Was der WAC mit Cupsieg und dem „Fast-Double“, zu dem beim 1:1 in Graz nur ein Punkt gefehlt hatte, geschafft hat, blieb in Österreich und darüber hinaus nur den Wenigsten verborgen. Was jetzt, wenn alle Feierlichkeiten abgeschlossen sind, folgt, ist logische Konsequenz: Transfers. Denn, wenn kleinere Vereine glänzen, rufen ihre Akteure größere Klubs auf den Plan, die besten Kicker abzuwerben. Und das wird auch beim WAC nicht zu vermeiden sein.

Schon so gut wie weg ist Adis Jasic, der wechselt zu Saudi-Klub Al-Ain, wird ziemlich sicher schon bei der Klub-WM in den USA auflaufen und zog sich ob des raschen Wechselwunsches zuletzt in der Kabine auch Unmut zu. Dazu kommen mit Chibuike Nwaiwu und Dejan Zukic die zwei Königstransfers des letzten Sommers, die richtig viel Geld in die Kassen spülen könnten. Für etwas weniger als eine Million Euro Ablöse kam der Serbe aus Vojvodina, der Weiterverkauf wird sich nach zwölf Toren und neun Assists in 36 Pflichtspielen auf jeden Fall rechnen. Zukic‘ größter Traum? Die Premier League. Ob es dafür wirklich reicht, ist mehr als fraglich, Anfragen aus dem Ausland gibt es aber genug.

Nwaiwus Verpflichtung darf sich Ex-Coach Manfred Schmid auf die Fahne heften, der den Nigerianer schon im Winter 2024 auf Probe laufen hatte lassen, doch erst im Sommer sollte der Transfer des Defensiv-Allrounders klappen. Als Schmid schon weg und Didi Kühbauer im Amt war. Ebenso begehrt ist Thierno Ballo, der zugibt, dass es Angebote gibt, „aber jetzt ist erst einmal Urlaub und dann schauen wir weiter.“ Ballo steht auch für die am Montag folgenden Länderspielnominierungen zumindest auf dem Zettel von Teamchef Ralf Rangnick, 13 Tore und acht Vorlagen sprechen für den Flügelflitzer.

Ebenfalls erkundigt soll sich Rangnick bei Erik Kojzek haben, der Österreicher werden könnte. Der Youngstar (19 Jahre, 10 Tore, 3 Assists) soll kommende Saison aber noch in Wolfsberg der Einser-Stürmer sein, nach der hervorragend ausgefüllten Jokerrolle diese Saison den nächsten Schritt machen.

Insgesamt laufen im Lavanttal sechs Verträge aus, von den großen Verkaufskandidaten ist da nur jener von Jasic dabei. Wobei auch Maxi Ullmann, Sandro Altunashvili, Ervin Omic, Maxi Scharfetter und Pascal Müller kein gültiges Arbeitspapier haben. Die beiden letzteren werden sicher gehen. Ullmann spielte sich auch wieder ins Rampenlicht, ist einer der Lieblingsspieler von Didi Kühbauer, den Angebote aus dem Ausland auch locken. Gut vorstellbar, dass „Don Didi“ seinen Schienenspieler mitnimmt, wenn er den Klub verlassen sollte.

Was passiert auf der Torhüterposition?

Der WAC bemüht sich aber logischerweise auch um Ullmanns Dienste, das Gleiche gilt weiter für Omic. Altunashvili, nur unter Schmid gesetzt, wird sich wohl umsehen (müssen). Und auch Torhüter Nikolas Polster, der sich in seiner ersten Bundesligasaison als Einser-Keeper ins Rampenlicht spielte, hat Aufmerksamkeit erhalten. Bleibt er, ist abzuwarten, ob sich Lukas Gütlbauer weiter mit der Backup-Rolle zufrieden gibt. Keine Steine in den Weg legen wird der Klub wohl Anderson Niangbo, Claude Kouakou, Abou Sylla, Sankara Karamoko oder Thomas Sabitzer, so sie bei einem akzeptablen Angebot wechseln wollen. Sabitzer etwa steht bei Ex-Klub Tirol immer noch im Kurs. Gleiches gilt auch für den dauerverletzten Jonathan Scherzer.

Fakt ist: Auf die WAC-Verantwortlichen warten spannende Monate. Es gilt, wechselnde Leistungsträger zu kompensieren. Das Geld dafür wird schon in die Kasse fließen, die Transfers müssen dann allerdings auch sitzen - zumal mit dem Europacup eine zusätzliche (schöne) Belastung ansteht.