Befristete Streiks kommende Woche Metaller: Erste Warnstreiks angelaufen

Die ersten Warnstreiks sind in einigen Betrieben bereits angelaufen. Für kommende Woche sind weitere Arbeitsniederlegungen geplant.

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In den ersten Betrieben gibt es bereits Warnstreiks
In den ersten Betrieben gibt es bereits Warnstreiks © APA/ROBERT JAEGER
 

Nachdem auch in der vierten Verhandlungsrunde zu den Kollektivverträgen (KV) der Metalltechnischen Industrie (FMTI) keine Einigung erzielt wurde, sind am Mittwoch die Warnstreiks in 50 Betrieben angelaufen. Am Donnerstag und am Freitag werden fast 300 Betriebe dazu kommen. Bei diesen Warnstreiks sollen weitere befristete Streiks kommende Woche am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag beschlossen werden.

Betroffen wird die gesamte Metallindustrie sein, neben den Verhandlungen mit dem FMTI laufen derzeit auch die KV-Runden für die anderen Metallsparten, inklusive dem Metallgewerbe. Das Streikziel ist nicht nur ein Abschluss wie gefordert - 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt, höhere Lehrlings- und Schichtzulagen -, sondern auch ein gemeinsamer Kollektivvertrag für alle Metallsparten, so die Gewerkschaften PRO-GE und GPA.

Streit um Inflationsrate

Denn dass die Metaller getrennt verhandeln, ist noch nicht so lange her. Nach heftigem Protest der Arbeitnehmer setzten sich die Arbeitgeber im Jahr 2012 durch und erreichten eine Aufsplittung der Metaller-Lohnrunde in sechs getrennte Fachgruppen. Die Arbeitnehmer wiederum bewiesen auch einen langen Atem und setzten seitdem durch, dass zwar getrennt verhandelt wird, die Abschlüsse aber alle gleichhoch sind.

Christian Knill, Chef des FMTI, hat am Mittwoch im "Ö1-Mittagsjournal" einmal mehr betont, dass bisher in den Lohnrunden immer über der Inflationsrate abgeschlossen wurde. Wobei das diesmal schwierig wird: Traditionell wird die Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate herangezogen - was den Gewerkschaften angesichts sinkender Teuerungsrate in den vergangenen Jahren durchaus recht war. Heuer ist es allerdings anders - die Teuerung der letzten zwölf Monate lag bei 1,89 Prozent, aktuell legte der Warenkorb aber deutlich über drei Prozent zu. Und nachdem der Standpunkt die Sichtweise bestimmt, haben sich heuer die Rollen innerhalb der Sozialpartnerschaft gedreht.

Von Dienstag auf Mittwoch hatten die Arbeitgeber- und -nehmer knapp 14 Stunden lang in der Wirtschaftskammer in Wien verhandelt. Das Angebot der Arbeitgeber sei "weiterhin unzureichend", teilten PRO-GE und GPA nach der Verhandlungsunterbrechung mit. Laut Arbeitgebern wurde ein Plus von 2,75 Prozent geboten, mit weiteren Erhöhungen bei Zulagen habe das Angebot bei über drei Prozent gelegen. Die Arbeitnehmer fordern aber 4,5 Prozent Plus, auch wenn sie dem Vernehmen nach den Arbeitgebern etwas entgegengekommen sind.

Kommentare (6)
Angel33
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Immer mehr arbeiten aber für wenig Geld

Tja, wir sollen immer mehr arbeiten, Überstunden leisten, weil es sind ja die Auftragsbücher übervoll. Immer schneller, aber bitte ja keine Gehaltserhöhung verlangen. Die armen Unternehmer werden immer so benachteiligt.
Seit ehrlich liebe Unternehmer setzt ihr euch doch mal hin, und arbeitet mal so hart. Anstelle mehr Mitarbeiter einzustellen, müssen die die bereits in der Firma sind noch mehr arbeiten. Neue Mitarbeiter für die die in Pension gehen werden nicht eingestellt, da wir die Arbeit nur noch auf mehrere aufgeteilt. So lässt sich auch ein Gewinn auf Kosten der Lebensqualität der Mitarbeiter machen. Und diese Jährliche Jammerei der Unternehmer man kann es schon gar nicht mehr hören.
Die Unternehmer tun sich ja leicht, die geben sich selbst eine gute Gehaltserhöhung - den Prozentanteil sehen wir ja nie.

Es kommt mir ja schon fast so vor, als ob wir uns entschuldigen müssten, das wir was verdienen. Wir arbeiten alle sehr hart für unser Geld. Die steigenden Lebenserhaltungskosten die wollen die Unternehmer ja nicht sehen. In Ihren Augen ist da ja eh nix.

LaPantera69
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Glück Auf!

Ich frage mich wirklich, wenn ihr so klug seid, wie ihr hier daherschwafelt, warum seid ihr nicht selbst Unternehmer geworden. Mit eurer Philosophie "Umsatz=Gewinn" wärt ihr bereits nach einem Monat pleite.

Zu den vollen Auftragsbüchern: die Rohstoffressourcen sind derzeit knapp und werden teurer, die Transportwirtschaft ist kaum mehr zu bezahlen (ein Standard 40' Container kostete zu Jahresbeginn ca 2.500,- USD, während die Kosten derzeit bei >USD 40.000,-- liegen. Dazu kommen die steigenden Energiekosten, CO2 Zertifikate, Betriebskosten, Lohnnebenkosten usw.

Ich finde es höchst fahrlässig von den Genossen der Gewerkschaft jetzt einen Arbeitskampf zu inszenieren, wo der wirtschaftliche Aufschwung post Corona alles andere als stabil ist.

volkswagen
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LaPantera69

Glauben sie wirklich der Unternehmer bezahlt den Container? Es wird der Preis für den Endverbraucher angehoben. Bei den Lohnnebenkosten verhält es sich gleich, wird alles in der Kalkulation berechnet. Würde ein Unternehmer diese Kosten nicht weitergeben, wäre er in einem Monat pleite.
Preiserhöhungen zahlt immer der Endkonsument, somit ist eine ordentliche Lohnerhöhung gerechtfertigt. Wenn sich der Arbeitnehmer nichts leisten könnte, würde auch der Unternehmer auf seinem Produkt sitzenbleiben und ebenso pleite machen.

Glück auf!!!

LaPantera69
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.

Demzufolge wird die Lohnerhöhung auch aufgeschlagen, also maximal ein Nullsummenspiel…

Unzufriedener
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2,75 Prozent

2,75 Prozent verzichtet doch darauf, wir haben doch so große Gewinne bei der Steuerreform.
Wir werden in Geld schwimmen. Liebe Grüße euer Finanzminister.

Blaumacher
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Inflation

von 3,6 % (offiziell) das tgl. Leben kostet den Bürger derzeit wohl zwischen 5 und 10 % mehr! (milde geschätzt)
noch fragen warum gestreikt wird??