessere Anschlüsse zu erzielen. Zu sagen, die anderen sollen gleich wenig bekommen, ist mM nach nicht der richtige Zugang.

Balrog206
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Das

War auch nicht mein Zugang , ich frage warum sie Gewerkschaft Unterschiede in den Branchen macht ?? Metaller jedes Jahr bla bla es muß rascheln und alle anderen Berufe interessiert sie nicht ? Sie sitzen doch bei jeder Verhandlung am Tisch ! 2,1 is ein Witz und braucht mir keiner sagen das es ohne nicht geht ! Inflation plus % X Erhöhung jedes Jahr für alle Branchen gleich ! Da wird es wohl ein paar Gescheide Köpfe geben die so etwas austüfteln können ! Und auch wir AG würden auch im Planungssicherheit schon lang im Voraus haben !

SagServus
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War auch nicht mein Zugang , ich frage warum sie Gewerkschaft Unterschiede in den Branchen macht ??

Weil es nicht DIE Gewerkschaft gibt.

Es gibt zwar den Gewerkschaftsbund, dieser gliedert sich aber in 7 Teilgewerkschaften.

Und jede dieser 7 Teilgewerkschaften verhandelt für sich selbst. Die Metaller sind halt einer davon.

Und genauso wenig wie es DIE Gewerkschaft gibt, gibt's auf der Gegenseite nicht den AG Vertreter die für alle Branchen verhandeln.

SoundofThunder
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🤔

Und wie hoch ist die Inflation? 3,6%? Quasi eine Lohnkürzung.

stress
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andaman

bitte Hr. Knill wo wird das bezahlt?.

Rennratte90
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Goldener Löffel im Mund

Kaum eine Branche hat derart hohe Verträge wie die Metaller. DA hat man 2.000€ Mindestlohn, aus der Sicht von Handels- oder Dienstleistungsangestellten utopisch hoch. Das mediale Interesse nutzt die Gewerkschaft hat gerne zur Selbstinszenierung.

petera
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Und warum ist das so?

Vielleicht weil die Metaller gut organisiert sind, sich wehren und ein bisschen von dem was sie selbst erwirtschaften zurückfordern?!

Im Gegensatz der Handel. Schlecht organisiert. Löhne am Existenzminimum, schlechte Arbeitsbedingungen, kaum Zulagen.

Ich zweifle tatsächlich an dem Verstand vieler Mitposter hier.

 
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