Er sei „guter Dinge, dass die ÖVP noch einlenken wird“, erklärte Kärntens FPÖ-Chef Erwin Angerer am Rande einer Pressekonferenz der Freiheitlichen Wirtschaft zum WK-Wahlkampfauftakt am Mittwoch zur Kleinen Zeitung. Die Freiheitlichen hätten gezeigt, dass sie „sehr auf die ÖVP zugegangen“ seien, so Angerer, der selbst an Finanzverhandlungen in Wien teilgenommen hat.
„Ein sehr gutes Angebot“
Die FPÖ hätte der ÖVP ein „sehr gutes Angebot“ gemacht, meint er: „Einen Minister mehr für die ÖVP plus einen Staatssekretär im Innenministerium. Das kann die ÖVP aus meiner Sicht gar nicht ausschlagen.“ Ein Entgegenkommen der FPÖ bei den von ihr beanspruchten Ministerien – Finanzministerium und Innenministerium – sei jedenfalls nicht vorstellbar: „Ein Bundeskanzler Kickl kann die Finanzen nicht aus der Hand geben. Das würde kein Landeshauptmann und kein Bürgermeister machen. Das ist normal.“
„Können nicht abrücken“
Auch beim Innenministerium sei „ganz klar“, dass die FPÖ das Thema Migration „in der Hand haben muss“. Aus Angerers Sicht könne die FPÖ davon nicht abrücken. Angerer in Richtung Volkspartei, nachdem WK-Präsident Harald Mahrer bei der FPÖ einen „Machtrausch“ ortete: „Die ÖVP sollte sich die Frage stellen, ob nicht sie im Machtrausch ist. Wenn ihr das immer noch zu wenig ist, wo ist dann Schluss?“ so Angerer. Er hofft, dass bei der ÖVP noch „Vernunft einkehrt“. Angerer glaube „bis zuletzt daran, dass die Koalition zustande kommt, viele Dinge haben sich erst in den letzten Minuten zum Positiven entschieden.“
„Bewusst, dass es Kompromisse braucht“
Den Vorwurf, die FPÖ schaffe es nicht von der Oppositions- in die Regierungsrolle, weist er zurück: „Wir haben gezeigt, dass wir den Weg gehen wollen, auch mit Abstrichen. Uns ist bewusst, dass man Kompromisse machen muss.“ Aber offenbar nicht bei Finanz- und Innenministerium.