Die Chance war nur mehr gering. Dessen war sich auch der WAC bewusst, dennoch hat die Mannschaft von Didi Kühbauer nochmal alles versucht, in Graz bestehen zu können. Nachdem es lange nicht nach einer spannenden Angelegenheit ausgesehen hatte, überschlugen sich in der Schlussphase plötzlich die Ereignisse und dem WAC reichte plötzlich ein Tor zum nicht mehr möglich gehaltenen Titel. Dabei startete der WAC nicht sehr vielversprechend in die Partie, fast schon wie in einem Spiegelbild zur Vorwoche gegen die Wiener, agierten die Wolfsberger auch dieses Mal äußerst nervös. Unzulänglichkeiten im Spielaufbau und Zweikampfschwäche, eigentlich die starken Tugenden des WAC über die ganze Saison, zogen sich wie ein roter Faden durch die gesamte erste Halbzeit.

Sturm begann aggressiv, konnte sich aber keine nennenswerte Möglichkeit herausspielen. In Minute 20 prüfte Böving erstmals WAC-Goalie Nikolas Polster mit einem scharfen Schuss, der jedoch zu zentral ausfiel. Der WAC wirkte bemüht, doch der letzte Zug nach vorne war nicht vorhanden, meistens scheiterte es am letzten Pass. Ein solch missglücktes Abspiel sollte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte fatal enden. Tomi Horvát hatte auf der linken Seite plötzlich Platz, dessen Hereingabe verwertete Böving diesmal unhaltbar zum verdienten 1:0.

Ballo mit dem Ausgleich

Zu Beginn der zweiten Hälfte schien sich das Bild zu wiederholen Der WAC tat sich schwer, zwischen den dicht gedrängten Schwarzen Räume zu finden, doch ein Geistesblitz von Thierno Ballo ließ die Wolfsberger erneut hoffen. Ein herrlicher Doppelpass mit Dejan Zukic fast an die Grundlinie brachte die Defensive der Grazer ins Schwimmen und der Angreifer, der sträflich am Sechzehner alleine gelassen wurde, vollendete zum Ausgleich. 67 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt. Die Nervosität schien plötzlich wie verflogen. Die Wolfsberger waren plötzlich ballsicherer und zielstrebiger. Die Sensation lag in der Luft.

ABD0242_20250524 - GRAZ - ÖSTERREICH: Stefan Hierländer (Sturm Graz) mit dem Meisterteller nach der Admiral Bundesliga- Begegnung / Meistergruppe / 10. Runde zwischen SK Puntigamer Sturm Graz und RZ Pellets WAC am Samstag, 24. Mai 2025, in der Merkur Arena in Graz. - FOTO: APA/ERWIN SCHERIAU
Sturm Graz verteidigte erfolgreich den Titel © APA

Linz gleicht aus und bringt den WAC zurück ins Meisterrennen

Der Linzer Ausgleich bei der Wiener Austria dürfte sich anschließend herumgesprochen haben, denn der WAC war plötzlich am Drücker. Sturm fokussierte sich nur noch aufs Verteidigen, das Remis über die Zeit zu bringen und kam dabei auch kaum zu Entlastungsangriffen. Doch auch den Lavanttalern gelang trotz viel Ballbesitz nichts Zwingendes mehr. Auch als man in der Nachspielzeit alles nach vorne warf, sollte der Lucky Punch nicht mehr gelingen, der dank des 2:2 der Wiener zum Titel gereicht hätte. So gelingt Sturm Graz in einem Herzschlagfinale doch die Titelverteidigung, während sich die Lavanttaler am Ende mit Rang vier begnügen müssen. „Man kann stolz auf diese Saison sein. Wir haben tolle Spieler in unseren Reihen, die ihren Weg machen werden. Es war ein tolles Jahr, auch wenn heute trotzdem die Enttäuschung überwiegt“, gab Nicolas Wimmer zu, dass er sich mehr erwartet hatte. „Es ist bitter, wenn man so knapp dran ist. Trotzdem muss ich der Mannschaft ein Riesen Kompliment machen für die Saison. Am Ende hat es knapp nicht gereicht und Sturm ist ein würdiger Meister. Aber: Meine Burschen sind auch Meister“, ist Didi Kühbauer stolz auf die Leistung seiner Mannschaft.
Der andere große Nutznießer der Resultate ist Salzburg, das sich mit einem 4:2-Erfolg über Rapid noch im letzten Abdruck auf Rang zwei und somit auf einen Champions-League-Platz vorgeschoben hat.